29. Oktober 2015
VdK-Zeitung Archiv

Mit Tageslichtlampe neue Kraft tanken

Bekämpfen Sie die Wintermüdigkeit: Morgendliche „Lichtdusche“ steigert Energie

Antriebslos, müde und schlechte Laune – vielen Menschen macht der Winterblues zu schaffen. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Tageslichtlampen hellen nicht nur den Raum, sondern auch die Stimmung auf. Die Lichttherapie sollte jedoch richtig angewendet werden.

Tageslicht ist für das Wohlbefinden wichtig. Nur bekommt man im Winter in unseren Breitengraden nicht genug davon ab. Die Beleuchtungsstärke, die in Lux gemessen wird, sinkt in der kalten Jahreszeit deutlich. Wie sehr, macht Dr. Ulrich Klein, Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, mit einem Zahlenvergleich deutlich: „Ein strahlender Sommertag leuchtet mit bis zu 100.000 Lux. Das Tageslicht im Winter dagegen ist höchstens 4000 Lux stark.“ Die Folge: Der Körper produziert weniger Serotonin, das als Glückshormon bekannt ist, und mehr Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, erklärt der Experte aus Witten.

Licht nach Hause holen


Wintermüdigkeit ist also ganz normal, der Mensch schaltet quasi einen Gang herunter. Doch während die einen mit dem Lichtmangel gut zurechtkommen, schlägt er den anderen aufs Gemüt – sie leiden am Winterblues. Die Betroffenen fühlen sich meist über Monate hinweg schwermütig, sind chronisch erschöpft und leistungsschwach. Sie schlafen viel und kommen dennoch morgens kaum aus den Federn. Doch es gibt eine Möglichkeit, sich das ersehnte Licht in die eigenen vier Wände zu holen: mit einer Tageslichtlampe. Dass diese Geräte den Biorhythmus beeinflussen und die Wintermüdigkeit vertreiben können, steht für Experten fest. Einige psychiatrische Kliniken haben Lichtambulanzen eingerichtet, wo sich betroffene Frauen und Männer von künstlichem Tageslicht bescheinen lassen. Erfolgreich behandelt werden nicht nur Winterblues- Geplagte, sondern auch Schichtarbeiter, deren innere Uhr durcheinander geraten ist.

Auch Ulrich Klein ist von der Methode überzeugt: „Die Behandlung ist sehr effektiv und jedem zu empfehlen, der im Winter durchhängt. Schon nach drei bis fünf Tagen fühlen sich die meisten Patienten vitaler.“ Ein klarer Vorteil der Lichttherapie: Sie lässt sich leicht daheim durchführen und im normalen Tagesablauf unterbringen. Der Nachteil: Tageslichtlampen werden nicht medizinisch verordnet, müssen also privat angeschafft werden. Ein Gerät kostet zwischen 50 und 150 Euro. Die Spezialleuchten, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden, ahmen das natürliche Spektrum des Sonnenlichts nach. „Die Lampen enthalten weder Ultraviolett- noch Infrarotstrahlung und sind daher für Haut und Augen unschädlich“, beruhigt der Hautarzt. Er rät zu einer Leuchte mit 10.000 Lux. Das verkürzt die tägliche Behandlungsdauer auf eine halbe Stunde. Zudem sollte man beim Kauf ein Gerät mit Weißlicht bevorzugen. Herkömmliche Zimmerlampen in der Wohnung bringen übrigens so gut wie nichts, betont der Experte. „Sie sind nur zwischen 200 und 400 Lux stark.“

Wie wirkt die Lichttherapie? „Die Tageslichtlampe sollte nur in der Früh eingeschaltet werden, weil sie munter macht. Wer die Leuchte dagegen abends nutzt, riskiert, dass er nachts schlecht schläft“, warnt der Mediziner. So läuft die Lichttherapie ab: Das Gesicht beleuchten, indem man sich 50 Zentimeter entfernt vor das Gerät setzt. Wichtig ist, die Augen während der 30-Minuten-Anwendung geöffnet zu lassen. 14 Tage jeden Morgen Wer die Leuchte zum ersten Mal einschaltet, empfindet das helle, kalte Licht vielleicht als unangenehm. In diesem Fall kann die Lichtquelle auch seitlich aufgestellt werden, sofern man das Gesicht immer mal wieder dem Leuchtschirm zuwendet. Tipp: Die halbe Stunde Wartezeit mit Lesen, Frühstücken oder Arbeiten überbrücken.

Damit die Lichtdusche spürbar erfrischt, sollte die Behandlung innerhalb der ersten zwei Wochen nicht unterbrochen werden, so Klein. Danach lässt sich mit der Lampe einfach bei Bedarf neue Energie tanken. Nicht zu vergessen ist die Kraft des echten Sonnenlichts: Sie ist nicht nur kostbar, sondern auch kostenlos verfügbar. Die tägliche Dosis UV-Strahlung einzuholen, ist gerade im Winter wichtig. Stichwort: Vitamin-D-Mangel. Auch Stubenhocker sollten mindestens 15 Minuten morgens oder mittags spazieren gehen, empfiehlt der Mediziner. Bewegung an der frischen Luft ist gesund, weckt die Lebensgeister und stärkt das Immunsystem.

Elisabeth Antritter

Schlagworte Tageslichtlampe | Lichtmangel | Lichttherapie | Lichtdusche | Winterblues | Winterdepression

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