VdK-Zeitung Archiv

Sozialrechtliche Unterstützung und Hilfe in der Not

Die VdK-Kreisgeschäftsstellen sind stets im Einsatz für die Mitglieder des Sozialverbands – Einblicke in das wichtige Alltagsgeschäft

In die 69 Kreisgeschäftsstellen in Bayern kommen Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Sie haben eine Behinderung, können aufgrund einer chronischen Erkrankung nicht mehr arbeiten oder ärgern sich mit der Kranken- oder Rentenversicherung herum. Die VdK-Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr und helfen den Mitgliedern. Die VdK-Zeitung hat beispielhaft die Geschäftsstelle im schwäbischen Günzburg besucht.

VdK-Kreisgeschäftsführerin Sandra Kolb im Beratungsgespräch mit einem VdK-Mitglied. | © Sebastian Heise


Dem 55-jährigen Hans-Hubert Meyer (Name geändert) ist anzumerken, dass er sich hier endlich verstanden fühlt. Er hat ein schweres Darmleiden und ist psychisch angeschlagen. Seinen Beruf als Elektriker kann er seit mehreren Jahren nicht mehr ausüben. Die Rentenversicherung hatte ihm ursprünglich eine volle Erwerbsminderungsrente gewährt. Diese ist aber nur zeitlich befristet und läuft jetzt ab. Der Weitergewährungsantrag wurde abgelehnt. „Wie so oft“, sagt VdK-Kreisgeschäftsführerin Sandra Kolb.

VdK nimmt Papierkrieg ab


„Wissen Sie schon, warum er abgelehnt wurde?“, fragt Meyer. „Nein, noch nicht.“ Erst müsse sie Antrag auf Akteneinsicht stellen, erklärt Kolb. Dazu muss das VdK-Mitglied dem Sozialverband eine Vollmacht geben, was Meyer natürlich macht. Er ist froh, dass der VdK für ihn den Papierkrieg mit der Rentenversicherung übernimmt. Denn der Umgang mit den Behörden macht ihm zu schaffen. Kolb bestätigt, dass sich auch andere Mitglieder darüber beklagen. „Sie haben das Gefühl, von den Behörden häufig nicht ernstgenommen zu werden.“

Meyer ist an diesem Tag das zweite VdK-Mitglied, das einen Termin bei der Kreisgeschäftsführerin in Günzburg hat. In den anderen Gesprächen, die sich über den ganzen Tag verteilen, geht es von der Erstberatung über Anträge auf einen Schwerbehindertenausweis bis hin zu schwierigen Auseinandersetzungen mit Renten-, Kranken- oder Pflegeversicherung. Insgesamt arbeiten in der Kreisgeschäftsstelle Günzburg fünf Kolleginnen und Kollegen, davon in der Sozialrechtsberatung neben Sandra Kolb noch Martin Jonietz.

Wie alle anderen Sozialrechtsberaterinnen und -berater im VdK bietet Kolb den Mitgliedern sozialrechtliche Hilfestellungen und ist Unterstützerin in der Not. So ist neben der kompetenten Rechtsberatung das Gespräch auch von einem respektvollen Umgang miteinander geprägt. Mitglieder wie Hans-Hubert Meyer sind froh, dass sie jemand auch mit ihren Sorgen und Nöten ernst nimmt und nicht nur die Akten abarbeitet.

Vinzenz Keller (Name geändert) kommt wegen seiner Frau zur Sprechstunde. Sie ist pflegebedürftig, und ihr Zustand hat sich verschlechtert. Ihr Mann will eine höhere Pflegestufe erreichen. Die bisherige Einstufung stimme nicht mehr, sagt Keller. „75 Minuten am Tag für die Pflege reichen vorne und hinten nicht“, beklagt er. „Ich brauche ja allein eine dreiviertel Stunde, bis meine Frau morgens mobil ist“, sagt er.

Kolb zeigt Verständnis für seine Nöte. Sie erklärt ihm die Bedingungen für die jeweiligen Pflegestufen und gibt ihm den Rat, ein Pflegetagebuch zu schreiben. Dieses gibt es bei Krankenkassen, und er könne darin genau notieren, welche Hilfestellungen notwendig sind und wie lange diese dauern. Kolb wird für Kellers Ehefrau einen Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe stellen und kündigt ihm an, dass „wir uns bald schon wiedersehen“.

Als neues Mitglied kann Kolb an diesem Tag Ajda Özdogan (Name geändert) begrüßen. Sie hatte erfolglos Erwerbsminderungsrente beantragt. Nun legt sie mithilfe des VdK Widerspruch ein. Dank eines persönlichen Tipps ist sie zum Sozialverband gekommen. Ihr wurde erzählt, dass sie dort kompetente und preiswerte Rechtsberatung bekommt.

Die beste Variante


Bereits seit 2008 ist Roland Wechsler (Name geändert) VdK-Mitglied. Nach einer Krebserkrankung bekam der 60-Jährige eine halbe Erwerbsminderungsrente. Krankheitsbedingt schaffte Wechsler es jedoch nicht mehr, Teilzeit zu arbeiten, und war lange Zeit krankgeschrieben. Die Krankenkasse macht ihm nun Druck, in volle Erwerbsminderungsrente zu gehen. Kolb spricht mit ihm durch, welche Variante für ihn aktuell und in Zukunft die beste ist. Da er nun wieder Teilzeit arbeitet, ist die halbe Erwerbsminderungsrente und sein Gehalt die beste Variante. Kolb bittet ihn, rechtzeitig vor dem Renteneintrittsalter noch einmal einen Beratungstermin zur Altersrente zu vereinbaren. Ihr Ziel: volle Rente. Diese kann Roland Wechsler wegen seiner Schwerbehinderung mit 63 Jahren beziehen. Bis dahin solle er möglichst seine Anstellung behalten, rät Kolb. Dem Druck der Krankenkasse dürfe er jedenfalls nicht nachgeben.

Wechsler sagt: „Es ist wichtig, dass sich jemand um uns kümmert, wie der VdK es tut.“ Und verlässt die Geschäftsstelle mit deutlich mehr Zuversicht als am Anfang des Gesprächs.



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Sebastian Heise

Schlagworte Behinderung | chronische Erkrankung | Krankenversicherung | Rentenversicherung | Erwerbsminderungsrente | Weitergewährungsantrag | Behörden | Schwerbehindertenausweis | Pflegeversicherung | Pflegestufen | Pflegetagebuch | Rechtsberatung | Sozialrechtsberatung

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