26. September 2015
VdK-Zeitung Archiv

Treue und hilfreiche Begleiter

Assistenzhunde können in vielen Bereichen eingesetzt werden

Sie helfen Menschen, sich im täglichen Leben zurechtzufinden, und können sogar Leben retten: Assistenzhunde ersetzen die Augen von sehbehinderten Menschen, erschnüffeln bei Diabetikern den lebensgefährlichen Unterzucker und können bei vielen weiteren Krankheiten oder psychischen Störungen eingesetzt werden.

Bei seiner „Arbeit“ trägt ein Assistenzhund immer eine sogenannte Kenndecke und sollte nicht gestört werden, auch nicht durch Streicheln. Er darf seinen Halter überallhin begleiten – auch bei Behördengängen, zum Metzger oder in die Arztpraxis. VdK-Mitglied Sylvia Beyer leidet an einer chronisch komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Seit drei Jahren ist der Foxterrier Wilson ihr treuer Gefährte.

„Schon seine Anwesenheit tut mir gut“, sagt sie. Nun bildet sie Wilson zum Assistenzhund aus. Er lernt, seine Halterin nach vorne oder hinten abzusichern und sie im Notfall zum Ausgang zu führen. Panikattacken unterbricht er, indem er an ihr hochspringt oder Spielzeug bringt. In seiner Kenndecke trägt er Notfallmedikamente bei sich. „Ich kann mir das Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen“, sagt Beyer. „Diese Leistung könnte kein Mensch ersetzen.“

Assistenzhunde werden nicht nur als Blindenführhunde eingesetzt. Gehörlose Menschen oder Rollstuhlfahrer beispielsweise profitieren von den vierbeinigen Helfern, weil sie ihnen kleine Handgriffe abnehmen oder im Straßenverkehr warnen. Auch bei Diabetes, Epilepsie, Alzheimer, Autismus und psychischen Störungen sind die Tiere hilfreich. „Sie erden die Menschen“, sagt Bert Bohla. Der Vorsitzende des Vereins „Lichtblicke“ zur Förderung des Assistenzhundewesens ist selber erblindet und hat einen Hund an seiner Seite.

Assistenzhunde sollten sich mit anderen Tieren gut verstehen und „gesellschaftsfähig“ sein. Die Hunderasse spiele kaum eine Rolle, erklärt Bohla. „Wenn das Hund-Halter-Verhältnis gut ist, dann erbringt der Hund die Assistenzleistung häufig fast von alleine.“ Wichtig sei jedoch eine gewaltfreie Erziehung. Hundeschulen gibt es viele. Allerdings ist die Ausbildung zum Assistenzhund nicht geregelt, und auch die Prüfungen verlaufen nicht einheitlich.

Bohla rät, darauf zu achten, dass das Tier seine Aufgaben gerne erledigt – ohne Druck und Schläge, denn das bedeute für den Hund Stress. Auch solle nicht zu früh mit einer Ausbildung begonnen werden. „Der Hund muss trotz Training seine Jugend erleben dürfen“, betont er. Voll eingesetzt werden solle der Assistenzhund erst ab seinem dritten Lebensjahr. Je nach Fähigkeiten kostet ein Assistenzhund zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Bildet man den Hund selber aus, entstehen – je nach Anzahl und Art der Kurse – Kosten von 4000 bis 18.000 Euro.

Die Krankenkassen bezahlen bisher nur Blindenführhunde. Alle anderen Assistenzhunde müssen aus eigener Tasche finanziert werden. Deshalb gibt es Vereine, die Spenden sammeln für Menschen, die sich einen vierbeinigen Helfer nicht leisten können. Auch „Vita Assistenzhunde“ ist ein solcher Verein. Prominente Unterstützung erhält er unter anderem von Sänger Rolf Zuckowski: „Ich habe bei einem Kind im Erich-Kästner-Kinderdorf unmittelbar erfahren, wie segensreich ein Hund das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit eines Kindes mit Entwicklungsproblemen fördern kann“, begründet er sein Engagement.

Annette Liebmann

Schlagworte Assistenzhunde | Hunde | Blindenführhunde

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.