13. Juli 2015
VdK-Zeitung Archiv

München und der Nationalsozialismus

Großer Besucherandrang nach Eröffnung des Dokumentationszentrums

Am 30. April eröffnete das neue NS-Dokumentationszentrum in München. Die Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ geht den Spuren der NS-Diktatur in der Landeshauptstadt nach. Im ersten Monat haben bereits mehr als 60.000 Menschen das Museum besucht.

München hat sich lange schwer getan mit dem historischen Erbe als „Hauptstadt der Bewegung“, wie Adolf Hitler die Stadt 1935 benannte, in der sein verhängnisvoller Aufstieg begann. Viele Jahrzehnte wollte sich die bayerische Metropole lieber als „Weltstadt mit Herz“ sehen, statt sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Lange hat deswegen ein Ort in der Stadt gefehlt, an dem die zentrale Rolle Münchens für die Ausbreitung des nationalsozialistischen Terrors, die systematische Judenvernichtung sowie die Organisation des Zweiten Weltkriegs sichtbar wird.

Erst 2001 beschloss der Stadtrat die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums als „Erinnerungs- und Lernort“. 14 weitere Jahre später konnte das NS-Dokumantationszentrum nach vielen Kontroversen eröffnet werden. Der siebenstöckige moderne Neubau befindet sich in der Brienner Straße und wurde bewusst als Kontrast in das Viertel gesetzt. Auf dem Grundstück stand einst die NSDAP-Zentrale, das „Braune Haus“ genannt. Die Nazi-Architektur ist bis heute sichtbar. Unmittelbar benachbart steht der ehemalige „Führerbau“, der heute die Hochschule für Musik und Theater beherbergt.

Auf dem Königsplatz, der von den oberen Stockwerken des Museums aus gut zu sehen ist, fanden zwischen 1933 und 1945 gigantische Aufmärsche und Versammlungen statt. München hatte für Adolf Hitler eine ganz besondere Bedeutung: Hierher kehrte er aus dem Ersten Weltkrieg zurück, gründete 1919/20 die NSDAP, sein erster Putschversuch scheiterte hier im November 1923. Drahtzieher des Unrechtsregimes wie Hermann Göring, Heinrich Himmler, Rudolf Heß und Ernst Röhm lernte Hitler hier kennen. In den Münchner Wirtshäusern erprobte sich der Diktator schon früh als politischer Redner.

Die Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ zeigt die bayerische Metropole als den Entstehungsort der NSDAP und als deren Zentrum. Die Schau beginnt im vierten Stock mit dem Aufstieg der Nazis und führt über die Kapitel „Ende des Rechtsstaats“, „Wegschauen, Zuschauen, Mitmachen“ und „München und der Zweite Weltkrieg“ in die Gegenwart, zur „Auseinandersetzung mit der NS-Zeit nach 1945“ im ersten Stock. Sehenswert ist auch die Sonderausstellung „Das Unsagbare zeigen. Künstler als Warner und Zeugen“. Sie zeigt Werke von Otto Dix, George Grosz und anderen verfolgten und als „entartet“ bezeichneten Künstlern und ist bis 30. August 2015 zu besichtigen.

Info

Das NS-Dokumentationszentrum München ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Bis 31. Juli ist der Eintritt frei. Das Museum ist barrierefrei zugänglich. Weitere Informationen gibt es auf der Webseitewww.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de, Kontakt unter nsdoku@muenchen.de oder Telefon (089) 233 670 14

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Annette Liebmann

Schlagworte Nationalsozialismus | NS-Dokumentationszentrum

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