1. Juni 2015
VdK-Zeitung Archiv

Gute Vorbereitung ist wichtig

Chronisch Kranke sollten eine Reise sorgfältig planen

Auch mit einer chronischen Erkrankung kann man ferne Länder entdecken. Eine frühzeitige und sorgfältige Reiseplanung ist sehr zu empfehlen.

© AOK-Mediendienst

Der Hausarzt ist seinen Patienten bei der Reiseplanung gerne behilflich. Idealerweise wird er etwa acht bis zehn Wochen vor dem Urlaub aufgesucht, um wichtige Fragen zu klären. Dazu gehören Impfungen, eventuelle Untersuchungen und die Dosierung von Medikamenten, denn beispielsweise bei blutdrucksenkenden Mitteln kommen Patienten in einem warmen Land mit einer geringeren Menge aus. Bei Fernreisen sollte abgeklärt werden, wie die Medikamente an die Zeitverschiebung angepasst werden können. Gerade die Einnahme von Arzneien wie Kortison, die dem Biorhythmus unterliegen, muss oft schon vor Antritt der Reise schrittweise umgestellt werden.

Bescheinigung vom Hausarzt


Unbedingt überprüft werden muss, ob die notwendigen Medikamente in das fremde Land mitgenommen werden dürfen. Da dies weltweit unterschiedlich geregelt ist, ist es ratsam, sich bei der Auslandsvertretung des Reiselandes zu informieren. Insbesondere starke Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka können Probleme bereiten. Einige Länder wie Singapur, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind besonders streng. Hier empfiehlt das Auswärtige Amt, sich eine aktuelle Bescheinigung vom Hausarzt zu holen, aus der hervorgeht, dass die Medikamente unverzichtbar sind. Geht die Reise ins fremdsprachige Ausland, sollte sie in englischer Sprache verfasst und bei der Sicherheitskontrolle jederzeit griffbereit sein.

Die Menge der Medikamente darf nicht zu knapp bemessen sein und sollte auf mehrere Gepäckstücke verteilt werden. Dabei empfiehlt es sich, bei Bahn- und Flugreisen auf Ausfälle oder Verspätungen gefasst zu sein. Deshalb ist es gut, immer einen kleinen Vorrat im Handgepäck zu verstauen. Beim Packen ist es hilfreich, sich zu überlegen, welche Arzneimittel unbedingt notwendig sind und deshalb ebenfalls ins Handgepäck müssen. Sämtliche Medikamente sollten möglichst in der Originalverpackung mit Beipackzettel mitgenommen werden.

Auf den Flughäfen innerhalb der Europäischen Union dürfen Flüssigkeitsbehälter bis 100 Milliliter nur noch in einem transparenten, wiederverschließbaren Plastikbeutel mitgeführt werden. Medikamente, die während der Reise eingenommen werden müssen, gehören nicht dazu. Dennoch sollten sie bei der Sicherheitskontrolle separat vorgezeigt werden.

Arzneimittel, die kühl aufbewahrt werden, werden auch auf der Reise möglichst in einer Isolationsbox oder Kühltasche transportiert. Insulin verträgt keine Temperaturen unter 2 Grad und sollte deshalb während eines Flugs mit ins Handgepäck, da es im Frachtraum zu kalt werden könnte. Auch vor Sonne und Hitze über 40 Grad muss es geschützt werden.

Aus hygienischen Gründen ist es in vielen heißen Ländern empfehlenswert, Tabletten und Tropfen nicht mit Leitungswasser, sondern mit Mineralwasser einzunehmen. Vor allem in den Tropen enthält das Wasser oft Keime, die zu Erkrankungen führen können.

Wer mit einer chronischen Erkrankung verreist, sollte sich für Notfälle wappnen. Dazu gehört eine Reisekrankenversicherung, ein Medikamentenpass oder eine Liste der Arzneimittel mit deren Wirkstoffen. Um den Hausarzt im Zweifelsfall anrufen zu können, ist es wichtig, sich die Telefonnummer zu notieren. Muss doch einmal ein Arzt aufgesucht werden, hilft ein kleiner Sprachführer, um sich im Urlaubsland verständlich machen zu können.

Annette Liebmann

Schlagworte Chronische Erkrankungen | Medikamente

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