28. Mai 2015
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Als der Feldherr den Freistaat umkrempelte

Bayerische Landesausstellung in Ingolstadt über "Napoleon und Bayern" – Bündnis währte zehn Jahre lang

Der geschichtskundige Bayer weiß, dass Napoleon Bonaparte bei der Entwicklung der weiß-blauen Heimat seine Finger im Spiel hatte. Denn der berühmte Feldherr hat Bayern in die Moderne geführt. Doch die politischen Schach- und Feldzüge bedeuteten auch viel Leid für die Bevölkerung. Die Bayerische Landesausstellung in Ingolstadt widmet sich der napoleonischen Ära im Freistaat.

Hüte wie dieser aus schwarzem Biberfilz waren Napoleons Markenzeichen. | © Musée de l‘Armée/Christophe Chavan


Ein trutziger Baukomplex ist der Schauplatz der Landesausstellung: Das Neue Schloss Ingolstadt am nördlichen Donau­ufer und das umliegende Festungswerk strahlen Sicherheit aus. In der Anlage ist seit 1972 das Bayerische Armeemuseum untergebracht. Passend zum militärgeschichtlichen Ambiente werden die Besucher nun auf eine Reise in eine Zeit mitgenommen, als Bayern mit Napoleon Bonaparte (1769 - 1821) verbündet war. Um sich gegen Österreich zu wenden, schloss sich Kurfürst Max IV. Joseph im Jahr 1805 Frankreich an.
Die napoleonische Ära in Bayern währte eine Dekade – bis zu Napoleons Sturz in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815. Dennoch hinterließ die politische Beziehung ihre Spuren.

Da sind etwa die fortschrittlichen Entwicklungen, von denen der Freistaat bis heute profitiert: Die Grenzen des bayerischen Königreichs, das unter Napoleon entstand, sind weitgehend bis heute gültig. Der Eroberer bescherte dem Freistaat mit der Konstitution von 1808 aber auch die erste liberale Verfassung – die Geburtsstunde des modernen Bayerns geht also auf Napoleons Kappe. Die Kehrseite der Medaille ist umso erschreckender: In den napoleonischen Kriegen musste Bayern große menschliche Verluste hinnehmen. Beim Russlandfeldzug 1812 ließen tausende Männer ihr Leben. Von den 30 000 bayerischen Soldaten kehrten die wenigsten wieder heim. Doch nicht nur das Militär, auch die einfache Dorfbevölkerung war betroffen: Verbündete und feindliche Armeen zogen durchs Land und verbreiteten durch Plünderungen und Verwüstungen viel Angst und Schrecken. Zahlreiche Menschen mussten hungern.

Auch Ingolstadt stand unter Napoleons Einfluss. Der Feldherr veranlasste damals, die Festungsanlage schleifen zu lassen. König Ludwig I. ließ sie später wieder aufbauen. Es ist kein Zufall, dass die heutigen Räumlichkeiten von den Machern der Bayerischen Landesausstellung als Veranstaltungsort ausgesucht wurden.

Rückschläge für Ingolstadt


Schwer zurückgeworfen wurde die Donaumetropole aber vor allem dadurch, dass sie im Jahr 1800 die traditionsreiche Landesuniversität (gegründet 1472), die als erste Hochschule Bayerns gilt, an Landshut abtreten musste. Rund 25 Jahre später wurde die Einrichtung schließlich nach München verlegt: Die Ludwig-Maximilians-Universität zählt heute zu den besten Universitäten der Welt.
Natürlich kommt das Publikum mit dem Mythos Napoleon in Berührung. Der "kleine Korse" inszenierte sich gern als Herrscher und unbesiegbarer Feldherr. Heroische Gemälde zeigen, wie sich der Kaiser Frankreichs im Porträt präsentiert sehen wollte, etwa bei der Überquerung der Alpen am St. Bernhard: beim Feldzug hoch zu Ross siegesgewiss über Stock und Stein reitend, mit wehendem Umhang und markantem Hut, den Gegner (oder den Betrachter) mit intensivem Blick einschüchternd. Den echten Hut aus schwarzem Biberpelz, den Napoleon in Russland trug, haben die Organisatoren der Landesausstellung extra aus Paris geholt – zu bewundern noch bis zum 31. Oktober in Ingolstadt.

Info

Besucher können die Bayerische Landesausstellung 2015 "Napoleon und Bayern" bis 31. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr im Neuen Schloss Ingolstadt (Bayerisches Armeemuseum), Paradeplatz 4, erleben. Die Schau ist barrierefrei zugänglich. Induktionsschleifen für Hörgeschädigte stehen zur Verfügung. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Mehr Infos im Internet unter www.hdbg.de/napoleon und www.landesausstellung-ingolstadt.de

Elisabeth Antritter

Schlagworte Bayerische Landesausstellung 2015 | Napoleon und Bayern | Ingolstadt | Bayerisches Armeemuseum

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