20. Mai 2015
VdK-Zeitung Archiv

Spitzentreffen im Zeichen der Inklusion

Selbstbestimmung und Teilhabe für alle: Podiumsdiskussion mit Ulrike Mascher und Verena Bentele

Die Sonntagsveranstaltung des Landesverbandstags als krönenden Abschluss zu bezeichnen, ist noch untertrieben. Denn der VdK Bayern hat mit einer gelungenen Mischung aus Unterhaltungsshow und Expertenrunde ein Programm ganz im Zeichen der Inklusion auf die Beine gestellt.

Diskutierten über Inklusion (von links): Gerd Schönfelder, Oswald Utz, Ulrike Mascher, Moderator Dominik Schott, Verena Bentele, Irmgard Badura und Joachim Schoss. | © Toni Sahm

Künstler mit und ohne Behinderung begeisterten mit Musik und einzigartiger Zirkus-Artistik. Die Podiumsdiskussion mit Ulrike Mascher und Vertretern aus Sport, Wirtschaft und Politik gab wichtige Impulse für den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Völlig zu Recht bezeichnete VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher die hochkarätig besetzte Runde als „inklusives Spitzentreffen“. Neben dem Ex-Spitzensportler und VdK-Mitglied Gerd Schönfelder stellte sich auch der Gründer der Scout24-Gruppe und der Stiftung „MyHandicap“, Joachim Schoss, den Fragen von Moderator Dominik Schott.

Mit dabei waren auch die Fürsprecher von Menschen mit Behinderung im Bund, im Land und in der Stadt: Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele, Irmgard Badura, Bayerns Behindertenbeauftragte, und Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München. Bentele, die ab sofort für den Landesvorstand des VdK Bayern als Schriftführerin aktiv ist, fühlt sich auch in ihrem neuen VdK-Ehrenamt dazu verpflichtet, die Inklusion voranzutreiben: „Vielleicht bin ich nun auch die ‚Schubsbeauftragte‘ des VdK. Denn um Barrieren einzureißen, abzubauen und auch mal zu überspringen, braucht es manchmal einen ordentlichen Schubser“, betonte die ehemalige Behindertensportlerin.

Sport überwindet Hürden

In ihrer Karriere als Biathletin und Langläuferin hat nicht nur Verena Bentele, die von Geburt an blind ist, immer wieder gezeigt, dass Sport viele Hürden überwindet. Auch der ehemalige Ski-Rennfahrer und Rekord-Paralympics-Sieger Gerd Schönfelder hat diese Erfahrung gemacht. „Der Sport hat mir dabei geholfen, dass ich nach meinem tragischen Unfall, der mich am Anfang völlig aus der Bahn geworfen hat, wieder Kraft und Motivation schöpfen konnte“, erzählte der Oberpfälzer.

Oswald Utz beklagte, dass Menschen mit Behinderung immer noch zu viele Steine in den Weg gelegt bekommen. „Wir Gäste auf dem Podium sind privilegiert. Darüber dürfen wir nicht vergessen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass alle Menschen die gleichen Zugangschancen zu Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit haben. Es muss deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, damit die fehlenden inklusiven Strukturen geschaffen werden“, forderte das VdK-Mitglied.

Irmgard Badura kennt die langsam mahlenden Mühlen der Politik nur zu gut. In der Zusammenarbeit mit der bayerischen Staatsregierung sei manchmal die „Salami-Technik“ nötig, indem die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung gesammelt, gebündelt und häppchenweise den Politikern „schmackhaft“ gemacht werden müssten. VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher kritisierte, dass die Kosten für Assistenzleistungen auf das Einkommen eines schwerbehinderten Arbeitnehmers angerechnet werden. „Oft liegen dann Betroffene trotz guten Einkommens nur noch knapp über der Grenze zur Sozialhilfe“, so Mascher. Wie auch die versammelten politischen Vertreter von Menschen mit Behinderung auf Bundes-, Landes-, und Kommunalebene befürwortet sie ein Bundesteilhabegesetz, das solchen Ungerechtigkeiten einen Riegel vorschiebt.

Kontakt mit Firmenchefs

Joachim Schoss setzt sich seit einem persönlichen Schicksalsschlag für Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz ein. „Früher wusste ich nicht, wie viele schwerbehinderte Menschen in meinem Unternehmen beschäftigt sind. Das hat sich durch meinen Motorradunfall grundlegend verändert. Ich sehe es nun auch als meine Aufgabe, mit anderen Firmenchefs in Kontakt zu treten, Berührungsängste abzubauen und sie dafür zu öffnen, dass Mitarbeiter mit Behinderung für ein Unternehmen ein Gewinn sind.“

Der Scout24-Gründer erhofft sich dadurch eine deutlich höhere Beschäftigungsquote in deutschen Unternehmen. Zudem hat er mit der Stiftung „MyHandicap“ eine Internet- Plattform für Betroffene geschaffen, die Mut macht und viele hilfreiche Informationen für Schwerbehinderte bietet (www.myhandicap.de).

Akrobatischer Nervenkitzel

Für den unterhaltsamen Teil der Veranstaltung haben die Organisatoren ein Künstleraufgebot der Extraklasse engagiert. Das ABM-Orchester der Stiftung Attl rockte den Ballsaal und spielte einen Hit nach dem anderen. Für puren Nervenkitzel sorgte VdK-Mitglied Dergin Tokmak aus Augsburg. Der international erfolgreiche Profitänzer meisterte spektakuläre Akrobatik-Kunststücke auf zwei Krücken, während die Zuschauer abwechselnd atemlos staunten und dann wieder jubelten.

Elisabeth Antritter

Schlagworte Landesverbandstag | Podiumsdiskussion | Inklusion

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