1. April 2015
VdK-Zeitung Archiv

Eierfärben mit Zwiebelschalen und Damenstrumpfhosen

Beim VdK-Ortsverband Konstanz wird auf künstliche Farben verzichtet – Bunte Ostereier gibt es seit hunderten von Jahren

Selbst gefärbte, hart gekochte Hühnereier gehören zu Ostern wie der Hase und das Lamm. Die Tradition des Eierfärbens ist uralt. Doch während ursprünglich nur mit natürlichen Mitteln die Muster und Farben entstanden, greifen heute viele auf künstliche Färbemittel zurück. Mitglieder des VdK-Ortsverbands Konstanz setzen dagegen auf Zwiebeln, Gräser, Reis und alte Damenstrumpfhosen.

Bilanz des gemeinsamen Ostereierfärbens beim VdK-Ortsverband Konstanz. | © Kirchgässner

Für Monika Kirchgässner aus dem südbadischen Konstanz beginnen die Vorbereitungen auf Ostern bereits im November. Dann fängt das VdK-Mitglied an, Zwiebelschalen zu sammeln. Monika Kirchgässner veranstaltet seit einigen Jahren in der Fastenzeit, wenige Tage vor Ostern, in der Konstanzer Geschäftsstelle des Sozialverbands VdK einen Nachmittag mit Eierfärben. Dazu kauft sie aber nicht einfach nur Hühnereier und fertige Farben. Kirchgässner setzt auf Naturprodukte, und diese Methode bedarf einer etwas aufwendigeren Vorbereitung.

800 Jahre alte Tradition

Die 62-jährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des VdK-Ortsverbands Konstanz und die 15 bis 20 Teilnehmer kommen mit ihrer Methode des Eierfärbens der ursprünglichen Tradition am nächsten. Schon im 13. Jahrhundert färbten Menschen in Deutschland vor Ostern Hühnereier. Damals gehörten Eier wie Fleisch zu den tierischen Produkten, die in der Fastenzeit nicht gegessen werden durften. Als sich dann die Frage stellte, wie man die Eier haltbar machen konnte, kam man darauf, sie hart zu kochen. Und um sie nach der Fastenzeit von den frischen Eiern unterscheiden zu können, färbte man sie. Die Strenge der Fastenzeit ließ nach, das Eierfärben aber blieb.

Zwei Plastiktüten voll mit roten Zwiebelschalen hat Monika Kirchgässner bis Ende März gesammelt. Zwei Tage vor dem Treffen in der VdK-Geschäftsstelle füllt sie diese in drei große Töpfe und kocht sie in Wasser, bis ein rötlich-brauner Sud entsteht. Die Zwiebelschalen und den Sud lässt sie bis zu dem Treffen im Topf. Über das Jahr sammelt sie außerdem etwa 15 kaputte Damenstrümpfe, und ihr Mann Peter pflückt unmittelbar vor dem Treffen im Garten und auf Wiesen verschiedene Blätter, Gräser und Kräuter. Schließlich besorgt das Ehepaar etwa 200 bis 250 rohe Eier.

Am Nachmittag des gemeinsamen Färbens legen die beiden die Eier, Gräser, Blätter, Kräuter und Reiskörner auf einen großen Tisch, um den sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammeln. Mit einer Schere werden die unteren Hälften der Damenstrumpfhosen (von Knöchel bis Knie) in etwa acht Zentimeter lange Stücke geschnitten. Die weißen Eier werden mit Wasser befeuchtet. Dann dekorieren alle nach Lust und Laune die Eier mit den Blättern, Kräutern oder Reis und fixieren das Ganze mit einem Stück Nylon-Strumpfhose, das sie um die Eier legen und festknoten. Die fixierten Eier legen sie für 20 Minuten in den kochenden Sud. „Sie gehen auch nicht kaputt“, versichert Kirchgässner. Die Zwiebelschalen im Sud „federn die Eier ab“. Hinterher werden die Strumpfstücke, Blätter und Kräuter entfernt und alle Ostereier in einen großen Korb gelegt. Nachdem alle das gemeinsame Produkt bewundert haben, darf jeder einen gleich großen Anteil mitnehmen.

Wer diese Methode ausprobieren möchte, braucht keine so lange Vorbereitung wie Monika Kirchgässner. Es reichen eine Handvoll roter Zwiebelschalen. Diese bringt man in einem Topf mit Wasser zum Kochen. Anschließend kann man den Sud gleich weiterköcheln lassen und die verzierten Eier darin hartkochen. Für Monika Kirchgässner ist dies die beste aller natürlichen Methoden. Mit Roter Beete und Spinat könne man auch Eier färben, sagt sie. „Aber das hat alles nicht die tolle Wirkung wie mit Zwiebelschalen.“

Sebastian Heise

Schlagworte Ostern | Ostereier | Eier | Eierfärben

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.