12. Februar 2015
VdK-Zeitung Archiv

Auch im Alter erholsam schlafen

Schon einfache Maßnahmen können helfen, nachts mehr Ruhe zu finden

Ältere Menschen klagen häufig über Schlafstörungen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Krankheiten und Schmerzen, aber auch nächtlicher Harndrang oder ganz einfach Ängste und Sorgen können sich auf die Qualität des Schlafs auswirken. Oft helfen einfache Mittel, damit die Betroffenen zur Ruhe kommen oder besser durchschlafen können.

Symbolfoto: Eine ältere Frau sitzt mit Lesebrille und Buch in der Hand auf der Couch

Im Alter ändert sich der Schlaf: Viele Menschen über 65 Jahre wachen in der Nacht mehrmals auf. Die Tiefschlafphasen werden kürzer, der Schlaf leichter, und das Einschlafen dauert länger. Unverändert ist hingegen die Menge des Schlafs: „Sie ist genetisch vorgegeben und bleibt fast ein Leben lang gleich“, erklärt Dr. Helmut Frohnhofen, Sprecher der Arbeitsgruppe Geriatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, „allerdings verteilt sie sich auf den ganzen Tag“. Das heißt: Wer mittags ein einstündiges Nickerchen macht, braucht nachts eine Stunde weniger Schlaf.

Frohnhofen leitet das Zentrum für Altersmedizin an den Kliniken Essen-Mitte und ist der Überzeugung, dass Schlafstörungen keine unausweichliche Konsequenz des Alterns sind. Zu ihm kommen viele Patienten, die sich morgens gerädert fühlen, weil sie nachts nur leicht geschlummert haben. In den wenigsten Fällen handelt es sich um eine reine Schlafstörung, weiß der Mediziner. Oft seien Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen auch Begleiterscheinungen von anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes, Parkinson oder Demenz, während frühes Aufwachen ein Anzeichen für eine Depressionserkrankung sein kann. Schmerzen oder eine unbehandelte Schlafapnoe, bei der die Atemaussetzer zu Stressreaktionen des Körpers führen, können den Schlaf ebenfalls beeinträchtigen.

„Als Erstes müssen die Faktoren aufgedeckt werden, die für die Schlaflosigkeit infrage kommen“, erläutert Frohnhofen. Die Krankheit müsse dann zeitgleich zur Schlaflosigkeit mittherapiert werden. Eine häufige Ursache für nächtliches Aufwachen ist Harndrang. Nicht immer muss eine Krankheit dahinterstecken. Auch langes Sitzen oder mangelnde Mobilität können dazu führen, dass sich Wasser im Körpergewebe einlagert, das erst nachts wieder ausgeschieden wird. Bei manchen Menschen lässt im Alter zudem die Produktion des Antidiuretischen Hormons nach, das den Wasserhaushalt steuert und dafür sorgt, dass während des Schlafs weniger Urin produziert wird. Auch das Restless-Legs-Syndrom kann den Schlaf stören. Durch die unkontrollierbaren Zuckungen der Beine oder Arme wachen die Patienten kurz auf. Der Schlaf wird leichter und damit weniger erholsam. Fast jeder Dritte der über 65-Jährigen ist davon betroffen.

Schlafhygiene hilft

Doch es gibt auch ein paar einfache Verhaltensmaßnahmen, die bei jeder Form der Schlafstörung helfen, nachts mehr Ruhe und Erholung zu finden. Dr. Frohnhofen erläutert die Regeln für die sogenannte „Schlafhygiene“:

  • Anregende Substanzen wie Alkohol, Koffein und Nikotin sollten in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen gemieden werden. „Insbesondere ältere Menschen können noch nach zehn Stunden unter dem schlafhemmenden Effekt einer Tasse Kaffee leiden“, so der Mediziner. Auch ein üppiges Abendessen kann sich negativ auf den Schlaf auswirken.
  • Wer unter nächtlichem Harndrang leidet, sollte abends weniger trinken.
  • Die Betroffenen sollten eine angenehme und schlaffördernde Umgebung schaffen. Das Zimmer sollte gut temperiert, ruhig und nicht zu hell sein. Schon leise Geräusche reißen ältere Menschen oft aus dem Schlaf. Ist das Umfeld zu laut, können auch Ohrenstöpsel Abhilfe schaffen.
  • Konstante Bett- und Aufstehzeiten stabilisieren den Tag- und Nachtrhythmus.
  • Die Verweildauer im Bett sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Oft verbringen ältere Menschen zehn Stunden im Bett, schlafen davon aber nur fünf Stunden.
  • Wer tagsüber viel schläft, braucht weniger Nachtruhe. Sollten diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, verfügt die Schlafmedizin über eine ganze Reihe weiterer Behandlungsmethoden. Dazu zählen Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Meditation oder Progressive Muskelrelaxation. Sie alle helfen, Stress und innere Unruhe abzubauen. Bewährt haben sich Therapien, bei denen der Betroffene lernt, den Schlaf nicht erzwingen oder durch einen Mittagsschlaf ausgleichen zu wollen. Es kann auch helfen, das Bett nur bei Müdigkeit aufzusuchen. Ebenso wirksam ist der zeitweise Schlafentzug mit Einhaltung einer festen Aufstehzeit. Zwar ist der Patient ein paar Tage lang müder als sonst, aber schon nach einer Woche kann sich die Qualität des Schlafs erheblich steigern.

Vorsicht bei Schlafmitteln

Schlafmittel lehnt Frohnhofen ab: „Sie sollten nie die Regel sein.“ Es gebe andere gute Behandlungsmöglichkeiten. Sollte jemand doch einmal zu solchen Pillen greifen, dann sollten sie nur zeitlich befristet verwendet werden. Gerade ältere Menschen sprächen sehr empfindlich auf Schlafmittel an. Zudem steige im Alter die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Nebenwirkungen auftreten oder dass es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommt. Bei pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln gebe es dieses Risiko nicht. Allerdings ist Frohnhofen auch hier skeptisch: „Da gibt es eine nur sehr dürftige Datenlage. Diese Mittel wirken kaum, man kann es aber versuchen.“

Annette Liebmann

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