29. Januar 2015
VdK-Zeitung Archiv

Spielzeug-Klassiker stemmen sich gegen den Trend

„Mensch ärgere Dich nicht“ und „Monopoly“ sind ebenso angesagt wie Tablet-Computer und digitale Lernspiele für Kinder

Handys und Tablet-Computer erobern zunehmend die Kinderzimmer. Doch nach wie vor werden auch Puppen, Modelleisenbahnen und Gesellschaftsspiele verkauft. Auf der Spielwarenmesse vom 28. Januar bis 2. Februar in Nürnberg finden die Besucher digitales Spielzeug sowie Klassiker.

Manche Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ werden seit Jahrzehnten gespielt. | © Schmidt Spiele

„Monopoly“ feiert in diesen Tagen seinen 80. Geburtstag. „Mensch ärgere Dich nicht“ ist sogar schon mehr als 100 Jahre alt. Für ihre Hersteller sind die beiden Gesellschaftsspiele nach wie vor Verkaufsschlager. „Die Spielwaren werden zwar immer digitaler“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, Ulrich Brobeil, „aber es gibt einen Gegentrend hin zu traditionellen Spielwaren.“

Dies zeigt sich nicht nur bei den Brettspielen, sondern auch bei den anderen Lieblingen der Kinder. So legte beispielsweise der Verkauf von Puppen im vergangenen Jahr um ein Viertel zu. Die Modelleisenbahn erlebt ebenfalls eine Renaissance. Vor einigen Jahren stand Europas Marktführer Märklin aus dem schwäbischen Göppingen vor der Pleite. Viele Arbeitsplätze wurden gestrichen. Doch die Firma konnte gerettet werden. Heute verkauft Märklin zwar nach wie vor die klassischen Schienen, Lokomotiven und Waggons im Maßstab 1:32 (Spur 1), 1:87 (Spur H0) oder 1:220 (Spur Z). Doch zusätzlich bietet der Hersteller Züge und Schienen aus Kunststoff für die Drei- bis Sechsjährigen an. Das Konzept scheint aufzugehen.

Während Märklin auf die Kleinkinder zielt, versucht Lego, bei den Mädchen zu punkten. „Lange Zeit war Lego der Klassiker für die Jungs“, sagt Brobeil. Aber mit einer Linie mit Pferden, Häuschen und kleinen Hunden in rosa und violett habe der Hersteller aus Dänemark zunehmend den weiblichen Nachwuchs für sich gewinnen können. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Firmen Rollenklischees bedienen. Kritiker sprechen von „Pinkifizierung“. Im Schulalter relativiere sich die Einstellung der Kinder wieder, entgegnet Brobeil. Dann sei auch bei den Mädchen zunehmend technisches und digitales Spielzeug gefragt. Es gibt beispielsweise einen speziellen Tablet-Computer für Kinder mit Lernspielen als Applikationen (Apps) und einen kindersicheren Internet-Zugang.

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse werden die neuesten Trends präsentiert. Dazu gehören Spielwaren, die wissenschaftliche Phänomene erlebbar und verständlich machen. Diese stehen bei Kindern hoch im Kurs, werden aber auch von Eltern geschätzt, weil sie das fürs spätere Leben so wichtige logische und analytische Denken fördern. Spiele, die auf Kreativität setzen, sind ebenfalls im Kommen. Kinder können sich im Zeichnen, Singen, Kochen und Programmieren versuchen.

Die klassischen Hersteller, wie zum Beispiel Ravensburger, verkaufen zwar nach wie vor Puzzles. Doch sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen. So hat das schwäbische Unternehmen ein Lernspiel auf den Markt gebracht, das das klassische Bilderbuch mit digitaler Technik verbindet. Die Kinder können mit einem elektronischen Stift („Tip Toy“) auf bestimmte Dinge tippen, und dann hören sie Geräusche, eine Geschichte oder Musik. „Die Elektronik revolutioniert das Spielzeug“, sagt Brobeil. Dies sei aber kein neues Phänomen. Die Spielwaren bildeten immer schon „das Große im Kleinen ab“.

„Spiele des Jahres“


Egal, ob Klassiker oder digital – heutzutage wird generationenübergreifend gespielt. So duelliert sich beim Fußball oder Tennis an der Konsole auch der eine oder andere Großvater mit seinem Enkelkind. Und bei den Brettspielen versammelt sich noch immer die ganze Familie um den Tisch. Oft kommen dabei die mit dem Siegel „Spiel des Jahres“ ausgezeichneten Produkte zum Einsatz. Einige davon haben sich schon längst zu Klassikern gemausert wie „Die Siedler von Catan“, „Carcassonne“ oder „Adel verpflichtet“.


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29.01.2015 | Interview: Sebastian Heise

Sebastian Heise

Schlagworte Spiele | Spielwarenmesse | Nürnberger Spielwarenmesse | Spielzeug

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