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Auch der Altersmediziner empfiehlt Kraxeln auf Rezept

Dr. Hans-Thomas Hildebrand hat bisher nur gute Erfahrungen mit der neuen Therapie gemacht

Dr. Hans-Thomas Hildebrand
Dr. Hans-Thomas Hildebrand.

Dr. Hans-Thomas Hildebrand ist unter anderem Facharzt für Klinische Geriatrie, Physikalische Therapie und Chefarzt für Altersmedizin an der Klinik Hildesheimer Land sowie beratender Altersmediziner der Praxis Ergotherapie in Hannover. Dort klettert jede Altersgruppe.

Senioren und klettern – wie passt das zusammen?
Hildebrand: Die Zahl aktiver Senioren nimmt zu, und das ist gut! Auch im hohen Lebensalter ist das Meistern neuer Herausforderungen eine großartige Erfahrung. Therapeutisches Klettern hat keine Altersgrenze.

Viele alte Menschen oder auch Menschen mit Behinderung haben Angst, der Herausforderung an der Kletterwand nicht gewachsen zu sein. Warum können sie sich trotzdem trauen?
Hildebrand: So lange die therapeutische Anleitung und Begleitung sichergestellt ist, kann nichts passieren, der Mut wird belohnt werden.

Vor allem Osteoporose-Patienten fürchten Stürze. Besteht beim therapeutischen Klettern die Gefahr von Knochenbrüchen?
Hildebrand: Muskelaktivität stärkt auch das Skelett, insofern ist jede Art von Seniorensport auch eine Osteoporose-Prophylaxe. Für Patientinnen und Patienten mit Osteoporose eignet sich das therapeutische Klettern erfahrungsgemäß sogar besonders gut. Dabei werden nämlich einerseits die Muskeln des gesamten Körpers gekräftigt, und kräftigere Muskeln stützen die Knochen. Andererseits werden durch das Klettern die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit trainiert, und wer beweglich ist und eine gute Koordinationsfähigkeit hat, stürzt nicht so leicht.

Auch Schwindel ist bei Senioren häufig ein Problem. Können sie trotzdem einen Versuch wagen?
Hildebrand: Schwindel im Alter ist häufig ein Lagerungs- oder Richtungswechsel-Schwindel, oft in Verbindung mit Blutdruckschwankungen. Muskelaktivität und Bewegung wirken dem entgegen, angepasste Sportarten wie das therapeutische Klettern sind also geradezu geeignet, das Schwindelsymptom zu mildern.

Welche Fertigkeiten werden beim therapeutischen Klettern besonders geschult?
Hildebrand: Beim Klettern werden alle Muskelgruppen beansprucht. Es strafft den ganzen Körper, stärkt den Rücken, die Arme, die Finger und wirkt sich positiv auf Sensomotorik, Gleichgewichtssinn und Gelenkbeweglichkeit aus. Auch die Kondition wird verbessert, da der Kreislauf ständig belastet wird. Nicht zuletzt steigert therapeutisches Klettern Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Für wen ist therapeutisches Klettern besonders geeignet? Und für wen nicht?
Hildebrand: Generell kann fast jeder klettern. Wie bei anderen Sportarten auch sollte man sich jedoch vorher immer vom Arzt durchchecken lassen, vor allem das Herz-Kreislauf-System. Auch bei bestimmten neurologischen Erkrankungen oder zum Beispiel bei Lähmungen, sollte man Rücksprache mit einem Mediziner halten. Sollten Bandscheibenvorfälle bestehen, muss ebenfalls ein Facharzt sein Okay geben. Eine Einschränkung nur aufgrund des Alters gibt es allerdings nicht. Das „biologische“ Alter zählt hier mehr als das „kalendarische“.

Interview: Ines Geier

Schlagworte Dr. Hans-Thomas Hildebrand | Altersmedizin | Therapeutisches Klettern | Kletterwand | Klettern

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