27. Oktober 2022
VdK-Zeitung

Mehr Wohnraum ohne Hindernisse schaffen

VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert Pflicht zum barrierearmen Bauen

Auf der Immobilienmesse Expo Real in München hat VdK-Präsidentin Verena Bentele bei einer Podiumsdiskussion mehr barrierefreien Wohnraum gefordert. Thema der Veranstaltung war, wie trotz knapper Baumaterialien und steigender Kosten bezahlbarer Wohn­raum geschaffen werden kann.

Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl am Fuß einer unüberwindbaren Treppe

Zu den Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmern gehörten Bundesbauministerin Klara Geywitz, Thomas Kollmann von der Erzbischöflichen Finanzkammer München, Jacopo Mingazzini von der Immobilienfirma The Grounds Real Estate Development AG, die baden-württembergische Bauministerin Nicole Razavi sowie Marc Ullrich vom Bauverein Breisgau eG. Moderiert wurde die Diskussion von Jürgen Michael Schick, Immobilienverband Deutschland.

Bundesbauministerin Geywitz betonte, man müsse schneller und kostengünstiger bauen, sonst sei die Zahl von jährlich 400.000 neuen Wohnungen kaum zu schaffen. Die Podiumsteilnehmer der Wohnungsunternehmen und Bauträger forderten höhere Förderungen und mehr Planungssicherheit.

Bentele machte klar, dass der Bedarf nach barrierefreiem Wohnraum sehr groß ist und weiter steigen wird. Sie zitierte den Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Jürgen Dusel: „Nur barrierefreier Wohnungsbau ist sozialer Wohnungsbau.“ Eine vorausschauende Immobilienpolitik sorge dafür, dass Neubauten nur noch in Ausnahmefällen nicht barrierefrei errichtet werden, bekräftigte sie.

In Deutschland fehlen aktuell 2,35 Millionen barrierefreie oder zumindest barrierearme Wohnungen. Aufgrund der Demografie wird dieser Bedarf in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Nur etwa jede zehnte Wohnung erfüllt derzeit die Mindestkriterien an Barrierereduzierung: stufenlose Erreichbarkeit, 1,2 mal 1,2 Meter Bewegungsflächen und eine Türbreite von 80 Zentimetern.

Geringes Interesse

Für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung nicht mehr mobil sind, bedeutet das Leben in einer nicht barrierefreien Wohnung oft, dass sie ihr Zuhause nicht mehr verlassen können. Tun sie es dennoch, ist dies mit einem großen Risiko verbunden. Auch die Körperpflege in einem nicht barrierefreien Bad kann zu Stürzen und Verletzungen führen. Weil es kaum passende Wohnungen gibt, geben viele Betroffene die Suche nach einer barrierefreien Wohnung schließlich auf oder probieren es erst gar nicht.
Das größte Problem ist das geringe Interesse und das fehlende Bewusstsein der Immobilienwirtschaft sowie der Politik, dass wir einen eklatanten Mangel an barrierefreiem Wohnraum haben“, stellte Bentele fest.

Selbst in Fachkreisen sei oft nicht bekannt, wie eine Wohnung aussieht, die die Mindestanforderungen an Barrierereduktion erfüllt. Ein barrierearmes Badezimmer lasse sich beispielsweise schon auf 3,81 Quadratmetern realisieren. Gäbe es eine Pflicht zum barrierereduzierten Bauen, könnten weitere notwendige Umbauten für Bewohner mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen auch später noch kostengünstig umgesetzt werden. Viel teurer sei es, im Nachhinein einen neuen Aufzug einzubauen, Türen zu verbreitern oder einen Grundriss neu zu gestalten.

Bentele forderte weiterhin eine bessere Vermittlung von barrierefreiem Wohnraum an die Menschen, die diesen auch tatsächlich benötigen. „Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass barrierefreier Wohnraum teuer ist und leer steht, während die Oma im Nachbarhaus nicht mehr aus dem Haus kommt“, so die VdK-Präsidentin. Außerdem sprach sie sich dafür aus, dass Architekten, Bauplaner und andere Berufsgruppen in der Baubranche bereits während ihrer Ausbildung verpflichtet werden, sich mit barrierefreier Planung auseinanderzusetzen.

Annette Liebmann

Schlagworte barrierearmes Bauen | Barrierereduziertes Bauen | Barrierearme Wohnungen | Immobilienmesse Expo Real | Podiumsdskussion | barrierefreie Planung

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