20. September 2022
VdK-Zeitung

Keine Therme ohne Wärme

Wie wirkt sich die Energiekrise auf die bayerischen Heilbäderbetriebe aus?

Bayern ist Thermenland. Mit rund 80 Heilbädern, Kurorten und Kurbetrieben bietet der Freistaat eine vielfältige Thermenlandschaft. Besonders chronisch kranke Menschen, etwa mit rheumatischen Beschwerden, schwören auf die Heilkraft des warmen Wassers. Angesichts der Energiekrise stellt sich die Frage, wie sehr die Betreiber von Sparmaßnahmen betroffen sind. Worauf müssen sich Winterbadegäste einstellen?

Panoramabild der Badelandschaft
Badelandschaft im Sibyllenbad mit 34 bis 36 Grad Celsius warmen Heilwasser-Becken. | © Sibyllenbad

Für Elfriede Adam aus Mitterteich gehört der wöchentliche Thermenbesuch dazu. Die 84-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren Stammgast im Sibyllenbad in Bad Neualbenreuth im Landkreis Tirschenreuth. Sie fährt stets gemeinsam mit Freundinnen zum Schwimmbad. „Besonders im Winter genießen wir das warme, dampfende Außenbecken. Einfach herrlich“, schwärmt die Oberpfälzerin. Für das VdK-Mitglied ist das Baden im Heilwasser jedoch mehr als Wellness: „Ich habe Kniebeschwerden“, sagt die Seniorin. Das Baden in der „Sibylle“, wie sie das Kurbad liebevoll nennt, helfe gegen die Schmerzen.

Hackschnitzel statt Gas

Im Unterschied zu Standorten mit natürlichen heißen Thermalquellen verfügt Bad Neualbenreuth über Quellen mit Wassertemperaturen zwischen neun und zwölf Grad Celsius. „Unser Heilwasser, das reich an Radon beziehungsweise Kohlensäure ist, wirkt erst bei einer Mindesttemperatur von 36 Grad Celsius gesundheitsfördernd“, erklärt Sibyllenbad-­Leiter Gerhard Geiger. Entsprechend hoch sei der Heizbedarf. Warum sich der oberpfälzische Kurbetrieb im bayerisch-böhmischen Bäderdreieck derzeit noch wenig Sorgen um die Energieversorgung machen muss? „Wir sind unabhängig von Gaslieferungen, weil wir mit Hackschnitzeln aus der Region heizen“, sagt Geiger. Er ist stolz auf das Konzept des Kurbads, das 1996 in Betrieb gegangen ist. Seit Beginn sei eines der Ziele gewesen, den ländlichen Raum zu stärken. So sollten die Waldbauern aus der Region an der Entwicklung des Kurwesens beteiligt werden. Nicht zuletzt habe man damals schon auf nachhaltige Lösungen gesetzt. Das Konzept sei aus heutiger Sicht aufgegangen.

Große Probleme angesichts der Energiekrise befürchten dagegen Thermenbetreiber, die auf Gas angewiesen sind. Thomas Jahn, Geschäftsführer des bayerischen Heilbäder-­Verbands, zeigt sich angesichts der Gaspreiserhöhungen besorgt. „Dies stellt die Unternehmen derzeit vor große Herausforderungen. Einerseits, weil nicht klar ist, ob die Versorgung in den nächsten Wochen und Monaten sichergestellt ist, und andererseits, wie man mit den massiven Preiserhöhungen umgehen soll.“ Die meisten Thermen der 78 Heilbäder, Kurorte und Kurbetriebe, die sein Verband vertritt, werden mit Gas oder Öl oder beidem betrieben. Hinzu kommen weitere Betriebe wie Kliniken und Kurmittelhäuser.

Thomas Jahn legt Wert darauf, zwischen Thermen und Frei- beziehungsweise Hallenbädern zu unterscheiden. „Heilbäder sind Teil der Gesundheitsversorgung und nicht allein zum Vergnügen der Besucher geöffnet.“ Der bayerische Heilbäder-­Verband hat sich zum Ziel gesetzt, Patientinnen und Patienten weiter zu betreuen, indem alle Therapiebereiche ohne Einschränkungen betrieben werden.

Höhere Eintrittspreise?

Verbandssprecher Jahn fehlen klare Bekenntnisse seitens der Politik. „Wir brauchen sinnvolle Vorschläge. Aus unserer Sicht kann es nur über eine dreiteilige Lösung gehen: Erstens muss der Bund klare gesetzliche Regeln schaffen, um den Preiswahnsinn zu stoppen. Zweitens müssen die Einrichtungen so schnell wie möglich nach alternativen Versorgungsmodellen suchen und diese umsetzen. Drittens werden wir nicht um Eintritts­preis­erhöhungen herumkommen“, warnt er. Und was wäre das schlimmstmögliche Szenario? „Im Fall einer Gasmangellage und Stufe drei des Notfallplans müssen unsere Einrichtungen schließen.“ Sollte das eintreten, befürchtet Thomas Jahn große Schäden für Gesundheitswesen und Wirtschaft.

Für VdK-Mitglied Elfriede Adam wäre es ein Verlust an Lebensqualität, wenn sie nicht mehr ins Heilbad gehen könnte. Sie ist froh, dass die Energieversorgung des Sibyllenbads sichergestellt ist.

Rabattvereinbarung

VdK-Kooperation mit dem Sibyllenbad

VdK-Mitglieder aufgepasst: Gegen Vorlage des Mitgliedsausweises des VdK Bayern erhält die Begleitperson bei einem zahlenden VdK-Mitglied den günstigeren oder wertgleichen Einzeleintritt gratis. Die Rabattvereinbarung „Zwei genießen, einer zahlt“ zwischen dem VdK-Kreisverband Tirschenreuth-Kemnath und dem Sibyllenbad erfreut sich bereits seit April 2011 großer Beliebtheit.

Alle Infos unter:
https://www.sibyllenbad.de/vdk-tag-ab-sofort-immer-werktags/

Elisabeth Antritter

Schlagworte VdK-Kooperation | Sibyllenbad | Thermen | Heilbad | Rabatt | Energiekrise | Gasmangellage | Kurbad | Energieversorgung | Schwimmbad

VdK-Kampagne #Nächstenpflege

Kampagnenbild: Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung.

Die häusliche Pflege ist am Limit. Ein Drittel der pflegenden Angehörigen ist überfordert. Wir kämpfen für bessere Bedingungen für die Pflege zuhause. Machen Sie mit! Alle Infos zur großen VdK-Pflegekampagne unter:
www.vdk-naechstenpflege.de.

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Die VdK-Zeitung für blinde und sehbehinderte Menschen:

Die Artikel der aktuellen Ausgabe können Sie hier als reines Textformat (rtf-Datei) herunterladen:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv

Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 690.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.