23. November 2021
VdK-Zeitung

Jede Zeit hat ihre Herausforderungen

ConSozial 2021 unter Corona-Bedingungen – Ehrenpreis für Bundesministerin a.D. Prof. Ursula Lehr

Die ConSozial ist der jährliche Branchentreff der deutschsprachigen Sozialwirtschaft. Nach dem Ausfall 2020 hat die Corona-Pandemie 2021 Messe und Kongress in Nürnberg deutlich geprägt. Trotzdem boten die beiden Tage einige Höhepunkte. Allen voran die Ehrung von Prof. Ursula Lehr. Mit dem Con­Sozial-Wissenschaftspreis für ihr Lebenswerk wurde ihr Einsatz für die Etablierung der Gerontologie in Deutschland und ihr großes sozialpolitisches Engagement ausgezeichnet.

Gruppenbild
VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder, Dr. Markus Gruber, Amtschef im Sozialministerium, und Armin Kroder, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken (von links) am VdK-Stand. | © Dr. Bettina Schubarth

Die ConSozial unter dem Motto „Den Menschen im Blick – mehr denn je“ wurde von Dr. Markus Gruber, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, in Vertretung von Staatsministerin Carolina Trautner als Veranstalter eröffnet. Er betonte, dass man sich die Entscheidung, die ConSozial trotz im Freistaat dramatisch gestiegener Corona-Zahlen stattfinden zu lassen, nicht leicht gemacht hat. Es habe schließlich überwogen, den persönlichen Austausch der Branche gerade in diesen schwierigen Zeiten zu ermöglichen.

Dennoch hinterließ die Pandemie ihre Spuren. Der Messebereich war lockerer besetzt, einige Veranstaltungsformate entfielen, die Zahl der Besucherinnen und Besucher war geringer. Trotzdem gab es einen angeregten Austausch.

Besuch am VdK-Stand

Der Stand des VdK Bayern im Messebereich war Anlaufstelle für alle, die sich für den großen Sozialverband interessierten: als Dienstleister in der Sozialrechtsberatung, als sozialpolitischer Interessenvertreter oder als möglicher Arbeitgeber. Über all diese Facetten sprach VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder auch mit Dr. Markus Gruber, der am ersten Messetag bei einem Rundgang am VdK-Stand Station machte und sich über den VdK Bayern informierte. Armin Kroder, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, schaute ebenfalls beim VdK vorbei. Als stellvertretender VdK-Landesvorsitzender war Hermann Imhof aus Nürnberg dabei.

Für eine „Vita activa“ im Sinne der Philosophin Hannah Arendt, also für ein politisch engagiertes Leben, hatte sich der Soziologe und Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer ausgesprochen, der den ConSozial-Eröffnungsvortrag hielt. „Menschen gibt es nicht im Singular“, führte er aus. Es gelte, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzunehmen. Die ökologische Frage, die zur neuen sozialen Frage wird, sieht er als vordringlich an. Er warnte vor einem Vakuum, bis wichtige gesellschaftliche Gruppen aus dem Umfeld von „Fridays for Future“ politisch einflussreich sind.

Für Neues offen bleiben

Prof. Ursula Lehr
Ehrenpreisträgerin Prof. Ursula Lehr. | © NuernbergMesse /Frank Boxler

Wie sich gesellschaftliche Fragen erfolgreich anpacken lassen, zeigt das Leben der 91-jährigen Ehrenpreisträgerin Prof. Ursula Lehr. Eine für sie typische Anekdote erzählte sie in ihrer Dankesrede: 1988 war sie, die Inhaberin des ersten gerontologischen Lehrstuhls in Deutschland, von Helmut Kohl als Bundesfamilienministerin ins Kabinett berufen worden. In ihrem Büro sei noch „mit Schreibmaschine und Tipp-Ex“ gearbeitet worden. Deshalb ließ sie Computer anschaffen. Zu ihrer Verblüffung sei ihr entgegengehalten worden: „Über 50-Jährigen ist eine solche Umstellung nicht zuzumuten.“ Verstanden habe sie eine solche Haltung nie – in keinem Lebensalter.

1988 war Seniorenpolitik noch an Defiziten und Gebrechen orientiert. Dem hat sie als Ministerin ein anderes Bild entgegengesetzt. Der erste „Altenbericht“ der Bundesregierung geht auf ihre Initiative zurück. Bis heute wehrt sie sich gegen die üblichen Alterszuschreibungen. „Ältere nicht nur betreuen, sondern sie herausfordern, selbst etwas zu tun“, gab sie dem ConSozial-Publikum mit. Auch ihr zäher politischer Einsatz für die Gleichstellung von Frauen habe sich gelohnt, sagte Lehr selbstbewusst – „auch wenn ich hier in Bayern besonders geschimpft wurde, als ich flächendeckende Kinderbetreuung gefordert habe.“

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte ConSozial 2021

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