25. Mai 2021
VdK-Zeitung

„Die Bühne vermisse ich sehr“

Wolfgang Krebs über Kabarett, Kanzlerkandidaten, Konferenzen und Kunst

Wolfgang Krebs gehört zu den beliebtesten Kabarettisten im Freistaat. Wie kein anderer imitiert der 54-jährige Allgäuer Spitzenpolitiker wie Markus Söder und Edmund Stoiber. Zweimal trat er bei Veranstaltungen des Sozialverbands VdK Bayern auf, und seitdem ist er auch ein überzeugtes VdK-Mitglied.

Am Ende der BR-Sendung „Quer“ schlüpft Wolfgang Krebs immer in die Rollen von Ministerpräsident Markus Söder (rechts) und dessen Stellvertreter Hubert Aiwanger.
Am Ende der BR-Sendung „Quer“ schlüpft Wolfgang Krebs immer in die Rollen von Ministerpräsident Markus Söder (rechts) und dessen Stellvertreter Hubert Aiwanger. | © Screenshot „Quer“/BR-Fernsehen

Wie jeden Morgen bei Bayern 1 als Edmund Stoiber, Markus Söder und Hubert Aiwanger treffen wir uns auch in einer Video-Konferenz. Wie oft sind Sie zurzeit in solchen Online-Besprechungen?
Bei mir hält es sich in Grenzen. Wenn ich noch in der TV-Vermarktung tätig wäre, hätte ich sicher viel mehr. Bei einem meiner beiden Söhne, der für einen großen Online-Händler arbeitet, ist das so. Ich telefoniere dagegen lieber. Da kann man so viele andere Dinge tun, wie sich Notizen machen oder durch den Garten schlendern.

Was finden Sie denn gut an Video-Konferenzen?
Dass man Kontakt halten und sich sehen kann. Am Muttertag beispielsweise saß ein Sohn per Videokonferenz mit uns am Frühstückstisch und hat sogar ein Muttertagsgedicht vorgetragen.

Und was vermissen Sie während der Pandemie am meisten?

Lebt im Allgäu: Kabarettist Wolfgang Krebs.
Lebt im Allgäu: Kabarettist Wolfgang Krebs. | © Gregor Wiebe

Menschen zu treffen, sich umarmen zu können. Deswegen erlebe ich jetzt auch, wie Menschen die Impfung als große Erleichterung empfinden. Es fällt regelrecht eine Last von ihnen ab. Daher hoffe ich, dass sich viele Menschen impfen lassen. Gerade wir Bühnendarsteller können erst wieder auftreten, wenn eine hohe Impfquote erreicht worden ist.

Sie haben mal gesagt, dass Sie so lange wie möglich auf der Bühne auftreten wollen. Wie sehr vermissen Sie dies im Moment?
Sehr. Wenn 300, 500 oder 700 Menschen einem nicht mehr abends zujubeln, fehlt einem das. Open-Air-Auftritte mit 50 Menschen, die mit Abstand voneinander sitzen, können das nie ersetzen.

Wird denn im Moment genug für die Kunstschaffenden getan?
Am Anfang gab es keine Solidarität. Das war furchtbar. Die Politiker haben uns sogar ein bisschen verunglimpft, indem sie Fasching und die Starkbierfeste als Treiber der Pandemie bezeichneten. Dabei sonnen sich die Politiker selbst gerne auf diesen Veranstaltungen.

Und was haben Sie dann getan?

Wir haben sicher nicht die Lobby wie die Lufthansa oder die Automobilindustrie. Aber wir haben es trotzdem geschafft, gemeinsam etwas zu erreichen. Wir haben uns gegenseitig Mut zugesprochen und schließlich auch Hilfsgelder erkämpft. Wenn sich viele zusammenschließen, die die gleichen Interessen haben, kann man vieles schaffen. Das beweist ja der Sozialverband VdK. Daher ist auch die VdK-Zeitung im Moment so wichtig. Dadurch sehen die Menschen, dass sie nicht allein sind mit ihren Sorgen.

Wie gut sind selbstständige Künstlerinnen und Künstler in Deutschland unabhängig von der Pandemie abgesichert?
Wer in der Künstlersozialkasse ist, so wie ich, ist gut abgesichert, weil diese die Arbeitgeberanteile in den gesetzlichen Sozialversicherungen übernimmt. Allerdings ist es nicht leicht, in die Künstlersozialkasse zu kommen. Diese gesetzliche Sozialversicherung ist für junge Menschen normalerweise teurer als eine private Krankenversicherung. Aber dafür zahlt die KSK auch in die Rente ein. Und im Vergleich zu Selbstständigen in anderen Branchen ist dies ein Riesenvorteil. Ich fände es gut, wenn der Staat es so regelt, dass jeder in die Solidargemeinschaft einzahlt, und so jeder gut im Alter abgesichert ist. Dafür macht sich ja auch der VdK stark.

Ihre Mutter hat Ihre beiden Großmütter gepflegt. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Sie hat sich mehr als zehn Jahre von morgens bis abends um sie gekümmert, sie gefüttert, gewickelt, umgebettet. Ich habe so einen hohen Respekt davor, was meine Mutter geleistet hat. Denn dies war eine enorme Belastung. Du musst immer zu bestimmten Zeiten da sein. Der Staat muss die Angehörigen natürlich mehr unterstützen. Aber es ist auch schon vieles besser geworden. So hat meine Mutter durch die Pflege ihre Rente deutlich aufbessern können.

Markus Söder wäre fast Kanzlerkandidat geworden. Für Sie als Imitator wäre das doch perfekt gewesen, oder?

Natürlich, für mich persönlich wäre es besser gewesen, wenn Markus Söder Kanzlerkandidat geworden wäre. Ganz klar.

Haben Sie sich geärgert, dass es nicht so kam?
Ich habe, ehrlich gesagt, nie damit gerechnet, dass Söder Kanzlerkandidat wird. Als dann die Chance so groß war, habe ich mich schon ein bisschen geärgert. Naja, nicht geärgert. Enttäuscht war ich auch nicht, weil ich wusste, mein Leben geht weiter. Ich bin ja nicht der Kanzler. Ich überlebe ja die Politiker. Es wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen, bundesweit bekannter zu werden. Aber ich habe unabhängig davon Anfragen von mehreren Radiosendern außerhalb Bayerns bekommen, den Söder zu spielen. Mal schauen, was daraus wird.

Fragen: Sebastian Heise

Schlagworte Wolfgang Krebs | Kabarettist | Bayern 1 | Quer

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