28. Juni 2018
VdK-TV

Die Krankenkasse lehnt Leistungen ab

Wann sich ein Widerspruch lohnt und wie der Sozialverband VdK dabei helfen kann

Zahlreiche Leistungen der Krankenkasse gibt es nur auf Antrag. Groß ist dann die Enttäuschung, wenn dieser abgelehnt wird. VdK-TV berichtet in einem Beitrag, welche Ansprüche und Rechte Versicherte haben und wie sie Widerspruch einlegen können.

Doch ist es ratsam, Widerspruch bei der Krankenkasse einzulegen? Was ist dabei zu beachten und wer hilft einem, wenn man bei der Formulierung nicht zurechtkommt? Darüber informiert die Rechtsexpertin Anne Katrin Olischläger vom Sozialverband Hessen­Thüringen in einem Interview mit VdK­-TV. Die Krankenkasse bewilligt beispielsweise eine Rehamaßnahme oder ein Hörgerät, wenn diese notwendig und wirtschaftlich sind. Fast jeder fünfte Antrag auf Vorsorge­ oder Rehaleistungen wird allerdings erst einmal abgelehnt. Wer hier nicht aufgibt, hat gute Aussichten auf Erfolg.

Laut einer Studie des Instituts für Gesundheits­ und Sozialforschung (IGES) ist jeder zweite Widerspruch erfolgreich. Der Sozialverband VdK hilft bei der Prüfung der Unterlagen, dem Formulieren des Widerspruchs und vertritt seine Mitglieder auch vor Gericht. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte ein Antrag immer gut vorbereitet und begründet werden. Dazu bespricht man vorher mit dem behandelnden Arzt, welche Leistungen in Betracht kommen und welche aussagekräftigen Verordnungen und Atteste dem Antrag beigefügt werden.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft die Unterlagen, fordert bei Bedarf weitere an und nimmt gegebenenfalls eine persönliche Untersuchung des Versicherten vor. Patienten können innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Diese Frist gilt aber nur dann, wenn das Ablehnungsschreiben auch eine Passage enthält, die über das Widerrufsrecht aufklärt.

Fehlt der Hinweis, besteht ein Jahr Zeit, um zu widersprechen. Das muss schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben. Ein Widerspruch per Telefon oder E­Mail ist nicht gültig. Das Schreiben muss das Datum und Aktenzeichen des Ablehnungsbescheids enthalten. Man macht kurz deutlich, dass man mit der Ablehnung nicht einverstanden ist und fordert die Kasse auf, den Bescheid aufzuheben und dafür die Kosten zu übenehmen.

Wichtig ist die eigenhändige Unterschrift. Um die Frist zu wahren, reicht das fürs Erste aus. In dem Schreiben wird gegebenenfalls ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine ausführliche Begründung und die erforderlichen Unterlagen so schnell wie möglich nachgereicht werden. Wer beispielsweise verreist war und deshalb die Frist versäumt hat, teilt das seiner Krankenkasse sofort mit und erhebt umgehend Widerspruch.

Sabine Kohls

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