29. März 2016
VdK-TV

Wenn die Ohren nicht zur Ruhe kommen

VdK-TV: Wie sich Tinnitus bemerkbar macht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt

In den Ohren brummt, zischt, fiept oder pfeift es. Wer dauerhaft unter Tinnitus leidet, ist mit seinen Nerven bald am Ende. VdK-TV erläutert in einem Beitrag die Ursachen von Ohrgeräuschen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Tinnitus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet klingeln, klimpern, schellen. Die Deutsche Tinnitus-Liga (www.tinnitus-liga.de) geht von rund vier Millionen Betroffenen aus, darunter verstärkt ältere Menschen. „Tinnitus ist ein Symptom für verschiedene Störungen und tritt in vielen Varianten auf“, so Dr. Stattrop, Oberarzt der Schön Klinik Roseneck im bayerischen Prien.

Mal kommen die Begleittöne plötzlich und heftig, mal schleichend, manchmal nur zeitweise, oder ein Dauerton setzt sich langfristig im Kopf fest. Betroffen kann auch nur ein Ohr sein. Die Palette an Möglichkeiten ist umfassend und reicht von hohen Frequenzen bis zu tiefen. Vom Rauschen über Ohrensausen, Rattern, Fiepen und Summen ist fast alles dabei, was man sich vorstellen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass Außenstehende von der Geräuschbelastung nichts mitbekommen. Alles findet im Kopf des Betroffenen statt.

Ohrgeräusche können körperliche oder seelische Ursachen haben. Halten die Beschwerden länger als drei Tage an, sollte man einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Körperliche Ursachen können Störungen des Innenohrs, wie zum Beispiel Hörsturz, Morbus Menière (Drehschwindelerkrankung), Lärmschwerhörigkeit (etwa durch überlaute Musik), Knalltrauma, Altersschwerhörigkeit oder Ähnliches sein. Darüber hinaus können Veränderungen des Hörnervs, des Mittelohrs und des Gehörgangs Ohrgeräusche zur Folge haben. Auch Zahn- und Kiefergelenksbeschwerden sowie Probleme mit der Halswirbelsäule können eine Rolle spielen. Abzugrenzen sind tatsächliche, im Körper entstehende Geräusche, zum Beispiel bei Gefäßfehlbildungen.

Finden sich keine körperlichen Ursachen, liegt ein sogenannter idiopathischer Tinnitus vor. „Seelische Auslöser sind beispielsweise Stress, Depressionen, Angststörungen und belastende Lebenssituationen“, so Stattrop. Sie können bestehende Beschwerden verstärken. Knapp die Hälfte der Betroffenen reagiert zudem besonders empfindlich auf Außengeräusche (zusätzliche Geräuschüberempfindlichkeit). In den ersten drei Monaten sprechen Mediziner von akutem, danach von chronischem Tinnitus.

Die Belastung durch den Tinnitus lässt sich in vier Schweregrade einteilen. In der Praxis reicht meist die Unterteilung in kompensierten (wenig belastenden) und dekompensierten (belastenden) Tinnitus. „Beim chronisch-dekompensierten Tinnitus sollte man auf jeden Fall auch einen Psychotherapeuten oder Facharzt für Psychosomatische Medizin zu Rate zu ziehen“, empfiehlt Stattrop. Denn auch wenn sich der chronische Tinnitus oft nicht heilen lässt (wenngleich er auch wieder verschwinden kann), erreichen die meisten Betroffenen das Ziel, deutlich weniger darunter zu leiden.

Die Behandlung ist individuell. Tabletten und Infusionen versprechen nur beim akuten Tinnitus, besonders beim Hörsturz, Erfolg. Neben Informationsvermittlung kommen kognitive Verhaltenstherapie sowie unter anderem Entspannungsmethoden, Musiktherapie, Bewältigungstraining, Hörgeräte und sogenannte Tinnitus-Noiser zum Einsatz. Diese speziellen (Hör-)Geräte sollen die Wahrnehmung des Geräuschs in den Hintergrund drängen. Vor allem bei begleitenden psychischen Erkrankungen sind manchmal stationäre Behandlungen erforderlich. Viele HNO-Ärzte und Kliniken bieten zudem besondere Tinnitus-Sprechstunden an. Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann für Betroffene entlastend wirken.

Sabine Kohls

Schlagworte VdK-TV | Sendungen im April | Tinnitus | Hörsturz | Knalltrauma | Altersschwerhörigkeit | Drehschwindelerkrankung | Ohrgeräusche

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