25. Februar 2016
VdK-TV

Wenn der Bauch bei Milchprodukten rebelliert

Etwa jeder fünfte Erwachsene hat eine Laktoseintoleranz – Test schafft Klarheit – Ernährung umstellen

Wenn der Bauch nach dem Essen schmerzt, kann das am Milchzucker (Laktose) liegen. Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland reagiert mit lästigen Beschwerden auf Milch und Milchprodukte. VdK-TV informiert in einem Beitrag am 7. März, wie man eine Laktoseintoleranz diagnostiziert und welche Folgen diese für die Ernährung hat.

Ausschlaggebend bei der Verdauung von Milchzucker ist das Enzym Laktase. Es spaltet im Dünndarm die in der Laktose enthaltenen Zuckermoleküle auf, die wichtige Energielieferanten für den Körper sind. Ist nicht genug von dem Enzym vorhanden, kommt es nach dem Essen zu Beschwerden. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Übelkeit treten auf. Erwachsene Nord- und Mitteleuropäer vertragen Milchzucker in der Regel gut, da die Laktaseaktivität anlagebedingt erhalten bleibt. Das geht auf die Ausbreitung der Milchwirtschaft vor etwa 7500 Jahren zurück.

Haben in Skandinavien lediglich zwei Prozent der Menschen Beschwerden nach dem Genuss von Milchprodukten aus Kuhmilch, aber auch Schaf- und Ziegenmilch, sind es in Süditalien schon über 70 Prozent, in Asien sogar 90 Prozent. Im Gegensatz zu Erwachsenen haben Säuglinge in der Regel noch keine Probleme mit Milchzucker, der natürlicher Bestandteil der Muttermilch ist. Sie vertragen auch Flaschenmilch. Für eine Laktoseintoleranz gibt es verschiedene Gründe. So kann zum Beispiel die Aktivität des Enzyms Laktase zwischen dem zweiten und dem 20. Lebensjahr anlagebedingt absinken. Mögliche ernsthafte Ursachen können entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie sein. Letztere beruht auf einer Unverträglichkeit von Gluten.

Davon abgesehen, kann eine Störung der Laktoseverwertung auch Folge einer Magen- oder Darmoperation, Strahlenbehandlung oder Magen-Darm-Infektion sein. Wird die ursprüngliche Erkrankung erfolgreich therapiert, normalisiert sich auch die Laktoseverwertung in der Regel wieder. Wer Klarheit haben will, sollte einen Test beim Internisten, Allergologen oder Gastroenterologen (Magen-Darm-Arzt) machen lassen. Dazu trinkt man nach einer zwölfstündigen Essenspause in Wasser aufgelösten Milchzucker. Der anschließende Wasserstoff-Atemtest gibt Aufschluss darüber, ob und wieviel Laktase fehlt. Eventuell muss zeitweise ein Ernährungstagebuch geführt werden.

Der Arzt wird auch abklären, ob gegebenenfalls eine andere Ursache vorliegt, beispielsweise ein Reizdarm oder eine Allergie. „Wer Milchzucker nachweislich nicht verträgt, sollte als erste Maßnahme eine Karenzphase einlegen, in der alle milch- und milchzuckerhaltigen Lebensmittel und Speisen weggelassen werden, bis man wieder beschwerdefrei ist“, empfiehlt Ernährungsberaterin Dr. Rebekka Topp. „In der anschließenden Testphase wird die individuelle Verträglichkeit ermittelt. Dabei werden einzelne Lebensmittel nach und nach wieder eingeführt, und die Reaktion des Körpers wird genau beobachtet.“ Bei Laktoseunverträglichkeit kann man alternativ auf säuerlichen Naturjoghurt, Kefir und lange gereifte Käsesorten wie Parmesan, die kaum Milchzucker enthalten, zurückgreifen.

Butter ist fast laktosefrei. Viele Fertiggerichte, Kuchen, Quark, Sahne und Saucen hingegen haben versteckten Milchzucker. Mittlerweile gibt es viele laktosefreie Produkte. Doch auch sie dürfen bis zu zehn Gramm Laktose pro 100 Gramm enthalten, sind also nicht komplett laktosefrei. Wer seine Ernährung umstellen muss, sollte sich professionell beraten lassen. Manche Krankenkassen unterstützen die Beratung finanziell, sodass es sich lohnt, vorab nachzufragen.

Sabine Kohls

Schlagworte Milchzucker | Laktoseintoleranz | Laktose | Wasserstoff-Atemtest | Laktoseunverträglichkeit | Ernährung

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