27. November 2014
VdK-TV

Die Karte für besondere Rechte

VdK-TV erklärt, wie man einen Schwerbehindertenausweis beantragt

In Deutschland sind etwa 7,5 Millionen Menschen schwerbehindert. Das entspricht 9,4 Prozent der Bevölkerung. Damit sie ihre Rechte und Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen können, erhalten sie auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis. Wie man einen solchen Ausweis bekommt, erklärt VdK-TV in einem Video, das ab Januar unter www.vdktv.de abrufbar ist.

Als schwerbehindert gelten Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis und einem amtlich anerkannten Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr. Sie können bei der Einkommensteuer einen Freibetrag geltend machen. Je nach Art der Einschränkung erhalten sie beispielsweise Erleichterungen beim Parken, Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln oder eine Gutschrift auf den Telefonanschluss. Auch im Arbeitsleben haben Schwerbehinderte Rechte und genießen besonderen Schutz.

Damit die Schwerbehinderung anerkannt wird, muss beim zuständigen Versorgungsamt oder Landesamt ein Antrag eingereicht werden. Es empfiehlt sich, dafür den Vordruck zu verwenden, der im jeweiligen Bundesland verwendet wird. Er ist sowohl im Internet erhältlich als auch im Versorgungsamt, in manchen Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie bei Vertrauenspersonen und Verbänden, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderung kümmern, wie zum Beispiel beim VdK. Manche Versorgungsämter bieten auch an, den Antrag online stellen zu können.

Der Einschätzung, wie sehr ein Mensch durch Behinderung in seinem Alltag beeinträchtigt ist, liegt ein bundesweit verbindliches Bewertungssystem zugrunde. Eine Parkinson-Erkrankung beispielsweise wird mit 50 bis 70 GdB bewertet, der Verlust einer Niere mit 25 GdB. Die meisten Menschen machen mehrere Behinderungen geltend. Diese summieren sich nicht einfach, sondern werden in ihrer Gesamtauswirkung auf das tägliche Leben betrachtet.

Viele sind überrascht, dass das Versorgungsamt den Antrag bearbeitet, ohne dass sie jemals untersucht wurden. Die Ärztlichen Dienste werten die vorliegenden Krankenunterlagen und Berichte lediglich am Schreibtisch aus. Deshalb ist es ratsam, im Antrag möglichst vollständige Angaben über Krankenhausaufenthalte, Kuren und behandelnde Ärzte zu machen. Arztbriefe, sofern vorhanden, sollten beigefügt werden. Das Merkzeichen, beispielsweise „G“ für erhebliche Gehbehinderung, sollte möglichst gleich mitbeantragt werden.

Der Schwerbehindertenausweis wird für maximal fünf Jahre ausgestellt und kann danach bis zu zweimal verlängert werden. Eine unbefristete Ausstellung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Sollte sich der Gesundheitszustand erheblich verbessern oder verschlechtern, sind die Inhaber verpflichtet, das dem Versorgungsamt mitzuteilen.

Seit 2013 gibt es den Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat. Eine Umtauschpflicht besteht nicht; alte Ausweise aus Papier können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit weiter verwendet werden. Auf Wunsch werden aber auch noch gültige Ausweise in neue umgetauscht. Der VdK ist seinen Mitgliedern bei der Antragstellung – und, falls nötig, beim Widerspruch im Falle einer Ablehnung – gerne behilflich.

Annette Liebmann

Schlagworte VdK-TV | Programmvorschau | Schwerbehindertenausweis | Grad der Behinderung | GdB | Schwerbehinderte | Menschen mit Behinderung

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