26. September 2013
VdK-TV

Sich selbst mal eine Auszeit gönnen

Kuren und Gesundheitskurse: VdK-Internet-TV informiert über Angebote, die der Vorbeugung dienen

Wer rund um die Uhr einen Angehörigen pflegt oder sich um ein schwerbehindertes Kind kümmert, übernimmt verantwortungsvolle Aufgaben, die an den eigenen Kräften zehren. Daher ist es wichtig, sich vom Betreuungsalltag immer wieder Auszeiten zu gönnen. Hier bieten sich Gesundheitskurse oder Kuraufenthalte an, die wieder für mehr Schwung und Energie sorgen. Doch viele pflegende Angehörige müssen erst einmal über solche Angebote erfahren. VdK-Internet-TV stellt im Oktober zwei Beiträge über Erholungs- und Gesundheitsangebote online.

Symbolfoto: Menschen auf einer Wiese machen Yoga-Übungen

Brigitte Bührlen aus München hat sieben Jahre ihre demenzkranke Mutter daheim versorgt. „In diese Lebenssituation bin ich hineingerutscht. Ich musste erst mal lernen, das Gefühlschaos und den Alltag zu bewältigen.“ Ihr sei öfters die Decke auf den Kopf gefallen, erzählt die 63-Jährige heute. Dem Bedürfnis nach Erholung geben aber viele pflegende Angehörige nicht nach, weil die Sorge um das Familienmitglied im Vordergrund steht. Die Folgen: Die eigenen Bedürfnisse werden zurückgedrängt, soziale Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren.

Brigitte Bührlen hat 15 Jahre lang eine Selbsthilfegruppe für Familienmitglieder geleitet und 2010 die Münchner Stiftung pflegender Angehöriger „Wir!“ gegründet. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Betroffenen dazu neigen, eigene Wünsche hinten anzustellen.

Recht auf Erholung

„Es ist gar nicht so einfach, pflegende Angehörige zu motivieren, vom Pflegealltag eine Auszeit zu nehmen“, betont Brigitte Bührlen. „Manchmal muss einem jemand das Recht auf Erholung unter die Nase halten“, sagt sie augenzwinkernd. Dass es entlastende Angebote wie Kuren und Gesundheitskurse gibt, findet sie wichtig.

In der neurologischen Klinik in Bad Aibling etwa gibt es ein integratives Reha-Konzept, das sich an betroffene Familien mit Demenzkranken richtet. Während des dreiwöchigen Aufenthalts werden sowohl die Patienten als auch deren Angehörige unterstützt. Die Kosten für Reha-Maßnahmen werden zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Voraussetzung für die Bewilligung ist ein Rezept vom Haus- oder Facharzt. Zudem gibt es eine breite Palette an Gesundheitskursen. Das kann ein Yogakurs sein, bei dem man sich entspannt und zur Ruhe kommt, oder ein spezielles Kochseminar. Die meisten Kurse werden von den Kassen bezuschusst. Welche Unterlagen dazu notwendig sind, erfährt man bei seiner Kasse.

Mehr Pflegestützpunkte

Brigitte Bührlen von der Stiftung pflegender Angehöriger „Wir!“ sieht die Hürde, dass zu wenige Betroffene von den Angeboten profitieren, weil sie die vielen Möglichkeiten gar nicht kennen. Es bräuchte daher mehr Anlaufstellen, etwa Pflegestützpunkte, die die Betroffenen über Erholungsangebote informieren. Auch der Sozialverband VdK Deutschland befürwortet, dass in jedem Bundesland flächendeckend Pflegestützpunkte eingerichtet werden. Eine neue Broschüre zu Kur und Reha (Kosten: etwa 10 Euro) kann ab November 2013 bei der Verbraucherzentrale bestellt werden, Telefon (02 11) 38 09-5 55, Internet www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/ihr-recht-auf-reha

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Schlagworte Kuren | Gesundheitskurse | Vorbeugen | Auszeit | Pflege | Selbsthilfegruppe | Reha

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VdK-TV - Vorschau Oktober:

In unserem Videoportal unter www.vdktv.de sehen Sie aktuell diese Videos:

5. Oktober
Menschen mit Behinderung: Wie Assistenzhunde ihre Hundehalter beschützen und unterstützen.

12. Oktober
Soziale Gerechtigkeit: In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Anzahl an Sozialwohnungen nahezu halbiert. Der VdK fordert deshalb eine Wende in der Wohnungspolitik.

19. Oktober
Gedenkstätte Hadamar: Von 1941 bis 1945 wurden in der ehemaligen Landesheilanstalt Hadamar in Hessen rund 15000 Menschen ermordet. Sie fielen den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Mordprogrammen zum Opfer.

26. Oktober
VdK-Podcast: Im Podcast „In guter Gesellschaft – Verena Bentele fragt, wo’s hakt“ empfängt die VdK-Präsidentin wieder einen interessanten Gast, um mit ihm über Sozialpolitik zu diskutieren.

www.vdktv.de

VdK-Beiträge zu Corona

In der Corona-Krise hat sich der VdK Deutschland und damit auch VdK-TV den Veränderungen schnell angepasst. Der größte Sozialverband Deutschlands ist selbstverständlich nach wie vor für seine Mitglieder da. Dazu gehört auch, weiterhin auf allen Kanälen über aktuelle Themen zu informieren. Darüber hinaus ist es wichtig, den Blick auch auf positive Entwicklungen zu richten. Die Online-Beiträge finden Sie hier:

Aktuelle Infos sowie das Tagebuch „Verenas Lichtblick“: www.vdk.de/permalink/78840

Servicebeiträge, Verena Benteles Videobotschaften sowie leuchtende Beispiele zu Hilfsaktionen aus den VdK-Landesverbänden: vdktv.de/category/corona-krise

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