16. Mai 2017
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Sozialverband VdK Bayern: „Staatsregierung übersieht die weniger strahlenden Seiten Bayerns“

Armutsgefährdungsquote ist gestiegen – Soziale Spaltung nimmt zu

Der aktuelle Sozialbericht der bayerischen Staatsregierung bietet nach Ansicht des Sozialverbands VdK Bayern keinen Grund zum Jubeln. „Sozialministerin Emilia Müller schaut von weit oben auf den Freistaat und übersieht geflissentlich die weniger strahlenden Seiten Bayerns“, kritisiert VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher.

„Die regionalen Unterschiede sind groß, die Renten vielerorts extrem niedrig, die Langzeitarbeitslosigkeit ist in strukturschwachen Gebieten hoch, Wohnraum in Ballungsräumen fast unbezahlbar. Tatsache ist: Die soziale Spaltung nimmt zu. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst auch im Freistaat.“ Zwar stehe Bayern im deutschen Ländervergleich ganz gut da. „Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Armutsgefährdung gerade für Ältere sehr real ist“, sagt Mascher. So ist die Armutsgefährdungsquote in Bayern im Vergleich zum vergangenen Sozialbericht zwischen 2010 und 2015 von 10,8 auf 11,6 Prozent gestiegen. Auch die Quote der Empfänger von Grundsicherung im Alter hat sich im selben Zeitraum von 2,1 auf 2,8 Prozent erhöht.

Völlig ignoriert werde von der Staatsregierung die versteckte Armut im Freistaat. „Wir wissen, dass gerade viele Ältere aus Scham keine Grundsicherungsleistungen beantragen. Sie leben zurückgezogen, sparen an Heizung, Strom, Lebensmitteln und Medikamenten. Das wird von der Politik immer noch ignoriert“, so die VdK-Landesvorsitzende.

Hinzu kommt, dass die bisher veröffentlichten Armutszahlen des bayerischen Sozialberichts sich häufig auf Daten im Bundesvergleich beziehen. Aussagekräftiger sind für die Armutssituation im Freistaat jedoch die durchschnittlichen bayerischen Werte (Landesmedian). Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2015 gemessen am Landesmedian 15 Prozent der bayerischen Gesamtbevölkerung von Armut bedroht. Besonders ältere Menschen sind betroffen. Die Armutsgefährdungsquote der über 65-Jährigen im Freistaat ist zuletzt zwar um 0,3 Prozent zurückgegangen, liegt mit 21,8 Prozent aber immer noch sehr deutlich über der allgemeinen Quote. Altersarmut ist vor allem für Frauen in Bayern eine reale Gefahr, denn 24,4 Prozent von ihnen haben ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle.

Die Armutsschwelle in Bayern hatte 2015 erstmals die 1000-Euro-Grenze überschritten. Diese wird bei 60 Prozent des Durchschnittseinkommens für einen Alleinstehenden festgelegt: Sie liegt in Bayern bei 1025 Euro. „Wenn man weiß, dass in Bayern die Neurenten im Durchschnitt kaum diesen Wert erreichen, ist das ein Indiz für die wachsende Kluft zwischen Renten und anderen Einkommen. Deshalb fordert der Sozialverband VdK, dass der Rentensinkflug gestoppt werden muss, damit Rentnerinnen und Rentner nicht komplett von der Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt werden“, so die Vorsitzende des VdK Bayern.

Mit der VdK-Aktion „Soziale Spaltung stoppen!“ fordert der Sozialverband VdK zur Bundestagswahl zu einem politischen Kurswechsel auf. „Soziale Gerechtigkeit ist der Kitt einer Gesellschaft“, ist Ulrike Mascher überzeugt. „Deswegen müssen wir alles dafür tun, damit die Kluft zwischen Arm und Reich nicht stetig größer wird“, erklärt die VdK-Landesvorsitzende. Der VdK Bayern lädt im Juli zu sieben Großveranstaltungen in allen bayerischen Bezirken ein. Dabei werden Kandidaten für die Bundestagswahl mit den sozialpolitischen Forderungen des VdK Bayern konfrontiert.

bsc

Schlagworte Pressemeldung | Pressemitteilung | Armut | Armutsgefährdungsquote | bayerischer Sozialbericht

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