27. August 2015
Pressemitteilungen Archiv

VdK Bayern sieht keine Trendwende in der Armutsentwicklung

14,8 Prozent der bayerischen Bevölkerung sind armutsgefährdet

„Die jüngsten Zahlen zur Armutsgefährdung zeigen, dass die Einkommensschere in Bayern weiter auseinandergeht und viele Menschen vom Aufschwung abgehängt bleiben. Eine Trendwende ist nicht in Sicht“, so kommentierte die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, Ulrike Mascher, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Statistiken zur Armutsgefährdung. Sie fordert „endlich entschlossene Schritte und Maßnahmen, um Armut erst gar nicht entstehen zu lassen und bestehende Armut wirksam zu bekämpfen“.

Trotz der guten wirtschaftlichen Lage ist in Bayern die Zahl der Menschen, die von Armut bedroht sind, nicht zurückgegangen. Gemessen am Landesmedian, also dem durchschnittlichen Einkommen in Bayern, lagen 14,8 Prozent der Menschen im Freistaat 2014 unterhalb der Armutsschwelle. Das ist eine Steigerung um 0,2 Prozentpunkten gegenüber 2013. Als armutsgefährdet gilt gemäß der Definition der Europäischen Union ein Mensch, der mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens eines durchschnittlichen Privathaushalts auskommen muss. Insgesamt sind die Einkommen in Bayern sogar gestiegen, wie an der Armutsgefährdungsschwelle abzulesen ist, die sich am Landesmedian bemisst und von 973 Euro im Jahr 2013 auf 998 Euro im Jahr 2014 gestiegen ist.

Insbesondere die Gruppe der gering Qualifizierten weist in Bayern – wie auch im Bundesgebiet – eine extrem hohe Armutsgefährdung auf. Gemessen am Landesmedian sind dies 33,2 Prozent aller ab 25-Jährigen mit niedriger Qualifikation. 2013 lag der Wert in Bayern noch bei 31,8 Prozent. Dahinter stecken Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeit. In Bayern arbeiteten 2014 nach Angaben der Hans-Böckler-Stiftung 2,2 Millionen Menschen in Teilzeit- oder Minijobs sowie als Leih- oder Zeitarbeiter. Das entspricht 37,7 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse – mit steigender Tendenz.

Der VdK fordert deshalb regulierende Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt: „Der Mindestlohn alleine richtet es nicht. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse müssen eingedämmt werden. Außerdem brauchen wir mehr Mittel zur Förderung nachhaltiger Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen“, erklärt Mascher.

„Auch der wachsenden Altersarmut wird von der Politik kaum gegengesteuert“, kritisiert die VdK-Landesvorsitzende. In Bayern bleibt die Armutsgefährdung der Einkommensbezieher von Renten und Pensionen auf hohem Niveau: 2014 lag sie bei 22,5 Prozent (2013: 22,4 Prozent). Dafür ist nach Auffassung des Sozialverbands VdK die Rentenentwicklung der letzten Jahre verantwortlich. „Durch das Absenken des Rentenniveaus befinden sich die Neurenten seit Jahren im Sinkflug, so dass immer mehr Rentner unter die Armutsschwelle rutschen“, so Mascher. Der Sozialverband VdK fordert deshalb, die bis zum Jahr 2030 geplante Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent zu stoppen. „Bei 50 Prozent muss eine Grenze gezogen werden“, verlangt Mascher. Außerdem müssten die Dämpfungsfaktoren, die sich negativ auf die Rentenerhöhung auswirken, abgeschafft werden und die Rentenanpassung wieder uneingeschränkt der Lohn- und Gehaltsentwicklung folgen. Der VdK fordert zudem die Abschaffung der Rentenabschläge von 10,8 Prozent für Erwerbsminderungsrentner.

Dr. Bettina Schubarth

Pressekontakt

Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des VdK Bayern:


Pressearchiv

Ältere Pressemeldungen des VdK Bayern:


Pressemitteilungen des VdK Deutschland

Pressemitteilungen des VdK Deutschland:
www.vdk.de/de889


Dieses Element enthält Daten von Twitter. Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser Inhalt angezeigt wird.

Twitter-Tweets anzeigen

Presse-Newsletter des VdK Bayern

© S. Hofschläger/pixelio.de


Unser Service für Journalisten: Melden Sie sich zu unserem Presse-Newsletter an und verpassen Sie keine Meldung mehr rund um den Sozialverband VdK Bayern. Hier geht's zur Anmeldung:

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.