24. Februar 2015
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Diskussionen zum flexiblen Renteneintritt gehen an der Realität
älterer Arbeitnehmer vorbei

Sozialpolitisches Forum in Tutzing durch VdK-Präsidentin Ulrike Mascher eröffnet

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher | © Schwepfinger

Die Realität der Arbeitswelt spricht gegen eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. „Die meisten arbeiten heute gar nicht bis zum 65. Lebensjahr. Mehr als zwei Drittel der älteren Arbeitnehmer sind nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt zu finden“, erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, zur Eröffnung des zweitägigen sozialpolitischen Forums des VdK Bayern in Tutzing, das sich dem Thema „Schöne neue Arbeitswelt für Ältere?“ widmete. Nur 32,9 Prozent der 62-Jährigen, 22,4 Prozent der 63-Jährigen und gerade einmal 17,3 Prozent der 64-Jährigen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Auch die Arbeitslosenstatistik spricht eine deutliche Sprache: 60 Prozent der über 50-jährigen Erwerbslosen sind schon über ein Jahr ohne Arbeit.

„Viele Ältere wollen ja gerne arbeiten, haben Spaß an der Arbeit, möchten sich einbringen und ihr Können und ihr Wissen anwenden und weitergeben“, betonte die VdK-Präsidentin. Leider sei das aber in den meisten Unternehmen noch nicht angekommen. Mascher weiter: „Es ist müßig, über flexible Renteneintrittsregelungen zu diskutieren, wenn der Großteil der Beschäftigten bereits frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden muss. Die Frage nach dem heute viel diskutierten flexiblen Renteneintritt stellt sich für die meisten also gar nicht. Sie werden durch den Arbeitsmarkt vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Immer noch prägten eher Vorurteile den Umgang mit älteren Beschäftigten. Diese Vorurteile hielten aber keiner wissenschaftlichen Untersuchung stand, erläuterte Mascher: „Ältere nehmen weder Jüngeren die Arbeitsplätze weg, noch verlieren sie im Laufe ihres Erwerbslebens an Produktivität. Auch die Fehlzeiten fallen nicht erheblich höher aus als bei Jüngeren.“ Sie mahnte deshalb einen „Kulturwandel“ in den Betrieben an. Dazu gehöre neben gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen die Weiterbildung der Beschäftigten in den Unternehmen auch über das 50. Lebensjahr hinaus.

Ohnehin könnten sich viele ältere Arbeitnehmer die Rente eigentlich nicht leisten, erklärte Mascher. Denn diese lässt das vorher verfügbare Einkommen etwa um ein Viertel sinken. Welchen großen finanziellen Einbruch der Renteneintritt für viele Menschen bedeutet, illustrieren die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge für Neurentner in Deutschland im Jahr 2013: Männer erhielten 969 Euro, Frauen sogar nur 568 Euro im Monat. In Bayern sieht es noch düsterer aus: Hier lag der Zahlbetrag 2013 für Männer bei 949 Euro, für Frauen bei 529 Euro. Die gesetzliche Rente stellt aber 85 Prozent der Einkommensquellen der Bevölkerung über 65 dar.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Sozialpolitisches Forum | Tutzing | Arbeitswelt | Lebensarbeitszeit | Erwerbsleben

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