3. Mai 2013
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Inklusion in Bayern: „Viel Luft nach oben“

VdK: Barrieren in Kindergarten, Schule und Arbeitswelt müssen verschwinden

03.05.2013 - „Wir dürfen nicht nur darüber reden, wir müssen Inklusion voranbringen“, so die Landesvorsitzende des VdK Bayern, Ulrike Mascher, anlässlich des europaweiten Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. Sie fordert konkrete Lösungsvorschläge von der Bayerischen Staatsregierung.

Im aktuellen Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention habe die Bayerische Staatsregierung nur vage Ziele formuliert. „Damit werden die Barrieren in allen gesellschaftlichen Bereichen nicht abgebaut“, kritisiert Mascher. „Ob Kindergarten, Schule oder Arbeitsplatz: Es ist viel Luft nach oben.“ Bereits kleine Kinder mit Behinderung sollten aber die Möglichkeit haben, eine wohnortnahe und inklusive Betreuungseinrichtung zu besuchen. Das sei ein Gewinn für alle: „Je früher Kinder lernen, Unterschiedlichkeit als Selbstverständlichkeit zu betrachten, desto besser.“

Großen Handlungsbedarf sieht Mascher vor allem im bayerischen Schulsystem. Laut einer Bertelsmann-Studie ist der Inklusionsanteil in den vergangenen vier Jahren zwar bayernweit von 16,1 auf 22,4 Prozent gestiegen, liegt aber immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 25 Prozent. Die gestiegene Inklusionsrate hat jedoch auch in Bayern nicht dazu geführt, dass weniger Kinder an Sonderschulen unterrichtet werden. Der Grund: Bei immer mehr Schülern wird sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. „Das Ziel muss sein, dass alle Kinder eine gemeinsame Schule besuchen. Dafür brauchen auch die Lehrer entsprechende Aus- und Fortbildungen“, betont Mascher. „Überall dort, wo Menschen mit und ohne Behinderung zusammen lernen, steigt der Erfolg.“

Dies gelte auch fürs Arbeitsleben. Dennoch sei die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung ernüchternd, kritisiert die VdK-Landesvorsitzende. Sie verweist auf Zahlen der Bayerischen Staatsregierung: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen um 1,3 Prozent gestiegen, die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen beträgt 13,4 Prozent. „Es ist ein Skandal, dass die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen bei privaten Arbeitgebern in Bayern immer noch weit unter der gesetzlichen Zielmarke von 5 Prozent liegt. Das muss sich ändern.“

Doch nicht nur die Barrieren in den Köpfen, auch die Barrieren im öffentlichen Raum müssten endlich verschwinden, fordert Mascher. So sei die Vorgabe der Deutschen Bahn, nach der ein behindertengerechter Umbau eines Bahnhofs erst ab einem Fahrgastaufkommen von 1000 Personen pro Tag in Frage kommt, „in einem Flächenstaat wie Bayern nicht bevölkerungsgerecht“. Immerhin positiv sei, dass aus Mitteln des Freistaats Bayern bis 2018 insgesamt 26 größere Bahnhöfe behindertengerecht saniert werden sollen.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Inklusion | Protesttag | Gleichstellung | Behinderung | Handicap | Menschen mit Handicap

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