12. Dezember 2012
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Wenn aus Krankheit Armut wird

Die Renten von kranken Menschen liegen unterhalb des Existenzminimums

12.12.2012 - Arm durch Krankheit: Für viele Bezieher einer Erwerbsminderungsrente ist das bittere Realität. Jede fünfte neue Versichertenrente in Bayern ist eine solche Rente. Wer wegen Krankheit, Unfall oder Behinderung nicht mehr arbeiten kann und deshalb eine Erwerbsminderungsrente bezieht, trägt ein hohes Armutsrisiko. 36 Prozent der Betroffenen gelten als armutsgefährdet. „Hier tun sich erschreckende Entwicklungen auf, denen von der Politik noch viel zu wenig entgegengesetzt wird“, so Ulrike Mascher, Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, auf der VdK-Jahrespressekonferenz in München.

Mit durchschnittlich 596 Euro erhielten Neurentner 2011 bei Erwerbsminderung in Deutschland einen Betrag, der deutlich unter dem der Grundsicherung von 688 Euro liegt. Deshalb sind viele auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen. Insbesondere Männer erreichen immer geringere Rentenhöhen bei Erwerbsminderungsrenten. Geringe Einkommen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Zeiten der Arbeitslosigkeit schlagen sich in den Höhen der Erwerbsminderungsrenten nieder.

Ein wesentlicher Grund für die niedrigen Rentenhöhen sind die obligatorischen Abschläge bei dieser Rentenart von 10,8 Prozent. „Diese Abschläge müssen weg“, machte Mascher die VdK-Position klar, „die Betroffenen haben ohnehin schon häufig eine schwierige finanzielle Ausgangssituation, die Abschläge sind eine überproportional hohe Belastung.“ Diese Abschläge entsprechen denen, die für Menschen gelten, die freiwillig früher in Rente gehen. „Aber niemand sucht sich freiwillig aus, krank zu sein“, stellte Mascher klar. Gleichzeitig sind die Hürden sehr hoch gelegt worden. Jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente wird erst einmal abgelehnt, grundsätzlich werden zunächst nur Zeitrenten gewährt. „Für die Betroffenen ist das eine ungeheure Belastung, sie fühlen sich für ihre Krankheit bestraft“, berichtete Mascher aus den Erfahrungen in der VdK-Sozialrechtsberatung.

Der VdK vermisst politische Bemühungen für Prävention und Rehabilitation, damit mehr Menschen bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Das Prinzip „Reha vor Rente“ müsse finanziell gestärkt werden. Auch die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns würde die Einkommenssituation perspektivisch für alle Rentnerinnen und Rentner verbessern.

Im Hinblick auf die aktuellen rentenpolitischen Auseinandersetzungen um „Mütter-Renten“, also höhere Renten für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, merkte Mascher an: „Viele dieser Frauen leben bereits in Altersarmut, eine höhere Anrechnung von Kindererziehungszeiten wäre für sie ein großer Segen.“ Ministerpräsident Horst Seehofer habe dem VdK seine Unterstützung in dieser Sache zugesichert. Mascher appellierte an die CSU, bei der zuletzt gezeigten harten Haltung zu bleiben „und nicht um des lieben Koalitionsfriedens willen einzuknicken“.

Michael Pausder

Schlagworte Pressekonferenz | Jahrespressekonferenz | Pressemitteilung | Armut | Armutsrisiko | Erwerbsminderungsrente | Altersarmut | Kindererziehungszeiten

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