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Sozialverband VdK: Renten-Pläne der Regierung greifen zu kurz

VdK-Präsidentin Mascher fordert wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Altersarmut

"Wir fordern von der Bundesregierung einen wirkungsvollen Kampf gegen Altersarmut. Die Regierung muss endlich das Thema Bekämpfung und Vermeidung von Altersarmut in Angriff nehmen", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, anlässlich der für morgen vorgesehenen Fortsetzung des Regierungsdialogs Rente zwischen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, darunter der Sozialverband VdK.

Das von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vorgestellte Konzept einer Zuschussrente greift nach Auffassung des VdK viel zu kurz, um Altersarmut in Zukunft einzudämmen. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: "Dieses Konzept reicht bei weitem nicht aus. Die Hürden für eine Inanspruchnahme der Zuschussrente sind zu hoch. Die Mehrheit der Geringverdiener, insbesondere Frauen, aber auch Langzeitarbeitslose und kleine Selbstständige würden von den Regierungsplänen nicht profitieren."

Nach Ministeriumsangaben werden nur 17.000 Rentner im ersten Jahr einen Zuschuss beantragen können. Angesichts von 400.000 Menschen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, viel zu wenig. Mascher: "Nur vier Prozent der Frauen in Westdeutschland können 45 Versicherungsjahre aufweisen. Gerade diejenigen haben im Alter zu wenig Geld, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrochen haben, die Teilzeit gearbeitet haben oder geringfügig beschäftigt waren." Hinzu komme, dass viele Geringverdiener eine zusätzliche private Altersversorgung in Form der Riester-Rente nicht dauerhaft aufbauen können.

Die Hauptforderungen des Sozialverbands VdK im Vorfeld des Regierungsdialogs lauten:

  • Wiedereinführung der "Rente nach Mindesteinkommen", bei der niedrige Beiträge höher bewertet werden
  • Abschaffung der Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten, bessere Absicherung von Langzeitarbeitslosen durch Zahlung von ordentlichen Rentenbeiträgen
  • Abschaffung der Dämpfungsfaktoren bei der Rentenanpassung, die in den letzten acht Jahren zu vier Nullrunden geführt haben


Altersarmut lässt sich nach Ansicht der VdK-Präsidentin nur durch die rasche Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes vermeiden. Mascher: "Die Hungerlöhner von heute sind die armen Rentner von morgen." Diese Auffassung müsse endlich auch in der Regierungskoalition mehrheitsfähig werden.

Michael Pausder

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