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Sozialverband VdK: Armut unter Rentnern steigt

Stellungnahme zum Jahresbericht zur sozialen Lage in Bayern 2010

Die Rentner im Freistaat werden immer ärmer. „Die Ergebnisse des Jahresberichts zur sozialen Lage in Bayern bestätigen unsere Befürchtungen“, so die bayerische VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher. „Als wir 2008 in unserer ‚Aktion gegen Armut’ auf die Altersarmut in Bayern hinwiesen, wiegelte die Staatsregierung noch ab, die neuen Zahlen bestätigen aber leider unsere Annahmen.“

Der gestern von Sozialministerin Christine Haderthauer vorgestellte Jahresbericht für 2010 zur sozialen Lage in Bayern belegt, dass die bayerischen Rentner ein hohes Armutsrisiko haben. Die 2008 erhobenen Daten ergeben, dass der mittlere Lebensstandard der Menschen über 65 Jahren zwischen 2003 und 2008 um 16 Prozentpunkte geschrumpft ist, während dieser Wert beispielsweise in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen um 16 Prozentpunkte gestiegen ist. Auch die Zahl der armen Rentner hat sich im gleichen Zeitraum erhöht, nämlich um 0,5 Prozentpunkte. 423 000 Rentnerinnen und Rentner in Bayern leben unter der Armutsgrenze.

In einer ersten Analyse ergeben sich für den Sozialverband VdK Bayern folgende wichtige Ergebnisse als Diskussionsgrundlage über die Entwicklung der Altersarmut im Freistaat:

  • 1. Der Anstieg von armen Senioren um 53 000 innerhalb von fünf Jahren ist ein Indiz für die verfehlte Rentenpolitik im Zeitraum 2003 bis 2008. Nullrunden, gestiegene Gesundheitsausgaben, sinkende Neurentenbeträge und hohe Inflationsraten haben viele Rentnerinnen und Rentner in die Altersarmut getrieben.
  • 2. Alarmierend ist, dass der Trend der Altersarmut unter Frauen nicht gestoppt werden konnte. Frauen ab 65 Jahren sind um ein Viertel mehr armutsgefährdet als Männer. Es darf nicht sein, dass wir es als gegeben hinnehmen, dass so viele alte, vor allem alleinstehende Frauen arm sind.
  • 3. Die Neurenten sind im Sinkflug. Zwischen 2000 und 2008 sind die Auszahlungsbeträge um 14 Euro gesunken. Als Durchschnittsbetrag für neue Versichertenrenten in Bayern wird 494 Euro für Frauen angegeben. Zum Vergleich: Die Armutsrisikoschwelle liegt laut Sozialbericht bei 846 Euro.
  • 4. Auch die realen Bestandsrenten sinken konstant: beispielsweise bei Männern von 1995 bis 2008 von 840 Euro auf nur noch 730 Euro.
  • 5. Dem immer wieder genannten Argument, dass es dem Rentner, der im eigenen Häuschen lebt, ja trotz geringer Rente gut geht, widerspricht das Ergebnis, dass das Wohnen im Eigentum die Armutsrisikoquote bei Älteren nur um 1,2 Prozent sinken lässt. Die eigenen vier Wände bedeuten eben nicht, dass dann nennenswertes Vermögen zur Verfügung steht.
  • 6. Auch der Befund, dass in Ober- und Niederbayern die Armutsraten unter Rentnern über 20 Prozent liegen, muss zu einem Überdenken regionaler Politik führen.

„Wir müssen etwas gegen Altersarmut in Bayern unternehmen, und zwar schnell“, so die bayerische VdK-Chefin Mascher. „Wir können uns nicht damit abfinden, dass die bayerischen Rentner zu den ärmsten in Deutschland gehören.“ Sie erneuerte vor diesem Hintergrund die Forderung des VdK nach einem Armutsbeauftragten der Staatsregierung. „Wir müssen in die Zukunft investieren“, so Mascher weiter, „zur armutsfesten Rentenpolitik von heute gehört nachhaltige Bildungs- und Beschäftigungspolitik, damit die Jungen von heute nicht die Armen von morgen sind.“

Michael Pausder

Schlagworte Jahresbericht | Rentner | Armutsrisiko

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