25. Februar 2019
PRESSEMITTEILUNG

Gerechte Renten für alle

Sozialpolitisches VdK-Forum für eine generationengerechte Rentenpolitik

Unter dem Titel „Gute Renten heute und morgen“ diskutierten am Montag, 25. Februar, und am Dienstag, 26. Februar, namhafte rentenpolitische Expertinnen und Experten auf dem sozialpolitischen VdK-Forum in München. Darunter Annelie Buntenbach vom Geschäftsführenden Vorstand des DGB, der Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge und Dr. Wolfgang Gründinger von der Stiftung Generationengerechtigkeit. Mag. Wolfgang Panhölzl von der Arbeiterkammer Wien zeigte, dass Österreich in Sachen Rente ein Vorbild sein kann. Dort liegen die Renten wesentlich höher als in Deutschland.

Verena Bentele | © Kristin Enge/VdK

„Das System der deutschen Rentenversicherung ist leider noch nicht für die Zukunft gerüstet“, bilanzierte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher. Dies sei überdeutlich an der ungebremst anwachsenden Altersarmut auch in Bayern abzulesen. Die Unzufriedenheit mit dem dreigliedrigen Rentensystem aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge wachse überall. Jeder zweite Deutsche fürchtet sich vor großen finanziellen Einbußen im Alter. „Leider zu Recht“, stellte Mascher fest. „Deshalb bin ich sehr froh, dass aktuell eine breite öffentliche Debatte über die Rentenpolitik stattfindet.“ Zu viel Zeit sei schon vertan worden: „Bereits 2009 stand eine aufgestockte Rente für langjährige Niedriglohnbezieher im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Ein paar Stellschrauben zu drehen wie in den vergangenen Jahren, reicht nicht. Es ist Zeit für den großen Wurf und einen echten Systemwechsel!“

Vier zentrale VdK-Forderungen

VdK-Präsidentin Verena Bentele präsentierte auf dem VdK-Forum zentrale Forderungen im Vorgriff auf die im Mai startende bundesweite VdK-Rentenkampagne. Vier Punkte sind dabei zentral: gerechte Renten für alle Generationen, für alle Erwerbstätige, für Geringverdiener und für Erwerbsminderungsrentner. Dafür müsse einiges verändert werden, erklärte Bentele: „Das Rentenniveau muss auf 50 Prozent steigen und dauerhaft dort festgeschrieben sein. Renten müssen parallel zu den Löhnen jährlich angehoben werden.“ Einem weiteren Anstieg der Regelaltersgrenze erteilte sie eine klare Absage.

Außerdem plädiert der VdK dafür, die Rentenversicherung nach österreichischem Muster zu einer Erwerbstätigenversicherung umzubauen, in die alle einzahlen: Arbeitnehmer, Selbstständige, Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften, politische Mandatsträger und Beamte. „Es ist nicht vermittelbar, dass ein verbeamteter Lehrer im Alter eine deutlich bessere Absicherung hat als ein angestellter Lehrer“, erklärte Bentele.

Die Ausgestaltung der geplanten Grundrente müsse für mehr sozialen Ausgleich sorgen. Bentele forderte flexible Übergänge, um auch mit weniger als 35 Beitragsjahren diese Rente zu bekommen, da insbesondere Frauen oftmals diesen Zeitraum nicht abdecken können. „Zudem dürfen die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente nicht länger zu 100 Prozent mit der Grundsicherung verrechnet werden. Hier muss es denselben Freibetrag von 212 Euro wie bei Einkommen aus privater und betrieblicher Vorsorge geben“, stellte sie klar.

Eine Betroffenengruppe dürfe in der aktuellen Rentendebatte keinesfalls vergessen werden: die Erwerbsminderungsrentner, die derzeit ein enorm hohes Armutsrisiko haben. „Die Rentenabschläge von 10,8 Prozent müssen weg, und Bestandsrentner müssen ebenso von den höheren Anrechnungszeiten profitieren wie die Neurentner. Nur so lässt sich die Armut in dieser Betroffenengruppe bekämpfen“, sagte die VdK-Präsidentin.

bsc

Schlagworte VdK-Forum 2019 | Pressemitteilung | Pressemeldung | Rente | sozialpolitisches Forum

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