27. September 2019
PRESSE-STATEMENT

VdK: „Solidarische Finanzierung der Pflege statt Belastung des Einzelnen“

27.09.2019 - Die Hans-Böckler-Stiftung stellt heute ihr Gutachten zur Pflegevollversicherung vor. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:


„Pflegebedürftige sind finanziell enorm belastet. Vielen droht durch die Pflegekosten sogar ein Abrutschen in die Armut. Das ist ein unhaltbarer Zustand für Betroffene und ihre Familien und sollte ein Weckruf für alle Entscheidungsträger sein, jetzt zu handeln. Deshalb begrüßen wir die Forderung der Hans-Böckler-Stiftung nach der Einführung einer Pflegevollversicherung, die sämtliche Kosten in der Pflege abdeckt. Finanziert werden sollte die Vollversicherung durch einen steuerfinanzierten Bundeszuschuss und eine moderate Anhebung des Beitragssatzes, wie im Gutachten gefordert.

Nur eine solidarische Finanzierung der Pflegevollversicherung entlastet den einzelnen Pflegebedürftigen. Dass eine Pflegevollversicherung für die stationäre Pflege ohne gravierende Belastung des Einzelnen zu finanzieren ist, zeigt die Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Gesetzlich Versicherten würde die Umstellung auf eine Vollversicherung im Bereich der stationären Pflege nur 5 Euro mehr im Monat kosten.

Was an der Studie fehlt, ist der Einbezug der ambulanten Pflege. Hier wissen wir heute zu wenig, um einschätzen zu können, welche Bedarfe vorliegen und welche Kosten bei einer Umstellung auf Vollversicherung entstehen. Bisher wissen wir, dass ambulante Pflege häufig mit einer enormen Belastung pflegender Angehöriger oder mit einer Unterversorgung einhergeht. Diese Fragen müssten geklärt werden, auch damit die Kosten besser eingeschätzt werden können.“

bsc

Schlagworte Statement | Pressemitteilung | Pflegevollversicherung

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