1. Juni 2022
Presse

VdK Bayern: Altersarmut nimmt weiter zu

26 Prozent der über 65-jährigen Frauen in Bayern armutsgefährdet

Die Altersarmut in Bayern steigt weiter an. 26 Prozent der Frauen und 19,5 Prozent der Männer über 65 Jahren sind armutsgefährdet. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2021 hervor. Zum Vergleich: 2019, also vor der Corona-Pandemie, lagen diese Quoten bei über 65-Jährigen noch bei 18,5 Prozent (Männer) und 24,8 Prozent (Frauen). Auch bei weiteren Bevölkerungsgruppen gibt die Armutsentwicklung Anlass zur Sorge.

© VdK

Rentnerinnen und Rentner abgehängt
„Diese Zahlen zeigen, dass Rentnerinnen und Rentner immer mehr abgehängt werden. Das allein ist ein Beleg dafür, dass diese Personengruppe beim Entlastungspaket der Bundesregierung erheblich stärker hätte bedacht werden müssen. Das muss dringend nachgebessert werden“, fordert VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher. Die allgemeine Armutsgefährdungsquote liegt in Bayern bei 15,5 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte höher als 2019. Zugrunde gelegt wird immer der Landesmedian.

Großes Einkommensgefälle in Bayern
Die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt wird mit 1236 Euro angegeben und ist die höchste im Bundesländervergleich. „Die gesetzlichen Renten können da nicht mithalten. Besonders alleinstehende Rentnerinnen sind im Freistaat in großer Armutsgefahr“, warnt Mascher. Das Gefälle ist auch bei den Arbeitseinkommen groß: „Wir haben in Bayern einerseits etliche Arbeitskräfte mit extrem hohen Einkommen und andererseits einen enorm großen Niedriglohnbereich. In Ballungszentren orientieren sich die Lebenshaltungskosten an den höchsten Einkommen. Da kommen immer mehr Menschen finanziell unter die Räder. Die hohen Energie- und Lebensmittelpreise müssen jetzt zusätzlich zu den hohen Mieten geschultert werden. Das wirft viele aus der Bahn“, sagt Mascher.

Alleinerziehende 38,5 Prozent armutsgefährdet
Auch wenn das Statistische Bundesamt betont, dass die Zahlen des Jahres 2021 mit denen der Vorjahre nur eingeschränkt zu vergleichen sind, weil sich die Erhebungsmethoden verändert haben, ist auffällig, dass die Trends der vergangenen Jahre unverändert fortbestehen. „Besonders bedrückend ist, dass Alleinerziehende mit 38,5 Prozent das mit Abstand höchste Risiko tragen, arm zu sein. Hier hat sich in den vergangenen Jahren nichts zum Besseren bewegt“, beklagt Mascher. Grundsätzlich lassen Kinder die Armutsgefährdung wachsen: Bei Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern liegt die Quote bei 9,9 Prozent, ab drei oder mehr Kindern sogar bei 27,7 Prozent. „Diese Zahlen unterstreichen eindrucksvoll die VdK-Forderung, dass wir endlich eine Kindergrundsicherung bekommen müssen, die Kinder und Familien gezielter unterstützt“, erklärt die VdK-Landesvorsitzende. Die Bundesregierung hat diese Reform angekündigt. Bislang sind jedoch noch keine Einzelheiten bekannt.

Verdeckte Armut
Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung steigt in Bayern ebenfalls weiter an: Ende 2021 wurden 129.420 gezählt, Ende 2020 waren es 126.855. Aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geht hervor, dass 60 Prozent der Anspruchsberechtigten keinen Antrag auf Grundsicherung stellen. Daher ist von einer großen verdeckten Altersarmut auszugehen. „Aus Scham oder Unwissenheit nehmen viele Betroffene ihr Recht gar nicht in Anspruch“, so Mascher.

VdK Bayern

VdK-Kampagne #Nächstenpflege

Kampagnenbild: Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung.

Die häusliche Pflege ist am Limit. Ein Drittel der pflegenden Angehörigen ist überfordert. Wir kämpfen für bessere Bedingungen für die Pflege zuhause. Machen Sie mit! Alle Infos zur großen VdK-Pflegekampagne unter:
www.vdk-naechstenpflege.de.

Pressekontakt

Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des VdK Bayern:


Pressearchiv

Ältere Pressemeldungen des VdK Bayern:


Pressemitteilungen des VdK Deutschland

Pressemitteilungen des VdK Deutschland:
www.vdk.de/de889

Presse-Newsletter des VdK Bayern

Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
© S. Hofschläger/pixelio.de

Unser Service für Journalisten: Melden Sie sich zu unserem Presse-Newsletter an und verpassen Sie keine Meldung mehr rund um den Sozialverband VdK Bayern. Hier geht's zur Anmeldung:

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 690.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.