21. Juni 2022

Stille Hilferufe

VdK-Kampagne „Nächstenpflege“: Demo ohne Menschen in Passau beeindruckt Passanten, Presse und Politik

Die Nöte von pflegenden Angehörigen bleiben meist im Verborgenen. Der Sozialverband VdK hat Betroffenen nun eine Stimme gegeben: Im Rahmen der VdK-Kampagne „Nächstenpflege“ wurden Forderungen von Betroffenen auf Schilder gedruckt und damit bayernweit „stille Demonstrationen“ veranstaltet. Auch im Passauer Klostergarten stand ein beeindruckender Schilderwald.

Passau - Impressionen von der Demo ohne Menschen

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  • VdK-Bezirksgeschäftsführer Franz Herrmann fährt mit einem Transporter voller Schilder nach Passau.
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  • Warten auf den Schilderwald am Klostergarten in Passau. Die "Stille Demo" war um 14:30 Uhr geplant. Auch das Niederbayern TV Team ist schon da. Doch ein Stau auf der A3 macht es spannend für das Team des VdK-Kreisverbands Passau. Denn im Sprinter sollen die Schilder hierher transportiert werden. Doch die Mitarbeiter*Innen bleiben cool und improvisieren. Es werden schon mal Infostände und Kampagnenmaterial aufgestellt.
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  • Endlich kann es losgehen: Um 14:45 Uhr kommt Bezirksgeschäftsführer Franz Herrmann mit dem Sprinter an. In nur 25 Minuten verwandelt das Helferteam des VdK Passau den Klostergarten in einen beeindruckenden Schilderwald.
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  • Das VdK-Helferteam in Passau beim Aufbau.
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  • Schnell werden die Schilder aus dem Transporter geholt und in die Holzständer gesteckt.
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  • Auch Passaus Dritter Bürgermeister Armin Dickl (rechts) besucht die Stille Demo. Er begrüßt die VdK-Kampagne "Nächstenpflege" und gibt Lukas Götz von der Lokalredaktion der Passauer Neuen Presse ein Interview.
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  • Das Helferteam am VdK-Stand.
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  • Diese junge Frau wird auf die VdK-Kampagne "Nächstenpflege" aufmerksam. Sie durchquert zielstrebig den Schilderwald und erzählt am VdK-Infostand von ihrem Wunsch: Sie möchte von der Gastronomiebranche in die Altenpflege wechseln. VdK-Kreisvorsitzender Josef Fürst informiert sie über die Kampagne und die Leistungen des Sozialverbands VdK.
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  • 200 Schilder, 200 Botschaften: Auf jedem Schild ist ein Zitat eines pflegenden Angehörigen abgedruckt. Immer wieder spazieren Passanten durch den Schilderwald und machen Handyfotos von einzelnen Forderungen. Ein Beispiel: "Mehr Tagespflegeplätze! Unser Opa braucht einen Platz. Oma kann nicht mehr."
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Pflegende Angehörige haben keine Zeit auf die Straße zu gehen. Dieser Grundgedanke steckt hinter den „stillen Demos“ der VdK-Kampagne „Nächstenpflege“, die auch in Passau Station gemacht haben. Für die Protestaktion hatte der VdK deutschlandweit Hilferufe von Betroffenen eingesammelt. Etwa diesen: „Gebt uns endlich, was uns zusteht: Anerkennung und finanzielle Mittel für eine gute Pflege.“ – Das war nur eines von 200 aufgedruckten Zitaten, die im Klostergarten aufgestellt waren. Eine andere Botschaft bringt auf den Punkt, dass pflegende Angehörige zum Teil einen 24-Stunden-Job leisten: „Wie soll ich arbeiten, wenn ich Vollzeit pflegen muss?

Immer wieder verweilten Passantinnen und Passanten vor einzelnen Tafeln und machten Handyfotos. So wurde eine junge Frau auf den Schilderwald aufmerksam. Am VdK-Infostand ließ sie sich von VdK-Kreisvorsitzendem Josef Fürst über die Kampagne informieren. Dann erzählte sie, dass sie beruflich von der Gastronomiebranche in die Altenpflege wechseln will. Für ihren Wunsch hatte Fürst großen Respekt und gab ihr Tipps, an wen sie sich wenden kann.

Die ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer des VdK-Kreisverbands Passau, die im Klostergarten für Ratsuchende zur Verfügung standen, waren ebenso wie Spaziergängerinnen und Spaziergänger von den leisen Botschaften berührt. „Die Tafeln sprechen so viel Wahrheit aus“, sagte etwa die Vertreterin der Frauen des Bezirks Niederbayern und des Kreisverbands Straubing-Bogen, Brigitte Heitzer. Sie kennt die Sorgen von pflegenden Angehörigen vor Ort. Sie engagiert sich als Vorsitzende des 600 Mitglieder zählenden Ortsverbands VG Rain. „Viele von ihnen haben jemanden in der Familie, der pflegebedürftig ist“, erzählt sie. „Was die Angehörigen leisten, ist unbezahlbar für die Gesellschaft. Sie verdienen mehr Anerkennung“, so Heitzer.

Vor allem braucht es dringend Entlastung für pflegende Angehörige. Beispiel Tagespflege: Auf einem Schild war zu lesen: „Mehr Tagespflegeplätze! Unser Opa braucht einen Platz. Oma kann nicht mehr.“ Auf diesen Punkt ging Passaus Dritter Bürgermeister Armin Dickl ein, der die stille Demo des VdK im Klostergarten besuchte und begrüßte. „Wir haben aktuell in Passau keinen einzigen Kurzzeitpflegeplatz“, bedauerte er. Dabei gäbe es genug Betten, doch den Heimen fehle schlicht das Personal.

Pflegestützpunkt am Start

Die Politik hat die Nöte der häuslichen Pflege erkannt“, betonte Dickl. Er setzt sich derzeit dafür ein, dass in Passau ein Pflegestützpunkt entsteht. Die Beratungsstelle stehe schon in den Startlöchern. „Wir warten nur noch auf die Zustimmung der Regierung von Niederbayern“, so Dickl. Auch ein Fernsehteam von Niederbayern TV und ein Vertreter der Passauer Neuen Presse waren da, um über die VdK-Aktion zu berichten.

Elisabeth Antritter

Schlagworte Stille Demo | Demo ohne Menschen | Niederbayern | Aktion | #naechstenpflege | Schilderwald

Banner zur VdK-Pflegekampagne mit der Aufschrift "Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung. #naechstenpflege. Sozialverband VdK"

VdK-Bayern-Aktionstag: Mehr Kraft und Unterstützung für die Angehörigenpflege

80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von ihren nächsten Angehörigen versorgt. Doch um die häusliche Pflege kümmert sich die Politik viel zu wenig. Der Einsatz der Familien gilt (noch) als selbstverständlich. Mit seiner aktuellen Kampagne #naechstenpflege setzt sich der Sozialverband VdK für dringend notwendige Verbesserungen für die Angehörigenpflege ein. Sehen Sie hier einen Mitschnitt der Pressekonferenz am 21. Juni 2022 im PresseClub München.


Häusliche Pflege – Verena Bentele spricht mit Pflegekritiker Claus Fussek

Deutschlands bekanntester Pflegekritiker Claus Fussek geht in Rente! Aber nicht so ganz. Mit der Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, spricht er über Möglichkeiten der Entlastung in der häuslichen Pflege.


Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung – Werden Sie Mitglied beim VdK Bayern!

Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung. Wir kämpfen für bessere Bedingungen. Mehr unter https://www.vdk-naechstenpflege.de

Pflegebroschüren zum Download

  • VdK-Ratgeber Nächstenpflege.pdf (615,28 KB, PDF-Datei)

    „Pflege zu Hause. Was muss ich wissen?“ - Alles, was Sie auf die Nächstenpflege vorbereitet.
    Stand: Mai 2022. © Sozialverband VdK Deutschland

  • „Ab wann ist man pflegebedürftig?“ - Alles, was Sie über die Pflegebegutachtung wissen müssen.
    Stand: Mai 2022. © Sozialverband VdK Deutschland

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