16. September 2020
    VdK-ZEITUNG

    Carin E. Hinsinger: „Frauen müssen sich wehren und dabei bestärkt sie der Sozialverband VdK“

    48 Teilnehmerinnen bei nachgeholter Landesfrauenkonferenz 2020

    Seit Jahrzehnten erfolgt die Landesfrauenkonferenz stets im Frühjahr – nicht so in 2020! Da konnte die zentrale alljährliche Tagung der Frauenvertreterinnen wegen der Corona-Krise erst im September nachgeholt werden. Und 48 Frauen aus allen Landesteilen kamen und freuten sich auf zwei intensive Tage – darunter auch die neuen Amtsinhaberinnen auf Kreisverbandsebene Renate Eichin (Sigmaringen), Sylvia Fromm (Waldshut), Katrin Kahlert (Karlsruhe), Claudia Koch (Ludwigsburg), Veronika Seper (Esslingen) und Silvia Zahn (Mannheim).

    Carin E. Hinsinger: Ursula Moosburger, Carin E. Hinsinger, Elisabeth Knebel und Sylvia Lawnick
    Langjährige Weggefährtinnen danken Carin E. Hinsinger: Ursula Moosburger, Carin E. Hinsinger, Elisabeth Knebel und Sylvia Lawnick (von links). | © Nancy Schüler/VdK

    Neben der Pandemie, die die Organisatorinnen zum gewissenhaften Corona-Management und alle Teilnehmerinnen und Gäste zum Beachten der „AHA“-Regeln zwang, warfen auch einige anstehende personelle Änderungen auf der Konferenz in Fichtenau-Neustädtlein ihre Schatten voraus. Nicht nur für die beiden Referenten Roland Sing und Hans-Josef Hotz sondern auch für Gastgeberin Carin E. Hinsinger war es die letzte Frauenkonferenz in ihren bisherigen VdK-Ämtern. Auch der designierte Hotz-Nachfolger im Amt des Landesgeschäftsführers, Thomas Schärer, erwies den aktiven VdK-Frauen und der scheidenden Landesfrauenvertreterin seine Reverenz. Zugleich stellte sich der 57-jährige gebürtige Schweizer und frühere Sigmaringer Bürgermeister der Versammlung vor.

    Mehr als die Hälfte

    Doch zunächst hatte Carin E. Hinsinger in ihrer Auftaktrede auf die große Bedeutung der Frauenarbeit für VdK und Gesellschaft hingewiesen. Die Frauen stellen im Sozialverband VdK Baden-Württemberg schon seit längerem mehr als die Hälfte der Mitglieder. Stand September gehörten dem Landesverband 123 367 Frauen an – von 243 670 Mitgliedern insgesamt. Und 4481 der weiblichen Mitglieder sind VdK-Mandatsträgerinnen, wobei die Bandbreite der Ämter längst alle Bereiche umfasst. Dass Frauen dennoch und weiterhin für ihre Rechte offensiv eintreten müssen und eine Frauenvertretung brauchen, stellte Hinsinger in Neustädtlein erneut klar. Die frühere Vizepräsidentin des VdK Deutschland und ehemalige Vorsitzende der VdK-Bundesfrauenkonferenz erinnerte in diesem Zusammenhang an die nach wie vor geringere Entlohnung für gleiche Arbeit, an die stärkere Belastung der Frauen durch Pflege und Kindererziehung, an die größere Teilzeitarbeitsquote und in der Folge auch an die häufig geringere Rente sowie die oft weibliche Altersarmut. „Die Frauen müssen sich wehren und dabei will der VdK die Frauen bestärken“, betonte sie.

    8. Altersbericht der Bundesseniorenministerin

    Der ebenfalls scheidende VdK-Landeschef Roland Sing informierte in seinem Referat über den von Bundesseniorenministerin Franziska Giffey kürzlich dem Bundeskabinett vorgelegten 8. Altersbericht, der eine Umsetzungsstrategie für die Digitalisierung entwickelt. Diese Inhalte seien für den VdK sehr wichtig, betonte Sing. Denn: „Alle Menschen sollen auf den Weg in die Digitalisierung mitgenommen werden und sollen teilhaben können – auch die Älteren. Schließlich bekommt, wer ohne Internet ist, keine Theater-, Freibad- oder Fahrkarten“, erläutere er die Tragweite dieser Problematik, die durch Corona weiter verschärft wird. „Es gibt nicht immer Enkel, die hierbei Hilfestellung geben“, gab Roland Sing ebenfalls zu bedenken. „Teilhabe an der Digitalisierung hat aber auch etwas mit den Kosten zu tun – Ärmere haben oft keinen Laptop.“ Hier sollten ältere Menschen mit geringem Einkommen bei Erwerb und Nutzung durch das Sozialrecht gefördert werden, regte der scheidende Landesvorsitzende an und stellte klar: „Digitalisierung ist ein Grundanliegen für den VdK“. Für den designierten Landesgeschäftsführer Schärer gab er sogleich mit auf den Weg, sich künftig dafür einzusetzen, dass sich auch Landkreise und Kommunen der generationenübergreifenden Digitalisierung widmen. Und die Volkshochschulen und Bildungseinrichtungen sollten Älteren Wissen in diesem Bereich vermitteln. Ebenso müssten Hilfsmittel für Ältere benutzerfreundlich gestaltet werden, mahnte Roland Sing ebenfalls an.

    Dauerthema „Pflege“

    Dem VdK-Dauerthema Pflege widmete sich der scheidende Landesgeschäftsführer Hans-Josef Hotz. Er informierte über die gut 100.000 Unterstützerunterschriften für die Aktion des Landesverbands „Pflege macht arm!“, ließ die beiden Landespressekonferenzen des VdK Baden-Württemberg im Landtag in 2019 und 2020 Revue passieren. Und er zeigte in seiner Power-Point-Präsentation auch auf, mit wie vielen Politikern, Organisationen und Institutionen der Landesverband Gespräche geführt hat, um auf die hohen und steigenden Eigenanteile der Pflegeheimbewohner und die VdK-Lösungsansätze hinzuweisen. Außerdem stellte Hotz in Neustädtlein einmal mehr klar: „Nur durch seine Größe ist der VdK so erfolgreich!“ Er strich nochmals heraus, dass der Landesverband mit seinen weit mehr als 243 000 Mitgliedern mehr Mitglieder zählt, als alle im Landtag vertretenen politischen Parteien zusammen. Entsprechend werden die 35 VdK-Beratungsstellen im Südwesten jährlich von 60 000 bis 70 000 Ratsuchenden aufgesucht. Zum Abschluss versicherte er den Frauenvertreterinnen: „Auch im Vorfeld der Landtagswahl 2021 und der Bundestagswahl 2021 wird der VdK aktiv sein“. Welche Bedeutung neue Medien und modernes Marketing für die VdK-Arbeit haben und welche Rolle die Frauenvertreterinnen dabei spielen, strich Marketing-Abteilungsleiterin Silvija Eibel in ihrer Präsentation heraus.

    Dank an Carin E. Hinsinger

    Eibel dankte – auch im Namen aller hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – für Carin Hinsingers langjährige engagierte ehrenamtliche VdK-Arbeit, die bereits 1987 begonnen hat. Ebenso dankten Hinsingers langjährige Weggefährtinnen Elisabeth Knebel (Nordbaden), Sylvia Lawnick (Südbaden) und Ursula Moosburger (Südwürttemberg-Hohenzollern) und erinnerten an die vielen schönen gemeinsamen Jahre, in denen sie sich zusammen für die Interessen der Frauen eingesetzt haben. Auch ein schönes Geschenk zum Einlösen, beispielsweise in Oper oder Theater, überreichten sie ihrer scheidenden Landesfrauenvertreterin.

    Schlagworte Landesfrauenkonferenz | Hinsinger | Eibel | Frauenanteil im VdK

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