1. Februar 2020
VdK-Zeitung

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Zufrieden blickt Emil Harr auf den Fußgängerüberweg vor dem Pforzheimer Hauptbahnhof (Hbf). „Ich bin erstaunt, dass so schnell etwas passiert ist“, sagt er anerkennend.

Der VdK fordert: Alle Bahnhöfe in Deutschland müssen barrierefrei umgestaltet werden! | © Gina Sanders | Fotolia.de

Die Stadt hat nachgebessert und so dafür gesorgt, dass auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen, wie der im Rollstuhl sitzende Herr Harr die vierspurige Bundesstraße gefahrlos überqueren können. „Das funktioniert jetzt einwandfrei“, sagt der 79-Jährige, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Stadt tätig wurde: Das aktive VdK-Mitglied wandte sich an die Presse und erzählte öffentlich, wie problematisch es für Rollstuhlfahrer sein konnte, die vier Stellen zu überwinden, an denen die Straße auf den Gehweg übergeht.

Harr beklagte, sie seien zu steil und erklärte, Rollstuhlfahrer könnten im schlimmsten Fall hängen bleiben. Auch im Pforzheimer Rathaus hat man den Artikel gelesen. Mohamed Zakzak setzte sich sofort mit Emil Harr in Verbindung. Der städtische Inklusionsbeauftragte nahm sich der Sache an. Der Stadt sei es wichtig gewesen, schnellstmöglich nachzubessern, sagt Zakzak.

Ohne Probleme können Rollifahrer jetzt die Straße vor dem Hbf überqueren. Emil Harr (rechts) und Mohamed Zakzak machen es vor. | © Nico Roller

„Das war für uns eine Herzensangelegenheit.“ Ohne Bürokratie hätten alle Abteilungen zusammengearbeitet und innerhalb kürzester Zeit eine Lösung gefunden: Der Bordstein ist jetzt schon im Bereich vor der Kante abgeschrägt und fällt dadurch über eine größere Distanz flacher ab. Harr sagt, er komme jetzt problemlos hinunter und auch wieder hinauf.

Wenn jetzt auch noch die Situation am Behindertenparkplatz vor dem Bahnhof verbessert werde, sei er voll und ganz zufrieden. Zakzak verspricht: Man werde sich auch darum bald kümmern. Ein genauer Zeitplan stehe zwar noch nicht, aber man wolle so schnell wie möglich handeln.

Nico Roller

VdK-Zeitung
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