Meine Gesundheitskompetenz: „Wie hilft mir das Internet“?

"Shared Decisionmaking“ (engl.: Gemeinsame Entscheidungsfindung) ist ein Modell der partnerschaftlichen Beziehung zwischen Patienten und Angehörigen von Gesundheitsberufen, das durch einen gemeinsamen, gleichberechtigten Prozess der Entscheidungsfindung gekennzeichnet ist.

Greta Schuler ist Patientenberaterin bei der VdK-Patientenberatung in Baden-Württemberg. | © VdK


„Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die gemeinsame Entscheidungsfindung zu einer Zunahme des Wissens, einer aktiven Beteiligung am Behandlungsprozess und zu einer Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation führen kann“, betonte bereits 2011 Professor Dr. Dr. Martin Härter, der Direktor des Instituts und der Poliklinik für Medizinische Psychologie, am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Patienten können und sollen also stärker mitentscheiden. Sie sollen als aktiv Handelnde betrachtet werden, Entscheidungsoptionen und Rechte haben.

Um Entscheidungsoptionen zu bekommen brauchen Patienten Informationen. Über das Internet stehen heute so viele Informationen zur Verfügung wie nie. Doch sind gute Informationen nicht immer ohne Hürde auffindbar. Nicht alle Informationen sind vertrauenswürdig und qualitätsgesichert. Oft sind Informationen durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst. Den Webseiten ist es meist auf den ersten Blick nicht anzusehen, wer und welche Absichten dahinter stecken. Pharmafirmen dürfen sich mit ihrer Werbung nicht direkt an Patienten wenden. Daher gibt es viele harmlos wirkende Internetportale, die gesponsert sind. Diese haben keine unabhängige Redaktion, sondern es stehen Agenturen dahinter, die viel Geld dafür bekommen, eine bestimmte Sichtweise, Meinung oder Behandlung populär zu machen. Das Überprüfen des Impressums einer Internetseite hilft dabei weiter. Sinnvoll ist es, beim Besuch von Gesundheitsseiten auf Folgendes zu achten:

  • Wer schreibt?
  • Wie qualifiziert sind die Autoren?
  • Macht die Website deutlich, dass sie das Arzt- und Patienten-Gespräch nicht ersetzen kann?
  • Wer finanziert die Seite?
  • Werden Quellen genannt?
  • Und haben diese Seiten Qualitätssiegel wie beispielsweise den HONcode? (engl.: ‚Health On the Net‘ ist der älteste und am meisten benutzte ethische Verhaltenskodex für die Veröffentlichung von medizinischen Informationen im Internet.)

Folgende qualitätsgesicherte Websites können bei der eigenen Recherche helfen:


www.gesundheitsinformation.de
Die Website des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) richtet sich mit einem breiten Themenspektrum über Früherkennung, über IGeL (Anm. d. Red.: sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen) und über unterschiedliche Therapiemöglichkeiten für Erkrankungen von A bis Z an erkrankte und an gesunde Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen.

www.patienten-information.de
Dies ist ein Service der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Bundesärztekammer. Dort gibt es kompakte und verlässliche Kurzinformationen zu Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten, Patientenleitlinien und dergleichen.

www.wissenwaswirkt.org
Auf dieser Website findet sich unter der Rubrik, „Cochrane bloggt auf Deutsch“ der Blog „Wissen was wirkt“ von Cochrane – einem globalen, unabhängigen Netzwerk von Wissenschaftlern, Gesundheitsfachleuten, Patienten, Angehörigen und anderen Interessierten. „Die moderne Medizin ist ständig in Bewegung: Was gestern richtig war, kann heute bereits überholt sein. Ärzte und Patienten werden gleichermaßen von neuen Erkenntnissen überrollt.“ Die Cochrane-Stiftung versucht daher, der Informationsflut Herr zu werden und sorgt dafür, dass die entscheidenden Erkenntnisse auch tatsächlich in die Gesundheitsversorgung einfließen.

www.washabich.de
Hier übersetzen Medizinstudenten Befunde in eine für Patienten leicht verständliche Sprache. Dieser Service ist kostenlos.

www.krebsinformationsdienst.de
Bei Fragen zu Krebs steht der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums zur Verfügung.

www.orpha.net
Dies ist ein Informationsportal für seltene Erkrankungen mit Hintergrundinformationen, Behandlungsmöglichkeiten und Adressen.

www.weisse-liste.de
Dort finden sich hilfreiche Checklisten zur Vorbereitung auf Arztbesuch, Klinikaufenthalt oder Pflege.

www.vdk.de/patienten-wohnberatung-bw
Außerdem kann man sich an die VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart wenden. (Adresse und Kontaktdaten siehe Kasten auf dieser Seite.) Diese VdK-eigene Beratungsstelle bietet für speziell interessierte VdK-Mitglieder nach Vereinbarung auch Workshops zur Thematik „Gesundheitskompetenz: Recherche von Gesundheitsinformationen im Internet“ in ihrer zentral gelegenen Beratungsstelle an.

HONcode

Das auf dem HONcode basierende HON-Siegel weist darauf hin, dass

  • Informationen nur von geschultem Personal gegeben werden,
  • Referenzen/Quellen angegeben werden,
  • der Datenschutz eingehalten wird,
  • redaktionelle Hinweise und Werbung getrennt werden,
  • ausreichende Beweise vorliegen,
  • die finanzielle Unterstützung offen gelegt wird,
  • Kontaktadressen angegeben sind.


Weitere Informationen zum HONcode unter www.healthonnet.org im Internet.

Schuler

PATIENTENBERATUNG


Die Beratung ist kostenlos - auch für Nicht-Mitglieder!

Öffnungszeiten:

Montags: 9 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
Dienstags und Mittwochs: 9 - 14 Uhr
Donnerstags: 10 - 12 Uhr und 14 - 18 Uhr

KONTAKT:

Patienten- und Wohnberatung
Gaisburgstraße 27
70182 Stuttgart

Telefon: 0711 - 248 33 95
Telefax: 0711 - 248 44 10
patienten-wohnberatung-bw@vdk.de

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