27. Juni 2019
    Gesundheit

    Krankengeldfalle wurde weiter entschärft

    Langjährige VdK-Forderung aufgegriffen und im Terminservice- und Versorgungsgesetz umgesetzt

    Der Sozialverband VdK setzt sich vehement dafür ein, dass die Versorgungslücken in der gesetzlichen Gesundheitsversorgung beseitigt werden. Dieser Kampf hat sich gelohnt. Denn mit dem Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG), das im Mai dieses Jahres in Kraft trat, wurde eine besonders große Lücke geschlossen. Die sogenannte „Krankengeldfalle” ist weiter entschärft worden.

    Beim Krankengeld hat der Gesetzgeber jetzt nachgebessert.
    Beim Krankengeld hat der Gesetzgeber jetzt nachgebessert. | © AdobeStock_239008348

    Jährlich waren Tausende Schwerkranke betroffen, die während des Krankengeldbezugs arbeitslos wurden und ins wirtschaftliche Abseits gerieten. Hintergrund waren die bisherigen Regeln zum Krankengeld. Danach mussten sich Krankmeldungen nahtlos aneinanderreihen. Klaffte eine Lücke von einem Werktag zwischen den Bescheinigungen, strichen die Krankenkassen das Krankengeld.

    Existenz bedroht durch Lücke in der Krankschreibung

    In einzelnen Fällen fehlten den Betroffenen manchmal mehrere tausend Euro im Monat, weil sie dann meist auch kein Arbeitslosengeld I erhielten. Bei der Arbeitsagentur galten sie als „krank“ und nicht in einen Job vermittelbar. „Von einem Tag auf den anderen standen Betroffene ohne Einkommen da – eine mehr als existenzbedrohliche Situation”, so Dr. Ines Verspohl, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK.

    Anspruch auf Krankengeld bleibt bestehen

    Mit dem TSVG gilt ab sofort, dass bei einer Lücke zwischen den Attesten sichergestellt wird, dass das Krankengeld nicht mehr vollständig und dauerhaft entfällt. Der Anspruch auf Krankengeld bleibt auch dann bestehen, wenn die weitere Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit nicht am nächsten Werktag, aber spätestens innerhalb eines Monats nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird.

    Für die bis zu diesem Tag festgestellte Krankschreibungslücke besteht allerdings nach wie vor kein Anspruch auf Krankengeld. Das entspricht der Regelung, die bisher auch schon für Versicherte galt, die während des Bezugs von Krankengeld weiterhin in einem Beschäftigungsverhältnis stehen.

    Ein Beispiel: Wer sich seine Anschluss-Krankschreibung zehn Tage zu spät von seinem Arzt ausstellen lässt, bekommt für diese Zeit kein Krankengeld von seiner Krankenkasse. Ab dem Tag, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit attestiert, kann der Versicherte wieder Krankengeld erhalten. „Betroffene verlieren also nicht wie bisher ihren Anspruch auf Krankengeld”, so Dr. Verspohl.

    ikl|VdK Deutschland

    „Reingehört beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg."

    Von unseren VdK-Patientenberaterinnen direkt ins Ohr: Was Patientinnen und Patienten wirklich interessiert!
    Alle 14 Tage gibt es eine neue Folge unseres Podcasts. Jetzt reinhören:

      Spotify

        apple podcasts

          Deezer

            YouTube

            Beratungsfall des Monats

            Mann im Wohnzimmer mit Krücken und Halskrause
            © iStock

            In jeder Ausgabe der VdK-Zeitung veröffentlichen wir einen Beratungsfall der VdK-Patientenberatung. Lesen Sie hier, was die Anrufenden bewegt.

            VdK-TV: Fragen rund um Kur, Kurantrag und Reha

            VdK-TV: Krankenfahrt - Wer zahlt die Kosten?

            VdK-TV: Widerspruch lohnt sich - Was tun, wenn Krankenkassen Anträge ablehnen?

            VdK-TV: Wiedereinstieg in den Beruf nach psychischer Erkrankung

            VdK-Themen
            Rentnerin
            Mehr als 20,5 Millionen Menschen in Deutschland leben in Rente. Wir beraten unsere Mitglieder kompetent im Rentenrecht, zum Beispiel zur Alters- oder Erwerbsminderungsrente. Hier geben wir Ihnen hilfreiche Tipps sowie Informationen rund um die Themen Rente und Leben im Alter.
            VdK-Themen
            Junger Mann im Rollstuhl
            Teilhabe ist ein Menschenrecht, deswegen setzen wir uns für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. In allen Fragen des Schwerbehindertenrechts, zu Behinderung und Teilhabe stehen wir unseren Mitgliedern zur Seite.

            VdK-Themen
            Frau hält einen Notizblock mit der Aufschrift "Chancengleichheit für alle!"
            Wir wollen gerechte Lebensverhältnisse für alle: Leider sind von Armut und sozialer Ausgrenzung besonders Kinder, Ältere, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose betroffen. Deswegen setzen wir uns für alle sozial benachteiligten Menschen ein.
            VdK-Themen
            Die individuellen Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen müssen gesichert werden! Deswegen setzen wir uns für eine menschenwürdige Pflege ein. Außerdem machen wir uns für die pflegenden Angehörigen stark.

            Datenschutzeinstellungen

            Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

            • Notwendig
            • Externe Medien
            Erweitert

            Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.