15. März 2019
VdK-Themen

Neue Wohnformen für Senioren: In Gemeinschaft ist man weniger allein

Neue Wohnformen für Senioren: In Gemeinschaft ist man weniger allein

Alt zu werden, bedeutet nicht zwangsläufig, ins Pflegeheim ziehen zu müssen. Es gibt viele neue Wohnformen, bei denen das Leben in der Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Viele VdK-Landes- und Kreisverbände beraten zum „Wohnen im Alter“.

Alternative zum Pflegeheim oder Alleinwohnen: eine Senioren-WG. | © Pixabay.com

In Deutschland gibt es mehr als zwei Millionen Wohnungen, die von Genossenschaften verwaltet werden. Deren Mitglieder genießen lebenslanges Wohnrecht – und das zu vergleichsweise günstigen Mieten. Manche Genossenschaften halten für ältere Bewohner spezielle Angebote bereit. So zum Beispiel die „Freie Scholle“ in Bielefeld.

Das Wohnungsunternehmen betreibt seit mehr als 30 Jahren eine eigene Seniorenberatung und -betreuung. Dazu gehören Wohnberatung und bei Bedarf Anpassungsmaßnahmen, um Barrieren zu beseitigen. Ein Nachbarschaftshilfe-Verein unterstützt die älteren Bewohner bei der Bewältigung ihres Alltags, beispielsweise beim Einkaufen, und unterhält Gemeinschaftseinrichtungen, in denen die Mitglieder gemeinsam aktiv werden können. Darüber hinaus bemüht sich die „Freie Scholle“, in jeder ihrer Siedlungen auch barrierefreie Wohnungen anzubieten, die für betreutes Wohnen geeignet sind. Mitglieder, die aufgrund einer Erkrankung dauerhaft eingeschränkt sind, müssen so nicht das vertraute Umfeld verlassen und können in eine Wohnung umziehen, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Genossenschaftswohnungen sind sehr begehrt und für Menschen geeignet, die langfristig planen. Um Mitglied zu werden, ist es notwendig, mindestens einen Anteil zu erwerben. Je nach Wohnungsbestand liegen die Kosten für einen Anteil zwischen 200 und 1.000 Euro. Bevor man eine Wohnung bezieht, müssen meist weitere Anteile gezeichnet werden.

Wohnen im Alter: Alle unter einem Dach


Deutschlandweit nehmen mehr als 500 Häuser und Wohnanlagen am „Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus“ teil. Deren Bewohner leben wie in einer Großfamilie unter einem Dach. Zwar hat jeder seine eigene Wohnung, doch im Mittelpunkt steht die Nachbarschaftshilfe: Jeder hilft jedem – sei es beim Einkaufen, beim Putzen oder bei der Kinderbetreuung.

Mehrgenerationenhäuser haben einen offenen Treffpunkt, wo die Bewohner miteinander ins Gespräch kommen und Kontakte knüpfen können. Oft gibt es dort auch Lern- und Freizeitangebote wie Kreativ- oder Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung und vieles mehr. Ohne Engagement geht’s nicht: Die vielen Freiwilligen sind der Garant für ein gelingendes Zusammenleben und die Attraktivität der Mehrgenerationenhäuser. Auch viele Wohnungsgenossenschaften bieten Projekte für das Zusammenleben von Generationen an.

Senioren: Im Alter in die WG


Wohngemeinschaften sind nicht nur etwas für Studenten. Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich dafür, mit anderen Rentnern ein Haus oder eine große Wohnung zu beziehen und den Haushalt miteinander zu teilen. WG-Bewohner sind weniger allein und können sich gegenseitig unterstützen. Wer seine Ruhe haben will, zieht sich einfach in sein Zimmer zurück. Auch Pflegebedürftigkeit lässt sich besser organisieren, wenn mehrere Betroffene unter einem Dach leben.

Senioren-Wohngemeinschaften werden von vielen Trägern sozialer Einrichtungen angeboten. Die Wohnform eignet sich gut für Demenzkranke, weil diese oft körperlich noch sehr fit sind, aber dennoch eine aufwendige Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen. Mittlerweile besteht auch die Möglichkeit, dass selbst gegründete Wohngruppen mit Pflegebedürftigen von der Pflegeversicherung besonders gefördert werden. Vorausgesetzt wird, dass mindestens drei pflegebedürftige Personen zusammen wohnen und die pflegerische Versorgung gemeinschaftlich organisieren.

Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. bietet seinen Mitgliedern eine kostenlose Wohnberatung von geschulten Experten an.

ali - VdK Deutschland

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