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Betriebliches Eingliederungsmanagement hilft Unternehmen und Beschäftigten

Rückblick auf ein Jahr »Tour de BEM« in Baden-Württemberg

Rund 200 000 Beschäftigte scheiden jährlich in Deutschland aus Gesundheitsgründen vorübergehend oder dauerhaft aus dem Erwerbsleben aus. Unternehmen verlieren wertvolle Fachkompetenzen und die Erfahrungen ihrer oft langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kleine und mittelständische Unternehmen sind davon besonders betroffen. Sie können längere Ausfälle schwerer überbrücken und finanzieren. Der Fachkräftemangel aufgrund des demografischen Wandels verschärft die Situation zudem. Das sogenannte Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) kann da gezielt gegensteuern. Gemeinsam mit vielen Krankenkassen unterstützt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) das BEM. Sie trägt so dazu bei, die Beschäftigungsfähigkeit von Beschäftigten in Betrieben und Unternehmen dauerhaft zu sichern, auch wenn diese längere oder wiederholte Krankheitszeiten aufweisen. „Unser Ziel ist, die Menschen wieder einzugliedern“, unterstrich im Herbst die DRV-Geschäftsführung in Karlsruhe. „Eingliederung statt Entlassung“ sei die Devise. Die Rentenversicherung blickte auf die „Tour de BEM“ zurück: Seit Oktober 2014 wurden über 1000 Unternehmen im Lande im Wege von acht Veranstaltungen darüber informiert, wie Menschen in den Job zurückgebracht werden können, statt sie zu entlassen. Arbeit sei „Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor“, betonte DRV-Direktor Andreas Schwarz. Wieder zu arbeiten, auch wenn die Wiedereingliederung mit Aufwand verbunden sei, sei ein Gewinn für Unternehmen und Beschäftigte. Die Rentenversicherung helfe denn auch tatkräftig mit, wenn sich Menschen wieder an eine Beschäftigung, an einen ihren gewandelten Erfordernissen angepassten Arbeitsplatz herantasten würden. Schwarz hob auch die gesetzliche Verpflichtung zum BEM hervor: Arbeitgeber sind seit 2004 nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) dazu verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind.

Von Seiten der Arbeitgeber bestehe großes Interesse daran, krankheitsbedingte Fehlzeiten der Arbeitnehmer zu vermeiden, so Dirk Becher vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. „Krankheitsbedingte Ausfälle belasten Unternehmen und Belegschaften gleichermaßen“, wies Becher auf die Probleme hin, die mit Hilfe des BEM-Verfahrens gegebenenfalls vermieden werden könnten. „Es lohnt sich, um jeden einzelnen Mitarbeiter zu kämpfen“, strich die DRV-Geschäftsführung auf der Veranstaltung heraus.

Wie die bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelten trägerunabhängigen „Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation“ beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement helfen können, berichtete Petra Andl, die Leiterin der Reha-Servicestelle in Karlsruhe: „In über 500 Fällen sind wir seit Oktober 2014 beim BEM eingeschaltet worden. Dabei handelte es sich meist um schwierige Fälle. Unser Ziel ist es, Ausgliederung, Arbeitslosigkeit oder Frühberentung zu vermeiden.“ Das, so Andl, gelinge nur gemeinsam und keinesfalls „so nebenbei“.

Weitere Auskünfte zum BEM, ebenso zu den Themen Rehabilitation, Rente und Altersvorsorge gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg in den Regionalzentren und Außenstellen im ganzen Land, über das kostenlose Servicetelefon unter (08 00) 10 00 480 24 sowie unter www.deutsche-rentenversicherung-bw.de im Internet. Die DRV Baden-Württemberg ist als gesetzlicher Rentenversicherungsträger Ansprechpartner für rund 6,6 Millionen Versicherte sowie für mehr als 200 000 Unternehmen im Land und sie zahlt an 1,5 Millionen Menschen Rente. Der Sozialverband VdK hat das BEM schon auf zahlreichen Veranstaltungen und Schulungen behandelt. Insbesondere auf den alljährlichen VdK-Landesschulungen im Juli in Heilbronn ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement häufig auf der Tagesordnung oder gar Schwerpunktthema.

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