VdK-Themen

Vorbildliches COPD-Engagement

Selbsthilfeangebot für COPD- und Lungen-Kranke

Dank Heinz Vollmer jetzt auch Lungensport und Walking im Raum Bühl

Es ist ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Heinz Vollmer leidet an einem Lungenemphysem, und diese Diagnose bedeutet: unheilbar krank und in der Lebensqualität extrem eingeschränkt. Und trotzdem kämpft Heinz Vollmer – mit den Kräften, die ihm zur Verfügung stehen und um die Ziele, die erreichbar sind. So hat er die bislang einzige COPD- und Lungenemphysem-Selbsthilfegruppe zwischen Freiburg und Karlsruhe gegründet. Unter dem Überbegriff COPD sind weitere chronische und irreversible Lungenleiden zusammengefasst. Die körperliche Belastbarkeit sinkt infolge dieser Erkrankungen immens. Schon bei geringer Kaftanstrengung stellt sich Atemnot in. Viele Betroffene sind daher auf eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Heinz Vollmer ist innerhalb seiner vier Wände über ein Kabel an ein Sauerstoffgerät angeschlossen, außerhalb führt er ein kleines Gerät und ein Notfallspray mit sich. Tägliches Inhalieren steht zudem auf seinem Programm.

So sehr diese Bedingungen ein normales Leben auch einschränken – in mehrfacher Hinsicht ist es gerade für COPD-Erkrankte wichtig, aktiv zu bleiben; denn Rückzug bedeutet Isolation und nicht selten den direkten Weg in eine Depression. Und die Vermeidung von körperlicher Anstrengung führt zu einer Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Lungenfunktion – ein Teufelskreis, den man jedoch durchbrechen kann: mit Lungensport. Die von Heinz Vollmer initiierte Selbsthilfegruppe trifft sich zwei Mal im Monat in der Cafeteria des Bühler Kreiskrankenhauses, mietfrei, und dafür ist Vollmer dankbar: „Das Klinikum Mittelbaden unterstützt uns sehr.“ Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr können sich die Betroffenen zu ihren Erfahrungen im Alltag, Therapiemöglichkeiten und Wege aus der Isolation austauschen. Auch eine Walkinggruppe hat Vollmer gegründet. Mitte September 2013 startete die von ihm initiierte Lungensportgruppe.

Den Austausch mit anderen chronischen Lungenpatienten, den bewussten Umgang mit der Krankheit und gezielte körperliche Bewegung – alle drei Aspekte hält Heinz Vollmer für wesentlich für ein lebenswertes Leben mit COPD und Lungenemphysem, an denen in Deutschland rund sechs Millionen Menschen erkrankt sind. Oftmals wird das Lungenleiden erst diagnostiziert, wenn es zu spät ist. Auch bei Vollmer hätte der chronische Verlauf möglicherweise verhindert werden können. Kein Grund für ihn, mit dem Schicksal zu hadern. Auf dem Flyer für seine Selbsthilfegruppe hat er auch folgendes Zitat platziert: „Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen; wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.“

Was ist COPD? COPD ist eine Abkürzung für das englische chronic obstructive pulmonary disease, auf Deutsch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung. Dazu gehören vor allem die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Chronisch bedeutet dauerhaft, obstruktiv steht für die Verengung der Atemwege. Husten, Auswurf und Atemnot sind die Symptome. Beim Lungenemphysem ist die Lunge unheilbar überbläht. Die Trennwände der Lungenbläschen, die dem Gasaustausch dienen, sind nicht mehr funktionsfähig. Dadurch kann weniger frische Luft ein- und weniger verbrauchte austreten. Aus den kleinen Lungenbläschen werden große Enzymblasen, in denen sich die Atemluft staut. Das bedeutet Atemnot trotz übervoller Lunge.COPD wird vor allem durch das Einatmen von Schadstoffen ausgelöst: Eine lange Belastung durch Tabakrauch, Chemikalien, Rauch und Abgase führt zu Entzündungen in der Lunge. Daher gehen besonders Raucher ein großes Risiko ein, an COPD zu erkranken. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind ehemalige oder aktive Raucher. Weitere mögliche Ursachen sind extreme Belastungen durch die Umwelt oder am Arbeitsplatz. Nur sehr selten ist COPD erblich bedingt.

Eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie ist die Grundlage für den Behandlungserfolg bei COPD-Erkrankten. Zwar ist trotz der Erkenntnisse der modernen Medizin bis heute keine Heilung möglich; allerdings ermöglicht der sorgsame Umgang mit der Erkrankung eine Minderung der Einschränkungen. Regelmäßige Arztbesuche und die genaue Einnahme der Medikamente sind daher mitentscheidend für die Lebensqualität. Finger weg von Zigaretten COPD-Patienten sollten, sofern nicht bereits erfolgt, unbedingt das Rauchen einstellen. Auch Passivrauchen ist schädlich. Grundsätzlich gilt: So viel „reine“ Luft wie möglich, also unbelastet von Schadstoffen aller Art. Infekte vermeiden Bakterien oder Viren können zu einer akuten Verschlechterung der Erkrankung führen, zu so genannten Exazerbationen. Die typischen Symptome wie Atemnot und Husten treten verstärkt auf. Eine medikamentöse Behandlung oder sogar ein Krankenhausaufenthalt sind bei mittleren bis schweren Verläufen notwendig. Fit bleiben Auch wenn es vielleicht zunächst schwerfällt: Gezielte körperliche Bewegung gibt COPD-Patienten neuen Schwung. Mit Hilfe von Lungensport werden Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit gesteigert. Eine Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit und somit der Lebensqualität sind die Folge. In Lungensportgruppen nehmen speziell ausgebildete Therapeuten Rücksicht auf Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit der Patienten. Vermittelt werden unter anderem Atem- und Entspannungtechniken sowie Kraft- und Ausdauertraingsmethoden.

Informationen unter Selbsthilfegruppe COPD und Lungenemphysem, Heinz Vollmer, Telefon (0 72 23) 90 09 28, oder Telefon (0 72 23) 16 61, E-Mail heinz.d.vollmer@t-online.de, oder E-Mail h.vollmer@copdundlunge.de, Treffpunkt der SHG Bühl: Die Treffen finden jeden 1. Mittwoch im Monat ab 18:30 Uhr statt. Treffpunkt: Kreiskrankenhaus Bühl in der Cafeteria, Robert-Koch-Straße 70, 77815 Bühl, und er macht auch Walking-Treff, bei der Kleingartenanlage in Bühl beim Parkplatz, immer mittwochs jede Woche um 10 Uhr, man kann ohne Anmeldung kommen, kostet nichts. Ihr Gruppenleiter Heinz Vollmer, unsere Angebote in der Selbsthilfegruppe:

In der Selbsthilfegruppe wird der Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Betroffenen und deren Angehörige sehr groß geschrieben. Die besten Informationen kann man auch nur von Anderen bekommen, die in der gleichen Situation sind. Ein Teilnehmer hat eine gute Erfahrung gemacht und gibt sie an die Anderen weiter. Gleiches geschieht mit einer schlechten Erfahrung. Neu hinzu kommende Teilnehmer werden freundlich aufgenommen. In der Gemeinschaft ist man stark und kann sich gegenseitig helfen, alleine ist es ungleich schwerer. Die Angebote im Einzelnen: Austausch von Betroffenen untereinander, Fachvorträge durch Fachärzte in den einzelnen Regionen, Fachvorträge durch im Gesundheitswesen tätige Fachkräfte zum Beispiel Themen wie Pflegeversicherung, Rentenversicherung oder Schwerbehinderung, Hilfen bei der Antragstellung von Leistungen, Telefonische Beratung, Gemeinsame Ausflüge, Gemeinsame Essen und Grillabende, Pflege der Sozialkontakte untereinander.

VdK-Themen
Rentner mit Gehstock
Der Sozialverband VdK ist für Ältere ein kompetenter Ratgeber im Rentenrecht. Hier finden Sie hilfreiche Tipps und Informationen rund um die Themen Rente und Leben im Alter.
VdK-Themen
Junger Mann im Rollstuhl an seinem Arbeitsplatz
Wir treten für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Hier finden Sie aktuelle Informationen und nützliche Tipps rund um die Themen Behinderung und Barrierefreiheit.

VdK-Themen
Umgekipptes Glas mit Geldmünzen
Von Armut und sozialer Ausgrenzung sind besonders Kinder, Senioren, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose betroffen. Der VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
VdK-Themen
Demente Seniorin mit Sohn
Der Sozialverband VdK setzt sich für eine menschenwürdige Pflege ein, die die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen und deren Angehörigen sichert.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.