4. Dezember 2013
VdK-Themen

Wichtiges Selbsthilfeangebot für Lungenkranke im Raum Bühl

COPD-Gruppengründer Heinz Vollmer hat jetzt auch Walking-Gruppe geschaffen

Es ist ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Heinz Vollmer leidet an einem Lungenemphysem. Diese Diagnose bedeutet: unheilbar krank und in der Lebensqualität extrem eingeschränkt. Trotzdem kämpft er mit den Kräften, die ihm zur Verfügung stehen, und hat die bislang einzige COPD- und Lungenemphysem-Selbsthilfegruppe zwischen Freiburg und Karlsruhe gegründet. Unter dem Begriff COPD sind weitere chronische und irreversible Lungenleiden zusammengefasst. Die Folge ist stark sinkende körperliche Belastbarkeit. Schon bei geringer Kaftanstrengung stellt sich Atemnot ein. Viele Betroffene sind daher auf zusätzliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Vollmer ist innerhalb seiner vier Wände über ein Kabel an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Außerhalb führt er ein kleines Gerät und ein Notfallspray mit sich. Tägliches Inhalieren steht zudem auf seinem Programm. So sehr diese Bedingungen ein normales Leben auch einschränkten – in mehrfacher Hinsicht sei es gerade für COPD-Erkrankte wichtig, aktiv zu bleiben. Denn Rückzug bedeutet Isolation und nicht selten der direkte Weg in eine Depression. Und die Vermeidung von körperlicher Anstrengung führt zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft und zu einer weiteren Verschlechterung der Lungenfunktion. So entstehe schnell ein Teufelskreis, den man jedoch mit Lungensport durchbrechen könne, betonte Heinz Vollmer gegenüber der Redaktion.

Die von ihm initiierte Selbsthilfegruppe hat denn auch Sport im Programm. Sie trifft sich zwei Mal im Monat im Bühler Kreiskrankenhaus, zum Erfahrungsaustausch über Alltag, Therapiemöglichkeiten und man sucht nach Wegen aus der Isolation. Auch gemeinsame Essen, Grillabende und Ausflüge stehen auf dem Programm. Den Austausch mit anderen Lungenpatienten, den bewussten Umgang mit der Krankheit und gezielte körperliche Bewegung hält Heinz Vollmer für wesentlich für ein lebenswertes Leben mit COPD und Lungenemphysem. Daran leiden in Deutschland rund sechs Millionen Menschen. Oftmals werde das Lungenleiden erst diagnostiziert, wenn es bereits zu spät sei.

COPD ist die englische Abkürzung für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung. Dazu gehören vor allem die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. „Obstruktiv“ steht dabei für die Verengung der Atemwege. Husten, Auswurf und Atemnot sind die Symptome. Beim Lungenemphysem ist die Lunge unheilbar überbläht. Die Trennwände der Lungenbläschen, die dem Gasaustausch dienen, sind nicht mehr funktionsfähig. Dadurch kann weniger frische Luft ein- und weniger verbrauchte austreten. Aus den kleinen Lungenbläschen werden große Enzymblasen, in denen sich die Atemluft staut. Das bedeutet Atemnot trotz übervoller Lunge. COPD wird vor allem durch das Einatmen von Schadstoffen ausgelöst: Eine lange Belastung durch Tabakrauch, Chemikalien, Rauch und Abgase führt zu Entzündungen in der Lunge. Daher gingen besonders Raucher ein großes Risiko ein, an COPD zu erkranken. Rund 80 Prozent der Betroffenen seien ehemalige oder aktive Raucher. Weitere mögliche Ursachen seien extreme Belastungen durch die Umwelt oder am Arbeitsplatz.

Eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie sei die Grundlage für den Behandlungserfolg bei COPD-Kranken. Zwar sei bis heute keine Heilung möglich; allerdings ermögliche der sorgsame Umgang mit der Erkrankung eine Minderung der Einschränkungen. COPD-Patienten sollten denn auch unbedingt das Rauchen einstellen. Auch Passivrauchen sei schädlich. Es gelte jetzt, so viel unbelastete Luft wie möglich zu bekommen und Infekte zu vermeiden, denn Bakterien oder Viren könnten zu einer akuten Verschlechterung der Erkrankung führen. Auch wird den Betroffenen zur gezielten körperlichen Bewegung geraten. Denn mit Hilfe von Lungensport werden Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit gesteigert und die Lebensqualität. So hat Heinz Vollmer im September 2013 noch eine Walking-Gruppe gegründet, die sich einmal wöchentlich trifft. Da könne man ohne Anmeldung kommen und es koste auch nichts, betonte Vollmer im Gespräch mit der Redaktion.

Kontakt: Selbsthilfegruppe COPD und Lungenemphysem, Heinz Vollmer, Telefon (0 72 23) 90 09 28, (0 72 23) 16 61, E-Mail heinz.d.vollmer@t-online.de oder h.vollmer@copdundlunge.de. Treffpunkt: Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, 18:30 Uhr, Kreiskrankenhaus Bühl, Cafeteria, Robert-Koch-Straße 70. Die Walking-Gruppe trifft sich immer mittwochs um 10 Uhr beim Parkplatz bei der Kleingartenanlage in Bühl.

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