14. September 2016
VdK-Themen

Dank VdK-Kampagne Sternenfelser Gemeindekasse jetzt barrierefrei erreichbar

Engagement zahlt sich aus: Kreischefin Ingrid Benda, VdK-Ortschef Martin Schöneck, Theo Benda, Rathausmitarbeiterin Christa Wägerle und Bürgermeister Werner Weber (von links). | © Norbert Kollros

Vor einigen Monaten startete der Sozialverband VdK die bundesweite Aktion „Weg mit den Barrieren“. Seither geht Martin Schöneck, der Vorsitzende des Ortsverbands Mühlacker-Sternenfels, bei den Gemeindeverwaltungen seines Wirkungsbereichs „hausieren". Sein Anliegen: bauliche Hürden für Menschen mit Behinderung zu beseitigen. In Sternenfels stieß er bei Bürgermeister Werner Weber auf offene Ohren und hat nun für die Menschen der Gemeinde einen kleinen aber wichtigen Schritt erzielt: Die Bürger gelangen jetzt im Sternenfelser Dienstleistungszentrum „KommIn“ barrierefrei zur Gemeindekasse. Vor der Aktion musste man mühsam den Weg über Treppen im Rathaus gehen. Im „KommIn“, wo ohnehin auch das gemeindliche Bürgerbüro angesiedelt ist, können Besucher der Gemeindekasse diese nunmehr bequem mit dem Aufzug und damit barrierefrei erreichen. Denn die Gemeindekasse zog in zwei Büroräume in der „Fabrik Schweitzer" beim KommIN um. Dies wurde möglich, weil das dort zuvor ansässige Ingenieurbüro von Wolfgang Lieb, das Kommunen in Angelegenheiten der Regenwasserbehandlung berät, ins Rathaus umzog. „Es ist erfreulich, dass diese Möglichkeit in kurzer Zeit und so unkompliziert bewerkstelligt werden konnte", erklärte der Rathauschef gegenüber einer kleinen Delegation des VdK-Kreis- und Ortsverbands mit der Kreisvorsitzenden Ingrid Benda an der Spitze.

Zudem stellte der Bürgermeister den Besuchern des Sozialverbands VdK die Mitarbeiterin Christa Wägerle vor. Sie bekam von Weber die Aufgabe, im Bürgerbüro als Ansprechpartnerin für Mitbürger mit Mobilitätseinschränkungen zu fungieren. Der VdK-Ortschef und die Kreisvorsitzende bedankten sich bei Bürgermeister Weber für das beispielhafte schnelle „Anpacken“ beim Beseitigen einer Barriere. Und sie boten Werner Weber zudem an, gemeinsam weitere Gebäude in der Gemeinde in Sachen Barrierefreiheit unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls Lösungsvorschläge zu unterbreiten, wie mögliche Hürden beseitigt werden könnten. Denn, dass es da vielerorts noch Probleme gibt, weiß Martin Schöneck aus seiner Wohngemeinde Illingen, wo er ebenfalls als VdK-Ortsverbandsvorsitzender wirkt. In Illingen gibt es das drängende Problem, dass dort im Bahnhof die Bahnsteige in Fahrtrichtung Stuttgart für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar sind. Schöneck nahm das Treffen auch zum Anlass, auf das VdK-Kampagnenportal www.weg-mit-den-barrieren.de im Internet hinzuweisen. Da kann jeder aufmerksame Bürger Barrieren melden. Zugleich wies Martin Schöneck darauf hin, dass man auch per E-Mail unter ov-muehlacker@vdk.de über den Ortsverband Barrieren melden könne. Die Einträge würden regelmäßig überprüft und den jeweils zuständigen Stellen gemeldet. Neben dem Bahnhof in Illingen und dem ebenfalls nicht barrierefreien Bahnhof in Niefern ist auch der Lomersheimer Friedhof gelistet. Dort ist die Aussegnungshalle nur über Treppenstufen erreichbar, was der Vorsitzende Schöneck bestätigte.

I N T E R V I E W

Nachgefragt bei Vorstand Martin Schöneck

Ortsverbandsvorsitzender Martin Schöneck | © VdK

Die „VdK-Zeitung“ sprach mit dem Ortsverbandsvorsitzenden von Mühlacker-Sternenfels, Martin Schöneck. Schöneck (61) gilt als „Motor“ der Aktion. Er fungiert auch als Obmann der Schwerbehindertenvertrauenspersonen im Kreisverband Pforzheim und er wirkt – neben seiner Führungsarbeit in Mühlacker-Sternenfels – als Vorsitzender von Illingen-Schützingen.

VdK-Zeitung: „Herr Schöneck, lange war die Sternenfelser Gemeindekasse nur mühsam über Stufen erreichbar. Dank des VdK ist diese Zugangsbarriere jetzt beseitigt. Wie sind Sie das Projekt „Barrierefreie Gemeindekasse“ angegangen?“

Martin Schöneck: „Zunächst haben wir die Gemeinde angeschrieben und über die VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren“ informiert. Denn es war uns wichtig, Bürgermeister und Gemeinderäte für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren. Unser Bürgermeister Werner Weber zeigte sich sogleich aufgeschlossen. Und ihm wurde auch sofort klar, dass in Sachen Zugang zur Gemeindekasse eine Lösung gefunden werden muss. Dann ging alles ganz schnell. Der Wille zur Problembeseitigung war ja da.“

VdK-Zeitung: „Im Bürgerbüro gibt es mit Christa Wägerle jetzt eine Ansprechpartnerin für mobilitätsbehinderte Menschen. Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Frau Wägerle sehen Sie?“

Martin Schöneck: „Wir sehen in Christa Wägerle auch eine wichtige Anlaufstelle für den VdK-Ortsverband und dessen Mitglieder, denn Frau Wägerle stellt ein direktes Bindeglied zwischen der Gemeinde einerseits und den Bürgern, den Menschen mit Behinderung und den VdKlern andererseits dar. Wir hoffen, dass wir in Zusammenarbeit mit Christa Wägerle noch manche Barriere in unserer Gemeinde eruieren und dann auch gemeinsam beseitigen werden.“

VdK-Zeitung: „Wie geht es jetzt weiter in Sternenfels?“

Martin Schöneck: „Wir planen gerade eine große gemeinsame Ortsbegehung, um Barrieren zu entdecken, näher zu beschreiben und um nach Lösungsansätzen zu suchen. Dabei geht es uns nicht nur um Behördeneingänge sondern auch um barrierefreie Zugänge zu Läden, zu Apotheken oder zu Arztpraxen. Die Situation auf öffentlichen Plätzen, Parkplätzen und auf Straßen und Wegen wollen wir ebenfalls unter die Lupe nehmen. Neben Christa Wägerle soll auch der Gewerbeverein eingebunden werden.“

VdK-Zeitung: „Was sind Ihre nächsten Schritte beim Lomersheimer Friedhof und beim Illinger Bahnhof?“

Martin Schöneck: „Wir hatten kürzlich ein Vor-Ort-Gespräch mit dem zuständigen Rathausmitarbeiter. Der war ebenfalls offen für unser Anliegen. Und er bekannte uns gegenüber, dass ihm erst durch die VdK-Kampagne bewusst wurde, dass beim Lomersheimer Friedhof ein Behindertenparkplatz fehlt. Jetzt prüft man im Rathaus, ob nicht eine an den Friedhof grenzende Fläche für die Errichtung eines Behindertenparkplatzes genutzt werden kann. Wir sind froh, dass im Rathaus an Lösungen gearbeitet wird, dass die VdK-Arbeit auf offene Ohren stößt. Auch beim Illinger Bahnhof ist dank der VdK-Kampagne Bewegung in die zunächst aussichtslose Situation gekommen. Dort prüft man den Einsatz von Sammeltaxis, um so mobilitätsbehinderten Menschen den Zugang zu ermöglichen – wenn auch nur über die Fahrt zum barrierefreien Nachbarbahnhof. Wir behalten diese Aktion der Bahn im Auge.“

(Das Gespräch mit dem Ortsverbandsvorsitzenden Martin Schöneck führte Britta Bühler von der Baden-Württemberg-Redaktion der „VdK-Zeitung“.)

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