1. Juni 2019
    FALL DES MONATS

    Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

    Fall des Monats im Juni 2019

    Frau S. kommt zur Beratung in die Beratungsstelle der VdK Patienten- und Wohnberatung in Stuttgart. Sie hatte vor drei Tagen einen Augenarzttermin, da sie zusehends verschwommener gesehen hat. Dabei hat der Arzt festgestellt, dass sie eine Makuladegeneration hätte und zwar die trockene Form. Der Arzt sagte ihr, da könne man nichts machen und hat sie zu einer Kontrolle in 6 Monaten wieder einbestellt. Frau S. ist sehr verunsichert, da sie zuvor noch nie was von dieser Augenerkrankung gehört hatte und sie nicht glauben kann, dass es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt.

    Augenärztin verabreicht älterer Patientin Augentropfen
    Obwohl die Erkrankung nur einen kleinen Teil der Netzhaut betrifft, kann es zu erheblichen Einschränkungen bei den Betroffenen führen. | © Alexander Raths/AdobeStock

    Patientenberaterin Monika Müller erklärt Frau S. zunächst, was die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD ist. Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der die Netzhaut im Auge im Bereich des gelben Flecks (Bereich im Zentrum der menschlichen Netzhaut, der die größte Dichte an Fotorezeptoren besitzt) zunehmend geschädigt wird. Erste Veränderungen machen sich oft durch verschwommenes Sehen bemerkbar, das Gesehene erscheint verzerrt, gerade Linien erscheinen gebogen und beim Lesen fallen sozusagen bestimmte Buchstaben weg. Wenn die Krankheit ungehindert fortschreiten kann, wird das zentrale Gesichtsfeld zerstört, während man seitlich noch eher sehen kann. Das muss man sich so vorstellen, sagt Müller: „Schauen die Betroffenen z. B. eine Person an, verschwimmt deren Gesicht, während die Umgebung noch gut zu erkennen ist. Die Makuladegeneration führt also nicht zur Erblindung.“
    Frau S. wirkt daraufhin etwas erleichtert, dennoch steht die Frage im Raum ob man denn wirklich nichts gegen das verschwommene Sehen machen kann.
    Frau S.: „Der Arzt hat gesagt dass ich die trockene Form habe und dass man da nichts machen kann. Was bedeutet das für mich. Daraufhin Müller:“ Diese Erkrankung entwickelt sich langsam und führt zu einem allmählichen Verlust des Sehvermögens über viele Jahre hinweg. Dabei bildet sich die Netzhaut im Bereich der entstandenen Drusen langsam zurück (Atrophie) und verliert damit ihre Funktion. Leider gibt es keine wirksame Behandlung für die trockene Makuladegeneration. Bisher weiß man lediglich, dass Rauchen das Fortschreiten beschleunigen kann, daher sollte darauf verzichtet werden. Man geht ferner davon aus, dass sowohl extreme Lichtexposition als auch eine ungesunde Ernährung das Risiko für die Makuladegeneration erhöhen bzw. beeinflussen können.“
    Wenn Frau S. sich noch in einem frühen Stadium der AMD befindet, kann die regelmäßige Einnahme bestimmter Vitamine (u. a. Vitamin C und E) und Mineralstoffe (z. B. Zink) schützend wirken. Späte Stadien werden hiervon jedoch nicht mehr beeinflusst. Müller rät Frau S. sich dazu von Ihrem Arzt genau beraten zu lassen.
    Müller erklärt weiterhin: „Es ist bekannt, dass einige der Patienten mit trockener Makuladegeneration die feuchte Form entwickeln können. Diese geht dann mit einem schnelleren Verlust des Sehvermögens (enorme Einschränkung innerhalb von 6–12 Monaten) einher. Daher ist es ratsam bei trockener Makuladegeneration regelmäßige Kontrolluntersuchungen zu machen, um diese Veränderungen zeitnah zu entdecken. Betroffene Patienten können auch selbst eine Art Kontrolle durchführen, indem sie zu Hause ihr Sehvermögen regelmäßig mit dem sog. Amsler-Gitter-Test untersuchen.

    Sofort zum Arzt Sollte Frau S. bei sich eine Veränderung feststellen, ist es notwendig sofort den Augenarzt aufzusuchen, da die „feuchte AMD“ behandelt werden kann. Dazu wird ein Medikament, das das Wachstum von Blutgefäßen hemmt, in die Augenhöhle gespritzt. Damit kann das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden. Bei manchen Patienten kann es sogar dazu führen, dass der Patient eine gewisse verlorene Sehtüchtigkeit zurück erhält. Allerdings müssen diese Injektionen mehrmals wiederholt werden. Diese Therapie gilt als 1. Wahl für die Behandlung der feuchten Makuladegeneration.
    Obwohl die Erkrankung nur einen kleinen Teil der Netzhaut betrifft, kann es zu erheblichen Einschränkungen bei den Betroffenen führen. Das Orientierungssehen, und zu einem gewissen Grad das räumliche Sehen, können aufrecht erhalten werden, aber die Fähigkeit zu lesen, Auto zu fahren und dergleichen, verschlechtert sich mit der Zeit und dem Fortschreiten der Erkrankung. Frau Müller weist Frau S. daher darauf hin, dass Sie bei dementsprechenden Einschränkungen mit Ihrem Arzt besprechen sollte, ob es für sie noch sicher ist Auto zu fahren.

    VdK-Tipp:
    Für beide Formen der Makuladegeneration ist es hilfreich, für gute Beleuchtung zu sorgen. Starke Brillen, eine Lupe oder auch andere Sehhilfen sind oft hilfreich.
    Das können Sie selbst für Ihr Augenlicht tun:

    • Lichtschutz: Nie ohne Brille mit deklariertem UV-Schutz in die Sonne.
    • Rauchen Sie nicht.
    • Vermeiden Sie Übergewicht und Bluthochdruck.
    • Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich, der Schwerpunkt sollte auf Gemüse und Obst liegen.

    Quellen und ergänzende Literatur:
    https://augeninfo.de/leit/leit21.pdf
    https://www.gesundheitsinformation.de/altersabhaengige-makuladegeneration-amd.2071.de.html
    http://cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/amd.pdf
    https://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/makula-degeneration/altersabhaengige-makuladegeneration/krankheitsbild
    https://www.amd-netz.de/amslergitter

    VdK

    VdK-Patientenberatung

    VdK-Patientenberaterin Monika Müller im Büro
    VdK-Patientenberaterin Monika Müller | © VdK

    Die VdK-Patientenberatung ist unabhängig und berät neutral. Was besprochen wird, bleibt selbstverständlich streng vertraulich.

    Kontakt:

    Patientenberatung
    Gaisburgstraße 27
    70182 Stuttgart

    Telefon: 0711 248 33-95
    Fax: 0711 248 44-10
    patienten-wohnberatung-bw@vdk.de

    Öffnungszeiten:

    Montag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
    und 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

    Dienstag und Mittwoch: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

    Donnerstag: 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
    und 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

    „Reingehört beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg."

    Von unseren VdK-Patientenberaterinnen direkt ins Ohr: Was Patientinnen und Patienten wirklich interessiert!
    Alle 14 Tage gibt es eine neue Folge unseres Podcasts. Jetzt reinhören!

    Dabei sein
    Kleiner Beitrag, großer Gewinn: Werden auch Sie Mitglied beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg und profitieren Sie sofort von allen Vorteilen – ohne Wartezeit!

    VdK-Themen
    Rentnerin
    Mehr als 20,5 Millionen Menschen in Deutschland leben in Rente. Wir beraten unsere Mitglieder kompetent im Rentenrecht, zum Beispiel zur Alters- oder Erwerbsminderungsrente. Hier geben wir Ihnen hilfreiche Tipps sowie Informationen rund um die Themen Rente und Leben im Alter.
    VdK-Themen
    Junger Mann im Rollstuhl
    Teilhabe ist ein Menschenrecht, deswegen setzen wir uns für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. In allen Fragen des Schwerbehindertenrechts, zu Behinderung und Teilhabe stehen wir unseren Mitgliedern zur Seite.
    VdK-Themen
    Die individuellen Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen müssen gesichert werden! Deswegen setzen wir uns für eine menschenwürdige Pflege ein. Außerdem machen wir uns für die pflegenden Angehörigen stark.
    VdK-Themen
    Kompetente Beratung rund um das Thema gesetzliche Krankenversicherung: Hier finden Sie nützliche Informationen zu den Leistungen der Krankenkasse, zu Rehabilitation, Hilfsmitteln sowie zum Krankengeld und vielem mehr.
    VdK-Themen
    Frau hält einen Notizblock mit der Aufschrift "Chancengleichheit für alle!"
    Wir wollen gerechte Lebensverhältnisse für alle: Leider sind von Armut und sozialer Ausgrenzung besonders Kinder, Ältere, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose betroffen. Deswegen setzen wir uns für alle sozial benachteiligten Menschen ein.

    Datenschutzeinstellungen

    Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

    • Notwendig
    • Externe Medien
    Erweitert

    Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.