1. Dezember 2021
    Beratungsfall des Monats

    Rollator und Gehhilfen nach Klinikentlassung benötigt

    VdK-Mitglied Gabriele P. sucht Unterstützung für ihre Nachbarin, die sich nach einem heftigen Sturz auf dem Gehweg den Unterschenkel gebrochen hat: „Meine Nachbarin kann noch gar nicht richtig gehen. Sie braucht bestimmt einen Rollator oder ein paar Gehhilfen.“ Die 82-Jährige ist verwitwet und hat keine Kinder, die sich um sie kümmern könnten. Daher fragt Frau P. bei der VdK-Patientenberatung nach, wie sie ihrer Nachbarin in dieser Situation helfen kann.

    Seniorin mit Rollator
    © iStock.com/freemixer

    Die betagte Nachbarin von VdK-Mitglied Gabriele P. ist auf dem Gehweg auf nassen Blättern ausgerutscht und heftig gestürzt. Sie hat sich den Unterschenkel gebrochen. Im Krankenhaus wurde sie operiert und soll noch vor dem Wochenende entlassen werden. Die 82-Jährige ist verwitwet und hat keine Kinder, die sich um sie kümmern könnten.

    Frau P. macht sich daher Gedanken und fragt bei der VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart nach: „Meine Nachbarin kann noch gar nicht richtig gehen. Sie braucht bestimmt einen Rollator oder ein paar Gehhilfen. Und zur Physiotherapie sollte sie doch bestimmt weiterhin gehen?“ Zwar gibt es einen Hausarzt, aber dessen Praxis ist nur bis Freitagvormittag geöffnet, auch die Orthopädin ist nicht zu erreichen. Was kann in dieser Situation für die 82-jährige Nachbarin getan werden?

    Greta Schuler, langjährige VdK-Patientenberaterin, erklärt Frau P. am Telefon: „Im Rahmen des sogenannten Entlass- und Überleitungsmanagements müssen für die gesetzlich Versicherten mit der Entlassung alle Hilfsmittel verordnet werden, die für die Patientin unmittelbar nach der Entlassung notwendig sind.“ Das bedeutet: „Wenn die Patientin nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ohne fremde Hilfe oder ohne Hilfsmittel nicht gehen kann, muss im Krankenhaus der Bedarf festgestellt und eine Verordnung ausgestellt werden. Dies gilt auch unter bestimmten Voraussetzungen für die Physiotherapie. Denn nach der Entlassung muss nicht zuerst der Hausarzt aufgesucht werden, um eine Verordnung für die benötigten Hilfsmittel zu erhalten“, so Beraterin Schuler.

    Sie erläuterte der besorgten Anruferin das Ziel des Entlass- und Überleitungsmanagements, zu dem das Krankenhaus verpflichtet ist: „Die komplette Nachsorge muss von einer Stelle im Krankenhaus organisiert und in die Wege geleitet werden. Die Klinik kann Hilfsmittel wie zum Beispiel Gehhilfen für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen nach der Entlassung verordnen.“ Weiter informierte Greta Schuler darüber, dass die Krankenhausärzte die weiterbehandelnden Ärzte der 82-Jährigen rechtzeitig über die getätigten Verordnungen informieren müssen. So sollten im vorliegenden Fall der Hausarzt und die Orthopädin der gestürzten Nachbarin bereits Bescheid wissen.

    Bitte beachten:

    • Die Verordnung verliert sieben Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Gültigkeit, wenn die Hilfsmittelversorgung innerhalb dieses Zeitraums nicht in Anspruch genommen worden ist.
    • Bestimmte Hilfsmittel müssen von der Krankenkasse oder der Pflegekasse genehmigt werden. Das Krankenhaus nimmt hierfür Kontakt mit der Kasse des Patienten auf. Die muss daraufhin den Antrag schnellstmöglich bearbeiten.

    VdK-Tipp:

    „Fragen Sie in der Klinik nach, wer für das Entlassmanagement zuständig ist“, betont VdK-Patientenberaterin Schuler und verweist hier auf die häufige Zuständigkeit des Kliniksozialdienstes oder eines speziellen Case-Managements. „Bitten Sie um einen zeitnahen Termin, notieren Sie sich im Vorfeld all Ihre Fragen. Bitten Sie eine vertraute Person mit zum Gespräch, wenn Sie Unterstützung möchten“, rät Greta Schuler ebenfalls.

    Zum Entlassmanagement gehören Information und Beratung über sämtliche durchzuführende Maßnahmen wie beispielsweise die Versorgung mit Hilfsmitteln, mit Heilmitteln und mit häuslicher Krankenpflege. Erneut verweist die Patientenberaterin auf die gesetzliche Verpflichtung der Krankenhäuser zum Entlassmanagement. Die Patientinnen und Patienten müssen auf die Entlassung vorbereitet und dabei unterstützt werden.

    Weiterer Tipp:

    In der Podcast-Reihe „Reingehört beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg“ informiert die VdK Patienten- und Wohnberatung in einer Ausgabe speziell über das Entlassmanagement. Abrufbar sind diese und weitere Folgen auf den gängigen Podcast-Plattformen, beispielsweise Apple Podcasts oder Spotify.

    Schlagworte Entlassmanagement | Rollator | Gehhilfe | Hilfsmittel

    VdK-Patientenberatung

    VdK-Patientenberaterin Monika Müller im Büro
    VdK-Patientenberaterin Monika Müller | © VdK

    Die VdK-Patientenberatung ist unabhängig und berät neutral. Was besprochen wird, bleibt selbstverständlich streng vertraulich.

    Kontakt:

    Patientenberatung
    Gaisburgstraße 27
    70182 Stuttgart

    Telefon: 0711 248 33-95
    Fax: 0711 248 44-10
    patienten-wohnberatung-bw@vdk.de

    Öffnungszeiten:

    Montag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
    und 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

    Dienstag und Mittwoch: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

    Donnerstag: 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
    und 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

    „Reingehört beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg."

    Von unseren VdK-Patientenberaterinnen direkt ins Ohr: Was Patientinnen und Patienten wirklich interessiert!
    Alle 14 Tage gibt es eine neue Folge unseres Podcasts. Jetzt reinhören!

    Dabei sein
    Kleiner Beitrag, großer Gewinn: Werden auch Sie Mitglied beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg und profitieren Sie sofort von allen Vorteilen – ohne Wartezeit!

    VdK-Themen
    Rentnerin
    Mehr als 20,5 Millionen Menschen in Deutschland leben in Rente. Wir beraten unsere Mitglieder kompetent im Rentenrecht, zum Beispiel zur Alters- oder Erwerbsminderungsrente. Hier geben wir Ihnen hilfreiche Tipps sowie Informationen rund um die Themen Rente und Leben im Alter.
    VdK-Themen
    Junger Mann im Rollstuhl
    Teilhabe ist ein Menschenrecht, deswegen setzen wir uns für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. In allen Fragen des Schwerbehindertenrechts, zu Behinderung und Teilhabe stehen wir unseren Mitgliedern zur Seite.
    VdK-Themen
    Die individuellen Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen müssen gesichert werden! Deswegen setzen wir uns für eine menschenwürdige Pflege ein. Außerdem machen wir uns für die pflegenden Angehörigen stark.
    VdK-Themen
    Kompetente Beratung rund um das Thema gesetzliche Krankenversicherung: Hier finden Sie nützliche Informationen zu den Leistungen der Krankenkasse, zu Rehabilitation, Hilfsmitteln sowie zum Krankengeld und vielem mehr.
    VdK-Themen
    Frau hält einen Notizblock mit der Aufschrift "Chancengleichheit für alle!"
    Wir wollen gerechte Lebensverhältnisse für alle: Leider sind von Armut und sozialer Ausgrenzung besonders Kinder, Ältere, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose betroffen. Deswegen setzen wir uns für alle sozial benachteiligten Menschen ein.

    Datenschutzeinstellungen

    Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

    • Notwendig
    • Externe Medien
    Erweitert

    Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.