19. April 2018
Schulung

Bereits zum zehnten Mal für alle geöffnet: VdK-Reha- und Gesundheitsmesse am 4. Juli 2018 in Heilbronn

Rund 50 Aussteller in Harmonie

Für VdK-Landesschulung im Heuss-Saal heißt es jetzt: Letzte Plätze sichern!

Thema 2018: „Zukunft gestalten – Chancen der Digitalisierung nutzen!“

Bei den SBV-Schulungen referieren immer Fachleute aus Arbeitswelt, Politik und Wirtschaft und Wissenschaft. | © Priya Bathe


Bereits zum zehnten Mal öffnet die VdK-Gesundheits- und Rehamesse in der Harmonie Heilbronn ihre Tore für alle Bürgerinnen und Bürger. Jeder Interessierte kann am Mittwoch, 4. Juli 2018, ohne Eintritt und ohne Tagungsanmeldung die Ausstellung in beiden Foyers und vor der Halle von 10.00 bis gegen 14.30 Uhr besuchen. Was einst 2001 als begleitendes Rahmenprogramm der VdK-Landesschulung für Behindertenvertreter mit sechs Ausstellern begann, bildet bereits seit Jahren eine feste Größe der Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbands – ebenso wie die zertifizierte Fort- und Weiterbildung, die mit 300 Teilnehmern begonnen hatte, dann 400 bis 500 Schulungsteilnehmer vorweisen konnte und zwischenzeitlich über 500 Personen in Theodor Heuss-Saal zählt.

Die VdK-Messe in der Harmonie kann Jahr für Jahr 50 und mehr Aussteller vorweisen. Auch im Jubiläumsjahr 2018 sind viele Stammaussteller aber auch ein paar Neue aus dem weiten Feld der Gesundheit, der Rehabilitation, der Pflege, der Behindertenarbeit und der Selbsthilfearbeit dabei. (Siehe alphabetische Auflistung unten.)

Die zur 16. VdK-Landesschulung im Theodor Heuss-Saal (9.30 bis 15.30 Uhr) angemeldeten Behindertenvertreter aus Unternehmen und Behörden, Betriebs- und Personalräte, Arbeitgeberbeauftragte für Menschen mit Behinderung, VdK-Behindertenobleute sowie die angemeldeten Aktiven aus der Behinderten- und Selbsthilfearbeit können die Messe bereits ab 8.30 Uhr besuchen. Für diesen Personenkreis lautet das Tagungsthema 2018: „Zukunft gestalten – Chancen der Digitalisierung nutzen!“.
Aber, sie müssen sich sputen! Denn es gibt nur noch wenige freie Plätze für die Teilnahme an der renommierten Schulung, die um 9.30 Uhr beginnt. Die Schulung wurde wieder von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zertifiziert. Sie wird mit sieben Stunden für die Weiterbildung zum Disability Manager (CDMP-Fortbildung) anerkannt.

Jedes Jahr dabei: Stammaussteller Uwe Thiele mit seiner Fahrschule für be-hinderte Menschen. | © VdK

Tagungsprogramm im Theodor Heuss-Saal
Erstmals spricht die seit 2016 amtierende Landesbehindertenbeauftragte Stephanie Aeffner auf der VdK-Tagung. Thema ihres Vortrags ist: „UN-BRK – Teilhabe in einer digitalisierten Welt“). Außerdem referieren der Zukunftsforscher Florian Kondert vom Frankfurter Zukunftsinstitut (Thema: „Digitalisierung – Revolution der Gesellschaft und Arbeit“), der Stuttgarter Fachanwalt für Arbeitsrecht, Dr. Franz X. Wallner (Thema: „Kündigungsschutz schwerbehinderter Menschen in der neuen Arbeitswelt 4.0“), die AmbiGate-Geschäftsführerin Caroline Dabels (Thema: „Neue Wege im Gesundheitsmanagement dank Digitalisierung!?“) und der Verdi-Landesvorsitzende Martin Gross (Thema: „SBV-Wahl 2018 – Chancen für die Menschen mit Behinderung“).

Zudem ist noch ein weiterer Vortrag zum Digitalisierungs-Thema vorgesehen. Und ein besonderes Highlight erwartet die Teilnehmer am Nachmittag: Model und Motivator Tan Caglar, der auch Rollstuhlfahrer und Basketballer ist, hält einen Impulsvortrag, der es in sich hat. Für die Moderation der 16. VdK-Landesschulung für Behindertenvertreter zeichnet der VdK-Landesobmann der Schwerbehindertenvertrauenspersonen, Joachim Steck, verantwortlich. (Siehe auch Programm zum Download.)

Der Besuch dieser Messe ist allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern von 10.00 bis 14.30 Uhr ohne Eintritt und ohne Tagungsanmeldung möglich.

INTERVIEW

„Nachhaltige Veränderungen finden nicht in Sonderwelten statt“
VdK-Zeitung sprach mit der Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner

Stephanie Aeffner | © Ministerium für Soziales und Integration

VdK-Zeitung: Frau Aeffner, wie stellen Sie sich die Teilhabe von Menschen mit Behinderung (M.m.B.) idealerweise vor?
Stephanie Aeffner: Alle Teilhabebarrieren spielen keine Rolle und alle Nachteile können durch Nachteilsausgleiche kompensiert werden. Aber das ist ja nur eine Idealvorstellung. In der Realität sieht das anders aus. Wir müssen uns fragen, wie kann man sensibilisieren, Toleranz, Gleichheit und Akzeptanz von Vielfalt verankern. Mein Traum ist es, dass jeder Schüler in seinem Schulleben eine Art Anti-Behinderungswoche miterlebt. Hauptakteure so einer Woche sind Menschen mit Behinderungen, die auch fachlich versiert sind und Schüler schulen. Der nahe Austausch verändert die Mehrheitsgesellschaft, sie wird für die Bedürfnissevon Menschen mit Behinderung sensibilisiert und ‚denkt deren Bedürfnisse mit‘. Das können Sie auch auf die Arbeitswelt herunterbrechen: Nicht nur der Mensch mit Behinderung muss sich anpassen, sondern auch seine Umwelt, die Kollegen und der Arbeitgeber auf ihn oder sie.
VdK-Zeitung: Sie geben das Stichwort für meine nächste Frage. Arbeit 4.0, also die Digitalisierung der Arbeit, durchzieht immer mehr Branchen. Wie schätzen Sie diese Entwicklung für M.m.B. ein?
Aeffner: Techniken können ein paar Dinge ausgleichen, aber für Menschen mit Lernbehinderungen oder psychischen Behinderungen ist es eher schwierig, bei Arbeit 4.0 mitzuhalten. Ich möchte das an einem anschaulichen Beispiel erklären: Früher war eine Reinigungskraft im Unternehmen beschäftigt wie jeder andere Angestellte auch. Heute ist diese niedrigschwellige Tätigkeit ausgelagert und wesentlich anstrengender geworden. Denn Reinigungskräfte müssen Taktzeiten einhalten, von Kunde zu Kunde rotieren, haben also Zeitdruck. Für Menschen mit Behinderung ist dieser eigentlich niedrigschwellige Beruf stressiger geworden. Daher gibt es einen Teil von Menschen mit Behinderung, der sich durch Arbeit 4.0 wahnsinnig bedroht fühlt. Die Digitalisierung verschärft dieses Problem weiter. Natürlich gibt es Bereiche, die von Arbeit 4.0 profitieren, wie die IT-Branche. Hier arbeiten aber schwindend gering Menschen mit Behinderung.
VdK-Zeitung: Wie könnte man hier gegensteuern?
Aeffner: Es geht grundsätzlich um das Thema Entgrenzung von Arbeit und die immerwährende Erreichbarkeit. Durch diese Entwicklung können Behinderungen wie psychische Belastungen zunehmen. Wir müssen also Regeln finden. Eine Idee wäre vielleicht, dass E-Mail-Server ab einer bestimmten Uhrzeit keine beruflichen E-Mails mehr auf das Handy von Mitarbeitern verschicken. Und um noch mal auf die Integration von Menschen mit Behinderung zu kommen: Verständnis für Vielfalt findet eben auch nicht im Homeoffice statt, das in der Arbeit 4.0 stetig zunimmt. Wir brauchen den aktiven Austausch von Angesicht zu Angesicht, um uns gegenseitig zu verstehen.
VdK-Zeitung: Welche Maßnahmen braucht es, damit M.m.B im ersten Arbeitsmarkt unterkommen?
Aeffner: Mit Beschäftigungen für Geringqualifizierte kommen Menschen aus den Werkstätten heraus. Hier muss die öffentliche Hand wieder Arbeitgeber sein und wieder soziale Verantwortung übernehmen. Also die bisher ausgelagerten Beschäftigungsverhältnisse wieder zurückholen. Für die Finanzierung dieser Beschäftigungsverhältnisse steht seit Anfang des Jahres das Budget für Arbeit zur Verfügung (Anmerkung der Redaktion: Ein im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) aufgelegtes Programm, um Menschen mit Behinderungen Beschäftigungsalternativen zur Werkstatt zu ermöglichen.) Da der vom Bund vorgesehene Lohnkostenzuschuss aber nicht ausreicht, um tarifliche Löhne zu zahlen, hat das Land im Ausführungsgesetz zum BTHG eine Verordnungsermächtigung zur Anhebung dieses Zuschusses beschlossen.
VdK-Zeitung: Der Sozialverband VdK fordert die Einkommens- und Vermögensanrechnung für Menschen mit Behinderung zu streichen. Können Sie die Forderung des VdK stützen?
Aeffner: Das habe ich immer gefordert und das ist auch heute noch meine Forderung. Aber politische Entscheidungen hängen nicht von Einzelforderungen ab, sondern von Mehrheitsverhältnissen und Kompromissen.
VdK-Zeitung: Das Land Baden-Württemberg erfüllt die gesetzlich vorgeschriebene Quote für die Einstellung von M.m.B. nicht. Es sind nur 4,86 Prozent der Beschäftigten. Woran liegt das?
Aeffner: Das liegt an der Überalterung der Beschäftigten im Land. Überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderung sind in den vergangenen Jahren aus dem Dienst ausgeschieden. Das konnte mit Neueinstellungen nicht kompensiert werden. Dadurch ist die Quote, die wir uns selbst übrigens auf sechs Prozent freiwillig hochgesetzt haben, nicht erreicht worden.
VdK-Zeitung: Müsste man die Ausgleichsabgabe drastisch erhöhen, damit die Wirtschaft die Quote erfüllt?
Aeffner: Man könnte die Quote erhöhen, zum Beispiel auf die angesprochenen sechs Prozent. Das würde die Industrie nicht umbringen. Und klar könnte man die Ausgleichsabgabe erhöhen. Doch was wir wirklich brauchen, ist ein Zusammenführen von Menschen mit Behinderung und Arbeitgebern. Es geht darum über Unwissenheit aufzuklären und Strukturen aufzubauen, die es beiden Seiten erleichtern, Menschen mit Behinderung einzustellen. Man muss in Unternehmen gehen und beispielsweise über Depressionen aufklären. Hohe Fehlzeiten und geringe Leistungsfähigkeit von M.m.B. als Vorurteile ausräumen. Arbeitsagenturen, Rentenversicherungen oder auch Fachberatungsstellen müssen signalisieren: ‚Ihr Unternehmer könnt auf uns zählen und ihr Menschen mit Behinderung auch. Wir sind eure Mediatoren‘. Das hat zwei Effekte: Der Betroffene hat kompetente Unterstützung und gleichzeitig wird dem Arbeitgeber die Leistungsbereitschaft von Menschen mit Behinderung vermittelt. Nachhaltige Veränderung kriegen wir hin, wenn wir gemeinsam leben und nicht Menschen in Sonderwelten aussortieren.
VdK-Zeitung: Frau Aeffner, wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf ihr Referat bei der SBV-Schulung am 4. Juli 2018 in Heilbronn.
Aeffner: Vielen Dank, ich freue mich auch.
Das Interview mit der Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner führte Priya Bathe von der Abteilung Marketing und Kommunikation.

Zur Information:
Stephanie Aeffner ist seit September 2016 Landesbehindertenbeauftragte. Im März 2018 hat das Kabinett die Umwandlung des Amtes in ein Hauptamt beschlossen. Aeffner setzt sich für die Verbesserungen des Alltags von Menschen mit Behinderungen ein und will die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg voranbringen. Die studierte Sozialpädagogin (FH) arbeitete zuvor beim Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart e.V. Dort begleitete sie Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige und war für die Entwicklung und Durchführung von Inklusionsprojekten zuständig.
Aeffner wird am 4. Juli 2018 auf der 16. Landesweiten VdK-Schulung für Schwerbehindertenvertreter, Betriebs- und Personalräte als Referentin in Heilbronner Harmonie sprechen.

ONLINEANMELDUNG

Hier können Sie sich online anmelden.
Hinweis: Alle Felder ohne den Hinweis "Eingabe erforderlich" sind immer freiwillig und müssen nicht ausgefüllt werden! Sie würden uns aber im Umgang mit Ihrer Anmeldung unsere Arbeit sehr erleichtern.

Online-Anmeldung für den 4. Juli 2018 in Heilbronn

  • Programm 4. Juli 2018 (133,74 KB, PDF-Datei)

    Hier können Sie sich das Programm herunterladen.

  • Flyer.pdf (1,89 MB, PDF-Datei)

    Hier können Sie sich den Flyer herunterladen.

Schriftliche Anmeldungen
Anfragen sind direkt an Frau Anita Unger, a.unger@vdk.de , Johannesstraße 22, 70176 Stuttgart, Telefon (07 11) 6 19 56 - 52, zu richten. Die Tagungsgebühr beträgt für alle pro Person 110,-- Euro inklusive weiterer Leistungen wie Begrüßungskaffee, Tagungsgetränke, Mittagessen mit bereitgestellten Getränken und Schulungsunterlagen.

Hier können Sie sich anmelden. Der Anmeldschluss ist Ende Juni 2018 (später auf Anfrage).

Aussteller

• Amsel/Kontaktgruppe Heilbronn
• AOK Baden-Württemberg
• Asbestose-Selbsthilfegruppe/Region Stuttgart
• BBQ Berufliche Bildung gGmbH Ludwigsburg
• Berufsförderungswerk Bad Wildbad
• Berufsförderungswerk Schömberg
• Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg/BG Heilbronn
• Bundesverband Clusterkopfschmerz-Selbsthilfegruppen (CSG) Baden-Württemberg
• Bund-Verlag Frankfurt am Main
• Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, Regionalzentrum Heilbronn
• Diakonisches Werk für den Stadt- und Landkreis Heilbronn
• ERGO Versicherung, Ausschließlichkeitsorganisation 55plus/Regionaldirektion Stuttgart
• EUTB Heilbronn
• Fahrschule und Beratungsstelle für Menschen mit Handicap (FbM), Enzklösterle
• Hausnotruf und PflegeergänzungsService HuPS24, Stuttgart
• Herkules Liftwerk GmbH, Kassel
• Hörgeräte Langer, Heilbronn
• IG Metall Neckarsulm
• Integrationsfachdienst Heilbronn
• Kommunale Behindertenbeauftragte von Heilbronn
• Kommunalverband für Jugend und Soziales, Stuttgart
• Kreisseniorenrat Heilbronn
• Kreuzbund-Kreisverband Heilbronn
• Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen
• Mobilcenter Zawatzky Meckesheim
• Netzwerk Männer mit Brustkrebs, Eppingen
• Paramobil GmbH, Westhausen
• Peter Beutel Fitness, Bad Dürrheim
• Promedica Plus, Heilbronn
• Pflegestützpunkt des Landkreises Heilbronn
• Pflegestützpunkt der Stadt Heilbronn
• Sarkoidose-Netzwerk, Plochingen
• Schwärzbergklinik GmbH, Bad Rappenau
• Selbsthilfebüro Heilbronn mit Paritätische Pflege- und Sozialdienste GmbH
• Selbsthilfegruppe Anfallskranke Schwäbisch Gmünd und Umgebung
• Selbsthilfegruppe Hohenlohe Cochlear-Implantat und Hörgeschädigte
• Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Heilbronn
• Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD Neckar-Franken-Heilbronn
• Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bietigheim und Heilbronn
• Sozialverband VdK Baden-Württemberg
• Sozialverband VdK/Kreisverband Heilbronn mit VdK-Wohnberatern
• SRH Berufliche Rehabilitation Heidelberg
• SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen
• Verlagsgesellschaft W.E. Weinmann e.K., Filderstadt
• Verosana Team Heilbronn (Homecare, Rehatechnik und Sanitätshaus)
• VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg, Stuttgart
• VdK Reisen, Stuttgart
• VdK Sozialrechtsschutz gGmbH Baden-Württemberg
• Volaris Deutschland GmbH (Rollatoren, Arbeits- und Bürostühle für Menschen mit Behinderung), Lindlar
• Waldburg-Zeil Kliniken Isny-Neutrauchburg

Ausrufezeichen
Ob Rente und Alterssicherung, Gesundheit und Pflege, Behinderung, Arbeitsmarkt, Familie, Generationen oder Armut - der VdK macht sich für soziale Themen stark. Hier finden Sie aktuelle Meldungen und Informationen...
Service
Infomaterial, Reisen, Shop, Infomaterial und vieles mehr....
Beitrittserklärung
Werden auch Sie Mitglied beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg...
Pressemitteilungen
Informieren Sie sich zu den neuesten Themen.
Ehrenamt
Ehrenamt tut gut, den Menschen, denen geholfen wird und den Menschen, die helfen. Auch der Ehrenamtliche profitiert von seinem Engagement.