11. November 2020
    STATEMENT

    Statement zur Coronavirus-Testverordnung

    Statement von Hans-Josef Hotz, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V., für die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten zur Coronavirus-Testverordnung.

    Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg Hans-Josef Hotz
    Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg Hans-Josef Hotz. | © Matthias Busse

    „Der Sozialverband VdK begrüßt grundsätzlich die Coronavirus-Testverordnung. Denn die Antigen-Schnelltests können beim alltäglichen Ablauf in den Pflegeheimen rasch für mehr Sicherheit sorgen. Das Risiko einer möglichen Virusverbreitung durch Pflegekräfte, andere Heimbedienstete, durch Besucher oder auch durch die Bewohner untereinander lässt sich so zwar nicht völlig verhindern, aber zumindest erheblich begrenzen, was wichtig ist. Schließlich gehören alte Menschen und insbesondere Ältere mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, COPD zu den besonders gefährdeten Risikogruppen. Die Heime müssen unterstützt werden, dass schnell und ausreichend Testkits vorhanden sind. Ebenso wichtig, ist genügend geschultes Personal in den Heimen.

    Einen Lockdown in den Heimen mit totaler Isolation, wie im Frühjahr praktiziert, darf es nicht mehr geben. Denn direkte Sozialkontakte sind für Wohlbefinden und Gesundheit der Heimbewohner essentiell. Gerade bei den vielen Heiminsassen mit dementiellen Erkrankungen oder auch mit Depression oder Altersdepression können Kontaktverbote und soziale Isolation zu irreversiblen Krankheitsschüben führen, zumal für diese Menschen in der Regel die Nutzung der sozialen Medien und selbst das einfache Telefonieren keine Option sind. Deshalb sehen wir es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, risikoarme direkte zwischenmenschliche Kontakte zu ermöglichen. Dies bedeutet – neben der Unterstützung der Heime –, dass die Kosten für die Testungen und für den Mehraufwand der Pflegekräfte nicht den ohnehin schon von hohen Eigenanteilen gebeutelten Heimbewohnern auferlegt werden dürfen. Zu diesen Kosten müssen, neben Steuermitteln, vielmehr auch die privaten Kranken- und Pflegekassen mit herangezogen werden.“

    Hans-Josef Hotz

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