18. Mai 2017
Presse

„Eine kleine Auszeit nehmen und neue Kraft schöpfen ist so wichtig!“

Heilbronner VdK-Frauen thematisierten Kuren für Mütter und Pflegende

VdK-Zeitung sprach mit Elisabeth Knörle

Kreisfrauenvertreterin Elisabeth Knörle hatte wieder mit viel Herzblut eine interessante Tagung organisiert und mit ihren persönlichen Kurerfahrungen anderen Frauen Mut gemacht. | © VdK

Um Mütterkuren und vieles mehr drehte sich die letzte Frauenarbeitstagung des Kreisverbands Heilbronn. Zur traditionell sehr gut besuchten alljährlichen Veranstaltung hatten sich 70 VdKlerinnen, zudem Landeschef Roland Sing, der Kreisvorsitzende Frank Stroh und der Heilbronner VdK-Sozialrechtsreferent Andreas Schreyer im Heinrich-Fries-Haus versammelt. Aus Berlin eigens angereist war auch Anne Schilling, Bundesgeschäftsführerin der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung in Berlin.

Die Hauptreferentin des Nachmittags informierte über das Müttergenesungswerk, dessen Aufgaben und Bedeutung. Bundesweit betreibt das deutsche Müttergenesungswerk über 1 300 Beratungsstellen, die jährlich rund 50 000 Mütter zu unterschiedlichen Kurmaßnahmen beraten, denn dort werden nicht nur Mutter-Kind-Kuren vermittelt, sondern auch sogenannte Mütterkuren, wie Schilling besonders betonte. Die Mütterkuren hätten in der heutigen Zeit wieder zunehmende Bedeutung, weil immer mehr Frauen und Mütter ihre Angehörigen zu Hause pflegten. Durch die vielfältigen Aufgaben der Frauen in Familie und Beruf komme es, so die Referentin, oft zu Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn out.

Dies bestätigte auch Elisabeth Knörle, die Heilbronner Kreisfrauenvertreterin. Damit es bei ihr erst gar nicht so weit kam, absolvierte Knörle im Frühjahr 2016 eine solche Kur. Denn die langjährige VdK-Vorstandsfrau und alljährliche Gastgeberin der traditionellen Frauenfachtagung pflegt seit rund fünf Jahren ihren Ehemann. Auch sonst weiß die mittlerweile 80-Jährige wovon sie spricht. Knörle hat fünf Kinder großgezogen – zu einer Zeit, in der – von herkömmlichen Kindergärten in Städten und größeren Gemeinden einmal abgesehen – Kinderbetreuungsmöglichkeiten vielfach Mangelware waren. Daher warb Elisabeth Knörle vor wenigen Jahren gegenüber Politik und Öffentlichkeit für die sogenannte Mütterrente, damit die betroffenen Frauen ihre Leistungen gewürdigt und auch rentenrechtlich besser berücksichtigt bekommen. Gegenüber der VdK-Zeitung betonte sie, wie wichtig es für Mütter aber gerade auch für pflegende Ehefrauen und Partnerinnen ist, einmal eine Auszeit zu nehmen und etwas für sich und ihre Erholung zu tun.

Zugleich schilderte Knörle im Saal und im Gespräch mit der Redaktion, welche Hartnäckigkeit oftmals erforderlich ist, um sein Recht auf eine Kur auch tatsächlich realisieren zu können. Wie bei vielen anderen rehabedürftigen Menschen auch, war ihr Antrag zunächst abgelehnt worden. Doch Elisabeth Knörle ließ sich davon nicht entmutigen, sondern machte umgehend beim Sozialrechtsreferenten Andreas Schreyer in der Heilbronner VdK-Servicestelle einen Termin aus. Mit Schreyers juristischem Sachverstand wurde bereits im Widerspruchsverfahren die Sache klargemacht. Denn der Anspruch auf Mütterkur ist wie bei Mutter-Kind-Kuren im Sozialgesetzbuch gesetzlich verankert, bestätigte Anne Schilling auf der Veranstaltung. Leider erfolge die Umsetzung durch die Krankenkassen nur relativ dürftig. Auch würden Informationen über diese Rehabilitationsangebote nur spärlich weitergegeben, beklagte Schilling. „Rehabedürftige Frauen sollten sich nicht scheuen, einen Antrag zu stellen“, hob auch Elisabeth Knörle hervor. Die frühere langjährige Vorsitzende von „Oberes Zabergäu“ verwies auf ihr erfolgreiches Widerspruchsverfahren und berichtete von ihrer drei-wöchigen Kur in Wertach im Allgäu.

Neben der so nötigen Auszeit und Erholung in landschaftlich schöner Umgebung hatte die Kreisfrauenvertreterin dort auch von gemeinsamen Spaziergängen, Einzel- und Gruppengymnastik, auch Wassergymnastik, sowie von wertvollen psychologischen Gesprächen einzeln und in der Gruppe profitieren können. Gerade diese Gespräche seien für sie und die anderen Frauen – darunter ältere auch hochaltrige Frauen, die Angehörige pflegen, Witwen, Alleinerziehende und Frauen mit behinderten Kindern – sehr wichtig gewesen. Und Knörle bekannte gegenüber der Redaktion: „Denn als Frau hat man immer ein schlechtes Gewissen, wenn man mal eine Auszeit nehmen möchte“. Doch es sei für viele Frauen so notwendig, mal rauszukommen und neue Kraft zu schöpfen. „Man muss etwas für sich tun, Tapetenwechsel haben, Dinge tun, die Spaß machen. Bei aller Liebe – man darf sich nicht vergessen!“ beteuerte Elisabeth Knörle.

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