13. Mai 2015
Presse

Landesfrauenkonferenz thematisiert Palliative Geriatrie

„Wir müssen in unserem eigenen Umfeld anfangen“

Neue Frauenvertreterinnen in Fichtenau-Neustädtlein dabei

Auch im Jahr 2015 stand die Landesfrauenkonferenz ganz im Zeichen der Fortbildung, des Gedankenaustauschs, der Geselligkeit und der Stärkung von Solidarität und VdK-Zusammenhalt. Die Traditionsveranstaltung der Frauenvertreterinnen verschiedener Verbandsstufen tagte erneut im Vitalhotel Meiser in Fichtenau-Neustädtlein. Dort konnte die VdK-Vizepräsidentin und Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger wieder namhafte Referenten und gut 60 Frauenvertreterinnen aus Baden-Württemberg willkommen heißen. Mit dabei waren auch die Bezirksverbandsfrauenvertreterinnen Elisabeth Knebel (Nordbaden), Sylvia Lawnick (Südbaden) und Ursula Moosburger (Südwürttemberg-Hohenzollern). Ebenso waren im Vitalhotel die neu gewählten Kreisverbandsfrauenvertreterinnen dabei: Brigitte Rüssel aus Emmendingen, die Amtsnachfolgerin von Ursula Solter-Meyberg, Christine Dessup vom Kreisverband Göppingen, die Gertrud Popko ablöst, Annette Hinzer von Sigmaringen, die Amtsnachfolgerin von Rosemarie Schuler, und Helga Maucher vom Kreisverband Konstanz, die die Lücke schließt, die das lange nicht besetzte Vorstandsamt in Konstanz gebildet hatte. Ebenso waren designierte Frauenvertreterinnen zur Landesverbandsfrauenkonferenz gekommen, um schon während dieser zweitägigen Veranstaltung wichtige Informationen und Impulse für die bevorstehende Amtszeit aufzunehmen. Schließlich sind die Frauenvertreterinnen wichtige Multiplikatoren in den Kreis- und Ortsverbänden. Dies hob Landesfrauenvertreterin Hinsinger in ihrer Begrüßungsrede ausdrücklich hervor. Die Themenauswahl orientierte sich denn auch nach an den Fragestellungen, die es gilt, bei VdK-Treffen vor Ort auf die Agenda zu setzen, Interesse zu wecken und wichtige Verbandspositionen zu verdeutlichen.

Auf der zweitägigen Landesfrauenkonferenz in Fichtenau-Neustädtlein gab es wieder einen Vortragsmix, der sich sehen lassen konnte. Der Diplompsychologe Andreas Grimm sprach zum Thema „Hilfe – ich werde nicht verstanden“ – ehe VdK-Marketingleiterin Silvija Celig die neu organisierte VdK-Abteilung „Marketing und Kommunikation“ näher vorstellte. (Lesen Sie hierzu auch den speziellen Artikel auf diesen Internetseiten).

Wertvolle Informationen aus dem VdK Deutschland und dem VdK Baden-Württemberg sowie dem weiten Feld der Sozialpolitik hatte der Landesvorsitzende und Vizepräsident Roland Sing den VdK-Frauen mitgebracht. Er referierte über die aktuelle Sozialpolitik und spannte hier den Bogen gleich über mehrere wichtige Felder wie Pflege und hier insbesondere Pflegeversicherungsleistungen für demenzkranke Menschen, er thematisierte die Rente und er sprach das immer bedeutendere Thema Alltagsunterstützende Assistenzleistungen (AAL) ein. (Anmerkung der Redaktion: Die VdK-Medien berichten regelmäßig über die Neuerungen bei der Pflegeversicherung, die VdK-Kritik an der unzureichenden Berücksichtigung der Demenzkranken und am nach wie vor nicht eingeführten neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Und sie berichten auch in regelmäßigen Abständen über Trends im Bereich der Alltagsunterstützenden Assistenzleistungen (AAL) wie selbstausschaltende Haushaltsgeräte, Fußböden mit Sturzerkennungssensoren oder auch Techniken zur Überwachung der Medikamenteneinnahme oder der regelmäßigen Flüssigkeitsaufnahme.)

Seiten vielen Jahren ein fester Termin im Jahreskalender der VdK-Frauenvertreterinnen: die Landesfrauenkonferenz. | © Nancy Schüler

In ihrem eigenen Referat befasste sich die VdK-Vizepräsidentin Carin E. Hinsinger mit der Palliativmedizin – ein Thema, das angesichts der aktuellen Diskussionen um Sterbehilfe in diesen Wochen in Deutschland eine besondere Bedeutung bekommen hat. Hinsinger betonte: „Sterbende sollen darauf vertrauen dürfen, dass sie die Fürsorge, Pflege und Zuwendung erhalten, derer sie bedürfen. Sie sollen möglichst bis zum Lebensende in einer vertrauten Umgebung bleiben und ihr Leben in Frieden und Würde beschließen können.“ Für die Landesfrauenvertreterin ist klar: „Die Betreuung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen stellt unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft als Ganzes vor große Herausforderungen. Doch letztlich misst sich der Wert unserer Gesellschaft auch daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.“ Dabei gehe es, so Carin E. Hinsinger, nicht nur um eine qualitativ gute pflegerische und medizinische Versorgung, sondern – im Sinne der Hospizbewegung und der Palliativmedizin – auch um eine umfassende menschliche Versorgung. Denn nicht nur das Leben eines jeden Menschen sei einzigartig, sondern auch das Sterben.

Für die VdK-Vizepräsidentin ist das Sterben die letzte große Herausforderung des Lebens. Wie ein Mensch nun diese Herausforderung annehme, hänge von seinem persönlichen Lebenserfahrungen und den Bewältigungsstrategien ab, die er sich im Laufe des Lebens erworben habe. Das Wissen um das nahe Ende löse bei vielen Sterbenden Ängste und Zweifel aus. Schließlich müsse am Lebensende jeder Menschen Abschied nehmen, loslassen und sich trennen, vom eigenen Körper, von nahestehenden Menschen, von Gewohnheiten, Erlebnissen aber auch von Orten und Gegenständen. Hinsinger hob in ihrem einfühlsamen Referat auch hervor, dass hochbetagte Menschen eine andere Würde und andere Bedürfnisse in ihrer letzten Lebensphase hätten als beispielsweise jüngere Sterbende mit einer schweren fortschreitenden Erkrankung. Denn ein Charakteristikum der Hochbetagten sei, dass sie häufig an einer Vielzahl vorwiegend alterstypischer Erkrankungen – beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels, der Knochen und Gelenke sowie des Nervensystems litten. Hinzu kämen nicht selten akute Erkrankungen wie Erkältungen, eine Lungenentzündung oder auch ein Knochenbruch. Der Wechsel zwischen stabilen Phasen und akuten Verschlechterungen führe auch dazu, dass Hochbetagte ihre Bedürfnisse häufig nicht mehr verständlich formulieren könnten, weil sie zu schwach, zu krank, zu müde und oft auch zu verwirrt seien. Die Referentin verwies deshalb auf die Forderung aus dem Kreis der Altersforschung, diesen Menschen eine umfassende palliative Versorgung nicht erst in der unmittelbaren letzten Lebensphase, sondern bereits viel früher anzubieten. Dies Palliative Geriatrie arbeite daran, alten Menschen bis zuletzt ein selbstbestimmtes, beschwerdearmes und würdiges Leben zu ermöglichen. Die Betroffenen brauchten viel Zuwendung und Liebe, denn sie hätten nicht nur den Verlust eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verkraften, sondern auch den Verlust vieler vertrauter Menschen. Soziale Isolation und die Abhängigkeit von Pflege und Betreuung nähmen ständig zu – zugleich wollten und müssten die Hochbetagten sich mit ihrem nahestehenden Tod auseinandersetzen. Für die Palliative Geriatrie könne es daher nur heißen: „Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen müssen im Mittelpunkt stehen“, schloss Carin E. Hinsinger ihr Referat.

Über das medizinische Fachreferat der Landesfrauenkonferenz 2015 zum Thema „Wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt“, gehalten von Professor Dr. Matthias Leschke, und über den Fachvortrag des Diplompsychologen Andreas Grimm wird die kommende VdK-Zeitung ausführlich berichten.

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