2. September 2019
Presse

"Pflege macht arm!"

Ein Statement von Roland Sing, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V.

Mit seiner im Februar 2019 gestarteten landesweiten Pflegeaktion „Pflege macht arm!“ will der Sozialverband VdK Baden-Württemberg erreichen, dass das Land Baden-Württemberg die Pflegeheimbewohner wieder bei den Investitionskosten entlastet. Mit diesen VdK-Forderungen konfrontiert, hatte Landessozialminister Manne Lucha unlängst ablehnend reagiert und davon gesprochen, … dass es vorrangig um den Ausbau ambulanter Pflegestrukturen gehe.

Roland Sing ist Vorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V. | © VdK


Dass neben den ambulanten Pflegeeinrichtungen und -angeboten auch stationäre Pflegeeinrichtungen wichtig sind, betonte dieser Tage der VdK-Landesvorsitzende Roland Sing gegenüber der Schwäbischen Zeitung:

„Es ist richtig, dass rund drei Viertel der pflegebedürftigen Menschen zuhause gepflegt werden. Und, wir wissen, dass die meisten Menschen möglichst lange zuhause wohnen bleiben möchten – auch bei Pflegebedürftigkeit.

Gleichwohl darf die Schaffung von stationären Pflegeangeboten, – was im Übrigen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Rahmen der Daseinsvorsorge ist – nicht vernachlässigt werden. Hierbei ist zugleich zu berücksichtigen, dass zunehmend auch Kurzzeitpflege-, Tagespflege- und Nachtpflegeplätze in stationären Einrichtungen benötigt werden.

Es gibt einen zunehmenden Bedarf an Pflegeheimplätzen. Schon heute werden in Baden-Württemberg 96.181 Menschen (Stand 31.12.2017) in Heimen gepflegt, 2013 waren es noch 90.845 Personen gewesen (Quelle Statistisches Landesamt).

Dies hängt zum einen mit der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer und vor allem auch hochaltriger, mithin oft pflegebedürftiger Menschen, zusammen. Seit 2007 ist die Zahl der Menschen im Alter 80 plus stark angestiegen, wie Zahlen des Statistischen Landesamts und des KVJS belegen. Ab 80 steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit stark an.

Auch die geänderten familiären Strukturen und die soziale Mobilität führen zu einem größeren Bedarf an Heimplätzen. Zu denken ist hier an die wachsende Zahl von Singlehaushalten ebenso, wie an geringeren familiären Zusammenhalt als früher, aber auch an die nach wie vor nur schlechte Vereinbarkeit von Pflegetätigkeit und Beruf.

Außerdem sind viele Häuser und Wohnungen nicht altersgerecht und schon gar nicht barrierefrei und technische Assistenzsysteme und Smarthome sind noch zu selten. Dies erschwert die Pflege zuhause zusätzlich, gerade auch, wenn es sich um alleinstehende alte Menschen handelt.“

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Ihre Stimme zählt!

Soll das Land die Investitionskosten für Pflegeheime übernehmen?


Pflege macht arm!

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© VdK BW

Pflegebedürftigkeit wird in Baden-Württemberg zunehmend zum Armutsrisiko. Denn wer pflegebedürftig ist und im Heim lebt, muss einen großen Anteil der Kosten selbst bezahlen. Somit werden viele Heimbewohner in die Sozialhilfe gedrängt. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. fordert: Das Land muss pflegebedürftige Heimbewohner bei den Investitionskosten entlasten!

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