24. Juli 2018
Presse

VdK Ehrenpräsident Walter Hirrlinger mit 92 Jahren verstorben

Walter Hirrlinger, VdK-Ehrenpräsident und Baden-Württembergs Minister für Soziales a. D. ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Hirrlinger verstarb nach langer Krankheit in der Nacht zum 24. Juli 2018.

Das Ehepaar Lore und Walter Hirrlinger im Jahre 2016. | © Martin Bauer

Als Minister für Arbeit und Soziales war Hirrlinger von 1968 bis 1972 in Baden-Württemberg unter Ministerpräsident Hans Filbinger im Amt. Er gestaltete die Sozialpolitik im Land und Bund maßgeblich in dieser Zeit mit. Hirrlinger war nach seiner Ministerzeit VdK-Präsident, VdK-Landesverbandsvorsitzender in Baden-Württemberg und Ehrenpräsident des VdK Deutschland sowie Ehrenvorsitzender des VdK Baden-Württemberg. Hirrlinger ist es zu verdanken, dass sich der VdK von einer Kriegsopferorganisation zum heutigen modernen Sozialverband VdK weiterentwickelt hat.

"Mit Walter Hirrlinger verlieren wir nicht nur einen Vollblutsozialpolitiker, sondern einen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Sein unermüdlicher ehrenamtlicher Einsatz für den Sozialverband VdK gepaart mit strategischem Geschick und Fachwissen wird uns schmerzlich fehlen. Für tausende von ehrenamtlich Tätigen war er leuchtendes Beispiel. Walter Hirrlinger war in Bund und Land ein über alle Parteigrenzen hinweg geschätzter und gefragter Sozialpolitiker und Sozialexperte", würdigte VdK-Landesverbandsvorsitzender Roland Sing seine Verdienste. "Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Witwe Lore Hirrlinger", sagte er weiter.

Kriegsheimkehrer, Sozialpolitiker und Ehrenamtsvorbild

Hirrlinger kam mit 19 Jahren schwerkriegsbeschädigt aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Seitdem setzte er sich für die Interessen der Menschen mit Behinderung ebenso ein, als auch für Kriegsbeschädigte. Die Belange all der Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, waren ihm ein großes Anliegen. Seit 1951 war Hirrlinger Vorsitzender des VdK Ortsverbands Esslingen, dem er bis 2014 vorstand. 1955 bis 1968 war er Landesverbandsgeschäftsführer des VdK Baden-Württembergs. 1972 übernahm er die Führung des Bezirksverbands Nordwürttemberg und 1992 auch die Geschäfte des gesamten Landesverbands. Beide Führungsämter übte er bis ins Jahr 2004 aus. Darüber hinaus brachte er seine Erfahrungen aus dem Bauwesen in der Stuttgarter VdK-Baugenossenschaft und in der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau (GSW) ein. In beiden Gesellschaften war er Aufsichtsratsvorsitzender.

Seine politische Laufbahn begann 1953 als SPD-Stadtrat in Esslingen, später als Kreisverordneter seines Landkreises und ab 1960 als SPD-Landtagsabgeordneter. Von 1966 an war er SPD-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag und schließlich ab 1968 baden-württembergischer Sozialminister.

Hirrlinger, dessen bereits verstorbene Tochter ebenfalls persönlich von einer Schwerbehinderung betroffen war, hat jahrzehntelang auch auf europäischer Ebene Behindertenarbeit geleistet, fungierte rund drei Jahrzehnte als Präsident der europäischen Behindertenorganisation Action Européenne des Handicapés (AEH). In vielen inländischen Gremien, wie dem Deutschen Behindertenrat (DBR), wirkte er für die Belange der Menschen mit Behinderungen und für sozial Benachteiligte.

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