Presse

„Also einfach wach sein und aufmerksam sein“
Vizepräsident Roland Sing äußerte sich im SWR zur Pflegeheimsuche

Im Februar machten erneut Missstände in manchen Pflegeheimen die Runde. Wegen gravierender Mängel bei Medikamentenausgabe, bei der Pflege und beim Personal wurde im Raum Lörrach ein Pflegeheim geschlossen. Auch Heime in anderen Regionen Deutschlands hatten für Negativschlagzeilen gesorgt. Und im letzten Herbst musste ein Heim im Raum Ludwigsburg wegen gravierender Pflegemängel geschlossen werden. Auf SWR4 gab der VdK-Landeschef und Ehrenvorsitzende des Landesseniorenrats, Roland Sing, kürzlich Tipps, wie Betroffene und Angehörige sich im Vorfeld über Einrichtungen und deren Pflege schlau machen können.

„Informieren Sie sich umfassend und vor allem bei neutralen Beratungsstellen“, betonte er und riet dazu, sich vorab eine Checkliste zu besorgen, wie sie manche Krankenkassen wie beispielsweise die AOK oder auch andere Stellen wie die „Weiße Liste“ vorhalten. So könne man genauer und gezielter prüfen. Sing wies darauf hin, dass es keinen vernünftigen Vergleich über die Qualität von Pflegeheimen gibt. Ebenso hob er hervor, dass die Pflegekassen zur Beratung von Betroffenen und Angehörigen verpflichtet sind. „Und zwar das ist deshalb wichtig, weil man ja Klarheit haben muss, wie sieht denn die ganze finanzielle Seite aus, was kommt auf mich zu“, gab der VdK-Vizepräsident im SWR-Interview zu bedenken. Mit Blick auf die komplizierte Kernfrage „Welches Haus finde ich, was ist geeignet für meinen Angehörigen?“ riet er dazu die Checklisten durchzugehen und auch zu schauen, ob ein Mitarbeiter des in Aussicht genommenen Hauses vorab zum kostenlosen Hausbesuch kommen kann. So könnten wichtige Dinge – gerade auch im Beisein des Pflegebedürftigen – abgestimmt werden. Große Bedeutung misst Roland Sing auch dem Kontakt zum Heimbeirat zu. Denn der Heimbeirat, der nach dem Landespflegeheimgesetz eingerichtet wird, nimmt eine Ombudsrolle für Pflegebedürftige und Angehörigen ein. „Und dann ist es ganz wichtig, dass man selber das in Aussicht genommene Haus auch besucht, einfach sich einen Eindruck macht, einen Wohneindruck“, bekräftigte der Landesvorsitzende. Zugleich bemängelte er, dass es keine allgemeinverbindlichen Zertifikate gibt, die den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Suche helfen. Man könne sich allerdings an die Heimaufsicht wenden und dort nach etwaigen Beanstandungen fragen, sagte Sing und ergänzte: „Aber gibt es keine Beanstandungen, ist noch lange nicht gesagt, dass die Einrichtung tatsächlich eine Einrichtung ist, die ohne Fehl und Tadel ist“. Im Gespräch mit SWR-Redakteurin Susanne Kurz rief Sing den Gesetzgeber dazu auf, in diesem Bereich nachzubessern.

Zum Abschluss gab er den Angehörigen diese Kernbotschaft mit auf den Weg: sich wirklich umfassend zu informieren, sich nichts gefallen zu lassen, wenn Antworten unbefriedigend sind und vor allen Dingen auch darauf zu schauen, wer der Träger, des Heims ist. „Wenn da Aktiengesellschaften dahinter sind, muss man halt nochmal genau hinschauen“, betonte Roland Sing, denn es könne die Gefahr bestehen, dass vielleicht die Gewinnorientierung viel wichtiger sei als eine vernünftige Pflege. Und diese Gefahr schätzt Sing bei freigemeinnützigen Trägern oder sonstigen öffentlichen Trägern als nicht ganz so groß ein. „Und, wenn dann jemand aufgenommen ist, immer auch schauen, wie ist der Zustand des Betroffenen ist. Man kann als Laie feststellen, ist irgendwo ein Hämatom? Warum ist jetzt plötzlich meine Mutter oder mein Vater heute nicht ansprechbar? Was ist passiert? Also einfach wach sein und aufmerksam sein“, sagte der VdK-Landesvorsitzende abschließend im Rundfunkinterview.

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