1. Dezember 2020
    Beratungsfall des Monats

    Ich war im Krankenhaus. Bin ich danach gut versorgt?

    Sie waren mindestens einen Tag und eine Nacht in einem Krankenhaus und brauchen eine Reha oder Pflege? Dann sorgt das Krankenhaus dafür, dass Sie diese auch bekommen. Wenn Sie gesetzlich versichert sind, haben Sie ein Recht darauf, dass das Krankenhaus oder die Rehaklinik Sie nach der Entlassung weiter versorgen.

    Bild von VdK-Patientenberaterin Greta Schuler
    VdK-Patientenberaterin Greta Schuler. | © David Vogt | visupixel

    Reha: Das ist das kurze Wort für Rehabilitation. Sie gehen zur Rehabilitation In eine Rehaklinik. Dort erholen Sie sich und lernen wieder gut im Alltag und Berufsleben zurecht zu kommen.

    Marion V. kommt in einigen Tagen aus dem Krankenhaus. Ihre Operation ist gut verlaufen. Sie freut sich auf Zuhause. Trotzdem macht sie sich große Sorgen. Sie ist 75 Jahre alt und hat Pflegegrad 2. Zuhause versorgt sie ihre Tochter. Nach der Operation ist sie noch sehr schwach und braucht mehr Pflege als sonst. Ihre Tochter hat nicht so viel Zeit für die Pflege, denn sie hat selbst eine Familie. Marion V. ist schon viele Jahre Mitglied im VdK. Deshalb ruft sie bei der bei der VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart an.

    Die VdK-Patientenberaterin Greta Schuler erklärt: In so einem Fall ist das sogenannte Entlassmanagement wichtig. Es gehört zur Krankenhausbehandlung dazu. Mitarbeiter*innen des Krankenhauses kümmern sich darum. Sie sorgen dafür, dass Menschen, die im Krankenhaus waren und noch Hilfe brauchen, diese auch bekommen. Die Kosten dafür bezahlt die Krankenkasse.

    Zur Nachsorge gehört oft ein Aufenthalt in einer Rehaklinik oder die Pflege daheim. Das Krankenhaus stellt fest, was die Patient*innen brauchen und was das für die Kranken- oder die Pflegeversicherung kostet. Als nächstes kümmert sich das Krankenhaus darum, in welche Rehaklinik die Patient*innen nach ihrer Entlassung gehen oder welcher Pflegedienst die Pflege daheim übernimmt. Diese Abteilung heißt in den meisten Krankenhäusern: „Kliniksozialdienst”. Frau Schuler ist der Meinung, dass das Krankenhaus sich schon sehr früh um die Nachsorge kümmern muss. Denn auch wenn ein*e Patient*in schwer krank ist, ist sie oder er oft nur sehr kurze Zeit im Krankenhaus. Das bedeutet: Der Kliniksozialdienst sollte sich schon einen Tag, nach dem ein*e Patient*in ins Krankenhaus gekommen ist, darum kümmern, wie die oder der Patient*in versorgt wird, wenn er wieder daheim ist.

    Kümmert sich das Krankenhaus nicht darum, sollten Sie oder Ihre Angehörigen nachfragen, was nach der Entlassung aus dem Krankenhaus passiert. Bei Marion V. zum Beispiel ist eine Möglichkeit eine Kurzzeitpflege im Seniorenheim.

    Kurzzeitpflege: Für eine kurze Zeit im Jahr (bis zu 56 Tage) ist es möglich, dass Patient*innen, zum Beispiel nach sie im Krankenhaus waren, in einem Pflegeheim gepflegt werden. Die Kosten dafür zahlt die Pflegeversicherung.

    Damit das auch möglich ist, sollte ihre Tochter mit dem Pflegepersonal im Krankenhaus oder mit dem Kliniksozialdienst sprechen. Am Ende des Telefonats rät Frau Schuler Marion V., sich zusammen mit ihrer Tochter alle Fragen aufzuschreiben, um sich so auf das Gespräch mit dem Kliniksozialdienst vorzubereiten.

    VdK-Tipp:

    Sie suchen Informationen zum Thema Entlassmanagement? Hier finden Sie eine Checkliste zu diesem Thema: www.weisse-liste.de

    Wir sind wieder für Sie da!

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    Britta Bühler
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